Claudia und James Earp bieten in Griechenland Segeltauchtouren an. Nach Probetörns im vergangenen Jahr haben die beiden das übrig gebliebene Geld aus der Bordkasse an die Seenotretter gespendet.
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In etwa einer Woche soll „Katja“ wieder ins Wasser. Noch steht der Katamaran gut gesichert im Hafen von Lefkada an Land. Auf der rund 353 Quadratkilometer großen griechischen Insel im Ionischen Meer leben Claudia und James Earp mehr als die Hälfte des Jahres. Die restliche Zeit wohnt das Paar in seinem Rückzugsort Frankfurt am Main. Anfang April steckt es mitten in den Vorbereitungen für seine erste Saison als Anbieter von Segeltauchtouren vor Griechenlands Küste – darauf haben sie lange hingearbeitet.
James Earp wächst in der englischen Grafschaft Essex auf, Claudia Earp nahe Frankfurt am Main. Während er als Junge seine Urlaube am Meer, oft auf dem Motorboot seines Vaters verbringt, sind ihre Sommer eng mit den Freibädern und Badeseen ihrer Heimat verbunden. Doch so unterschiedlich ihre Kindheit auch mit dem Wasser verbunden ist, als Erwachsene entdecken beide das Tauchen für sich. Sie verlieben sich ins fast schwerelose Dahingleiten, in die unbeschreibliche Unterwasserwelt. Später kommt das Segeln hinzu, da sind sie längst ein Paar. Jetzt wollen sie ihre Hobbys mit ihrer Firma Sailfin Escapes zu ihrem Beruf machen.
„Im Idealfall tragen die Einnahmen zumindest die laufenden Ausgaben für das Boot“, sagt James Earp vorsichtig. Ihren Lebensunterhalt verdienen beide erst einmal weiterhin in der IT-Branche, sie als Projektmanagerin, er als Berater. „Wenn es nicht klappen sollte, haben wir eine Rückfallebene“, betont Claudia Earp. Für die Anlaufphase besitzt das Paar zudem ein finanzielles Polster, das gibt ihnen Sicherheit.
Probetörns vor Saisonstart
2023 machen die beiden den ersten Schritt: Sie kaufen sich einen Katamaran, stecken Geld und Zeit in den Refit. Im vergangenen Jahr erkunden die Firmengründer bei einer Reihe von Törns die künftigen Reviere, verfeinern Abläufe an Bord und vertiefen ihre Segelkenntnisse. Claudia und James Earp laden Freunde und Verwandte zu den Touren ein, damit diese so realistisch wie möglich ablaufen, inklusive Tagesplanung, Sicherheitsbriefings und Tauchgängen. Sie sammeln wichtige Erfahrungen für den offiziellen Start. Geld verlangt das Paar von seinen insgesamt rund 70 Gästen nicht. Es bittet sie lediglich, sich an den laufenden Kosten wie Hafengebühren und spezielle Versicherungen zu beteiligen.
„Alle waren sehr großherzig“, freut sich James Earp. Am Ende landet mehr Geld in der Bordkasse, als nötig gewesen wäre. Die Skipper entscheiden sich, die übrig gebliebenen 2.850 Euro an die Seenotretter zu spenden. „Bei unserer Segelausbildung waren wir oft auch in deutschen Gewässern unterwegs und wissen um ihre wichtige Arbeit“, erläutert Claudia Earp. „Auf See fährt selbst bei bester Vorbereitung immer ein Restrisiko mit. Dann sind wir Segler auf die Profis angewiesen – an ihnen hängen Menschenleben“, ergänzt ihr Mann.
Damit ist für den Moment alles gesagt. Claudia und James Earp widmen sich wieder ihrer „Katja“, prüfen Ausrüstung, Technik und letzte Details. In den kommenden Tagen wollen sie mit ihrem Katamaran erneut im Ionischen Meer mit seinen ruhigen Winden unterwegs sein – die Saison fängt bald an.
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