07.06.2021

Seenotretter befreien vor Norderney Seekajakfahrer aus Lebensgefahr

Ein Wassersportler verdankt sein Leben einem aufmerksamen Kapitän, der Besatzung eines Motorbootes und den Seenotrettern der Station Norderney. Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers EUGEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rettete den Mann am Sonntag, 6. Juni 2021, aus der Nordsee. Er war mit seinem Seekajak im gefährlichen Seegatt zwischen Juist und Norderney gekentert.

Seenotrettungskreuzer EUGEN im Einsatz umgeben von Spritzwasser

Mit dem Seenotrettungskreuzer EUGEN haben die Seenotretter der DGzRS-Station Norderney einen Seekajakfahrer aus Lebensgefahr befreit.
Archivfoto: DGzRS – Die Seenotretter / Flying Focus – Hermann Ijsseling

Als der Mann gemeinsam mit vier anderen Seekajakfahrern am Vormittag im Osthafen von Norden-Norddeich aufbrach, ahnten er und seine Kollegen nicht, in was für eine dramatische Situation sie kurz vor Norderney geraten sollten. Zunächst sah es für die Wassersportler bei einer mäßigen Brise aus Nordwest nach einer sportlichen Fahrt wie jede andere zuvor aus. Das änderte sich schlagartig gegen 13 Uhr: Im Dovetief zwischen den ostfriesischen Inseln Norderney und Juist in Höhe der Tonne D11 kenterte einer von ihnen mit seinem Seekajak. In der gefährlichen Strömung des Seegatts schaffte es der Mann trotz größter Anstrengung auch mit Hilfe der anderen Paddler nicht, wieder in sein Boot zu kommen.

Der Kapitän der vorbeifahrenden Fähre „Frisia 6“ beobachtete die Szene. Er erkannte sofort die lebensgefährliche Lage, in der sich der Wassersportler befand. Umgehend alarmierte er über den international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und Anrufkanal 16 die DGzRS-Station Norderney. Die Seenotretter um Vormann Gerd Schwips schmissen die Leinen los und waren bereits wenige Minuten später mit dem Seenotrettungskreuzer EUGEN vor Ort. Mittlerweile hatte der starke Ebbstrom mit bis zu viereinhalb Knoten (rund acht Stundenkilometer) den Seekajakfahrer etwa 400 Meter in nördliche Richtung vertrieben.

„Als wir ankamen, hielt ihn die Besatzung eines Sportbootes mit einer Schlinge über Wasser – das war sein großes Glück“, beschreibt Vormann Gerd Schwips die Situation. Bei unruhiger See und der kräftigen Strömung gelang es den Seenotrettern nur mit großer Mühe, den bereits sehr erschöpften und stark unterkühlten Mann aus dem Wasser zu holen. In Höhe des Weststrandes zwischen den Tonnen 20 und 22 hievten sie ihn mit dem Rettungsnetz an Bord der EUGEN. Er selbst konnte nicht mehr aktiv an seiner Rettung mitwirken. Auf dem Seenotrettungskreuzer hüllten die Seenotretter den Mann schließlich in wärmende Decken und brachten ihn schnellstens an Land. Im Hafen von Norderney übergaben sie den Verunglückten zur weiteren Versorgung an den Landrettungsdienst.

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