Heiligabend an Bord - fast ein Tag wie jeder andere
Weihnachten ist für viele Menschen ein Fest der Ruhe, der Familie, der Geborgenheit. Doch die Seenotretter sind selbstverständlich auch an diesen Tagen einsatzbereit. Denn wer Leben rettet, kennt keine Feiertage. Auch im Advent, an Heiligabend, Weihnachten oder an Silvester und Neujahr gilt der ganz normale Wachtörn – an Bord ebenso wie in der Rettungsleitstelle See.
Die Seenotretter Silvia Priebe, Olaf David, Thomas Moll und Martin Rakobrandt sitzen in der Messe der NIS RANDERS zusammen. Es sieht fast so aus wie an jedem anderen Tag im Jahr. Gäbe es da nicht den kleinen Weihnachtsmann neben dem Bullauge, die andächtig leisen Klänge aus dem Radio und das herrlich duftende Festmahl. Es ist Heiligabend – die vier Seenotretter haben Wache auf dem Seenotrettungskreuzer, der fest vertäut im Inselhafen Prerow liegt. Die Stimmung ist ruhig, beinahe feierlich. Es ist ein Moment der Besinnlichkeit – selten und kostbar an Bord.
Plötzlich reißt ein Funkspruch die Seenotretter aus ihrer festlichen Stille. Die Rettungsleitstelle See meldet: „Ein Seenotsignal wurde gesichtet, nordöstlich von Leuchtturm Darßer Ort.“ In Sekundenbruchteilen wandelt sich die beschauliche Atmosphäre: Sofort sind die Vier hellwach, fokussiert, hoch konzentriert. Das 18 Essen muss nun warten, die Musik verstummt. Nur Minuten später legen sie mit dem Seenotrettungskreuzer ab – es gilt, Leben zu retten!
Die gute Nachricht lautet: Zum Glück ist diese mitreißende Szene lediglich Teil des neuen Weihnachtsfilms der Seenotretter. Doch sie könnte sich genauso in der Realität abspielen. Die Frauen und Männer der DGzRS sind immer da, wenn jemand auf See Hilfe benötigt. Auch an Tagen, an denen andere – wie die Film-Familie – im Kreise seiner Liebsten gemütlich im Wohnzimmer unter dem Christbaum zusammensitzen. Denn irgendwer ist da draußen immer unterwegs – und Seenot kennt keine Feiertage.
Deshalb erfüllen die Seenotretter ihren Dienst auch an Weihnachten: Sie sind unabhängig davon stolz darauf, für eine private, unabhängige Organisation hinauszufahren, getragen allein von vielen Menschen aus dem gesamten Land, die sie mit Spenden unterstützen, ganz bewusst ohne Steuergelder und ohne staatlichen Einfluss.