Kutter mit Wassereinbruch: Seenotretter verhindern Untergang und retten Familie

Die Seenotretter haben am späten Sonntagabend, 25. September 2022, den Untergang eines ehemaligen Fischkutters vor der Dithmarscher Küste verhindert und vier Menschen aus einer kritischen Gefahrensituation befreit – darunter eine Zwölfjährige. Der Havarist meldete starken Wassereinbruch in dem Fahrwasser Norderpiep. Mit dem in Büsum stationierten Seenotrettungskreuzer THEODOR STORM der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eilten die Seenotretter dem Havaristen zu Hilfe. 

Mit dem Seenotrettungskreuzer THEODOR STORM gehen die Seenotretter am späten Sonntagabend bei einem ehemaligen Fischkutter längsseits, der starken Wassereinbruch in der Vorpiek hat.

Die vierköpfige Besatzung des zum Wohnschiff umgebauten ehemaligen Fischkutters war auf der Überfahrt von Wyk auf Föhr nach Büsum. In der Norderpiep vor Büsum hatte das 24 Meter lange Schiff Grundberührung. Wasser drang ein. 

Gegen 20.25 Uhr erfuhr die von der DGzRS betriebene Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, von der Notlage. Zu allem Unglück war die schiffseigene Lenzpumpe ausgefallen.

MRCC Bremen alarmierte umgehend den Seenotrettungskreuzer THEODOR STORM, der bereits wenige Minuten später Kurs auf den Havaristen nahm. Nach einigen erfolglosen Versuchen, die Crew des Kutters zu erreichen, gelang es den Seenotrettern, eine Sprechverbindung herzustellen und eine genauere Positionsangabe zu erfragen. Kurze Zeit später erreichte die THEODOR STORM den Havaristen, der rund 2,5 Seemeilen (etwa 4,6 Kilometer) vor Büsum im Fahrwasser trieb. 

Als die Seenotretter längsseits gingen, war die Vorpiek des Havaristen schon zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Der Bug des Kutters neigte sich bereits stark. „An Bord herrschte eine extreme Stresssituation, die glücklicherweise mit unserem Eintreffen etwas abnahm“, schildert Vormann Ronald Hönisch die Situation vor Ort.

Die Seenotretter übergaben eine leistungsstarke Lenzpumpe und übernahmen das zwölfjährige Mädchen sowie dessen Mutter und Großmutter auf die THEODOR STORM. Mit seiner Pumpenleistung hielt der Seenotrettungskreuzer den Havaristen schwimmfähig. Dessen Pumpe konnte ebenfalls wieder in Betrieb genommen werden. In langsamer Fahrt schleppten die Seenotretter den Kutter sicher in den Büsumer Hafen. Dorthin hatten sie zur Sicherheit bereits die Feuerwehr bestellt für den Fall, dass weitere Lenzkapazitäten notwendig geworden wären. 

Die Besatzung des Havaristen blieb unverletzt. Zur Einsatzzeit wehte eine schwache Brise aus Nordwest bei wenig bewegter See. 

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