Alarm am Handgelenk

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und ihr Entwicklungspartner 8West haben anlässlich der Deutschen Meisterschaft im Kitesurf Freestyle auf Fehmarn (1. bis 4. September 2022) eine tragbare Alarmierungsmöglichkeit für Wassersportler vorgestellt: Das Notfallarmband SafeTrx Active ist ein direkter Link in die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See.

Direkter Link in die Rettungsleitstelle See (MRCC BREMEN): das Notfallarmband SafeTrx Active | Foto: Die Seenotretter – DGzRS/SafeTrx

Mit der wachsenden Beliebtheit von Wassersportarten wie Kitesurfen, Stand-up-Paddling und Kajakfahren gibt es einen zunehmenden Bedarf einer zuverlässigen Kommunikationsmöglichkeit für den Fall, dass Hilfe benötigt wird.
Seit Jahren gibt es die kostenlose Sicherheitsapp „SafeTrx“ (gesprochen: säf träcks, abgekürzt für engl. „sichere Routen“) der DGzRS, die gemeinsam mit der irischen Softwarefirma 8West entwickelt wurde. Wassersportler können per Mobiltelefon ihre Route aufzeichnen, die von der Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen, abgerufen werden kann. Zahlreiche Seenotrettungsdienste weltweit stellen diese App Wassersportlern zur Verfügung, damit sie neben UKW-Funk eine zusätzliche, einfach zu bedienende Kontaktmöglichkeit zum jeweils national zuständigen Seenotrettungsdienst an Bord haben können. Handys weisen jedoch Grenzen auf. Nasse, kalte Hände, Seegang und/oder der Sturz ins Wasser schränken die Bedienbarkeit oder Funktionsfähigkeit stark ein.


8West hat nun mit Sony eine am Handgelenk zu tragende SafeTrx-Lösung entwickelt, mit der Wassersportler ihre Route aufzeichnen und im Bedarfsfall den Such- und Rettungsdienst alarmieren können. Die eingebaute SIM-Card nutzt den Mobilfunkstandard LTE-M, dessen Reichweite an den Küsten die Reichweite der Mobilfunktelefone weit übertrifft.
Außerhalb des Such- und Rettungsgebietes der DGzRS geht die Alarmierung an eigene Notfallkontakte mit einer genauen Anweisung, wie die DGzRS oder andere Rettungsdienste zu alarmieren sind. Das Notfallarmband verfügt zudem über einen „Buddy-Alarm“ – dies ermöglicht, sich Unterstützung vom eigenen Club, der Segelschule oder Freunden zu holen, bevor Strandspaziergänger wegen angenommener Notfälle einen Alarm auslösen. So kann das Notfallarmband auch helfen, Fehlalarme zu verhindern.


Für die Seenotretter schließt sich mit dem SafeTrx-Notfallarmband eine Lücke. Dazu Dirk Hinners-Stommel, internationaler SAR-Fachberater der DGzRS und langjähriger Leiter der Rettungsleitstelle See: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei küstennahen Sportarten das Handy selten mit aufs Wasser genommen wird und eine mobile App zum Beispiel nach einem Sturz ins Wasser kaum bedient werden kann. Das SafeTrx-Armband ist vor allem im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Such- und Rettungsdiensten entwickelt worden, und wir sind davon überzeugt, dass die Integration in unsere Rettungsleitstelle See gerade für Board-Wassersportler, aber auch Seekajakfahrer und Angler ein enormer Sicherheitsgewinn ist.“


Für die Nutzung des Notfallarmbandes ist jeweils ein zeitlich frei zu wählender Pass des LTE-M-Netzwerkes nötig. Darüberhinaus können die Tracks im Freundes- oder Familienkreis oder auch mit Sport-Apps geteilt werden.


Sowohl der niederländische wie auch der dänische und norwegische Seenotrettungsdienst haben das Armband bereits in ihre SafeTrx-Struktur integriert. In diesen Regionen geht der Alarm direkt an die entsprechenden Seenotrettungsdienste. Erworben werden kann das SafeTrx-Armband direkt bei der Entwicklerfirma.
Weitere Infos zur SafeTrx Active Watch: safetrxactive.com/en

 

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei küstennahen Sportarten das Handy selten mit aufs Wasser genommen wird und eine mobile App zum Beispiel nach einem Sturz ins Wasser kaum bedient werden kann. Das SafeTrx-Armband ist vor allem im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Such- und Rettungsdiensten entwickelt worden, und wir sind davon überzeugt, dass die Integration in unsere Rettungsleitstelle See gerade für Board-Wassersportler, aber auch Seekajakfahrer und Angler ein enormer Sicherheitsgewinn ist.“

Dirk Hinners-Stommel, SAR-Fachberater

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