Christian Stipeldey

Christian Stipeldey

Zwei Mal die Erde umrundet

Große Werftzeit für den Seenotrettungskreuzer EUGEN erfolgreich beendet

Seit über 14 Jahren ist unser Seenotrettungskreuzer EUGEN/Station Norderney im Einsatz. Bei einer größeren Werftzeit wurde er nun fit gemacht für die zweite Hälfte der durchschnittlichen Dienstzeit unserer Rettungseinheiten von etwa drei Jahrzehnten. Am 9. Oktober kehrte die EUGEN wieder auf ihre Station zurück. Das ging nur mit Unterstützung vieler Menschen aus dem ganzen Land. Herzlichen Dank!

 

Eine Luftaufnahme des Seenotrettungskreuzers EUGEN in bewegter See

Seenotrettungskreuzer EUGEN im Einsatz auf der Nordsee

Ein Seenotrettungskreuzer auf Kurs Zukunft

Um rund 30 Jahre lang im harten Einsatz auf Nord- und Ostsee zu sein, bedürfen unsere Rettungseinheiten kontinuierlicher Pflege durch ihre engagierten Besatzungen und turnusgemäßer Generalüberholungen. Doch beides allein genügt nicht. Denn die ständigen Herausforderungen beanspruchen die Technik sehr stark.

Die EUGEN hat seit ihrer Indienststellung 2009 rund 48.000 Seemeilen zurückgelegt. Das entspricht mehr als zwei Erdumrundungen. Der 20-Meter-Seenotrettungskreuzer ist bisher rund 850 Einsätze gefahren und hat dabei mehr als 1.650 Menschen geholfen. Allein 240 Menschen hat die EUGEN dabei aus Seenot, also aus Lebensgefahr, oder anderen Gefahren befreit.

Der Seenotrettungskreuzer EUGEN wird in einer Werft gewartet.

Die EUGEN in der Werfthalle: Schiffbauer und Seenotretter arbeiten mehrere Monate lang gemeinsam daran, sie grundlegend zu modernisieren.

Die Zahlen belegen die hohe Beanspruchung von Mensch und Material. Um sicherzustellen, dass die EUGEN noch lange Jahre im Dienst bleibt, wurde das Spezialschiff nun grundlegend modernisiert. Die Werftliste ist lang, ein Auszug:

  • Die Hauptmaschine musste ausgebaut und vollständig instandgesetzt werden.
  • Die beiden Hilfsdiesel wurden durch moderne, neue Aggregate ersetzt.
  • Das in der Heckwanne mitgeführte Arbeitsboot HUBERTUS erhielt einen neuen Antrieb und eine bessere Steuerung.
  • Auf der Brücke ersetzen modernste Navigations- und Kommunikationsanlagen ihre Vorgänger.
  • Ein völlig neues Datenbus-System steuert nun Elektrik und Elektronik an Bord.

Die Besatzung begleitete ihren Seenotrettungskreuzer während der Werftzeit. Sie arbeitete gemeinsam mit Schiffbauern und anderen Fachleuten daran, die EUGEN so schnell wie möglich wieder in ihr angestammtes Element zurückzubringen.

Mit Scheinwerfern beleuchtete Brücke des Seenotrettungskreuzers EUGEN, alle Naviagtions- und Kommunikationsgeräte sind entfernt. Vormann Heiko Erdwiens liest in einem aufgeschlagenen Notizblock.
Im Maschinenraum des Seenotrettungskreuzers EUGEN steht Vormann Heiko Erdwiens gemeinsam mit Werftmitarbeitern zwischen der Technik für den Antrieb.

Gähnende Leere auf der Brücke der EUGEN vor Vormann Heiko Erdwiens. Neue Elektrik und Elektronik werden kommen. Auch im Maschinenraum wird die Technik vollständig ausgebaut, generalüberholt und anschließend wieder eingebaut.

„Wir nutzen die Gelegenheit, über viele Details mitzubestimmen“, sagt Vormann Heiko Erdwiens. „Unsere Erfahrungen fließen zum Beispiel in die Gestaltung der Brückenbedienpulte ein. Und wir können jetzt, da nahezu alle Bereiche des Schiffes geöffnet sind, in jede Ecke schauen. Es ist wichtig zu wissen, wo Kabel und andere Versorgungsleitungen verlaufen, damit wir im Einsatz Fehlerquellen schnell finden, falls mal etwas ausfällt.“

Wenn die Norderneyer Seenotretter nun alarmiert werden, fahren sie wieder mit einem hochmodernen Seenotrettungskreuzer auf dem neusten Stand der Technik raus. Das gibt ihnen größtmögliche Aussicht auf Erfolg ihrer Einsätze und hält Risiken für sie selbst so gering wie möglich.

In der Werft

(Bilder durch Klicken vergrößern)

„Es ist wichtig zu wissen, wo Kabel und andere Versorgungsleitungen verlaufen, damit wir im Einsatz Fehlerquellen schnell finden, falls mal etwas ausfällt.“

Vormann Heiko Erdwiens

Erster Einsatz nach der Werftzeit

Die EUGEN auf dem Weg zur Station Nordeney und Bereit für den Einsatz.

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In der Werft der DGzRS: Profis arbeiten für Profis

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Ralf Baur

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