Vom Wasser eingeschlossen: Seenotretter befreien Wattwanderer aus Lebensgefahr

Die Seenotretter haben fünf Wattwanderer zwischen den Inseln Amrum und Föhr am Samstagnachmittag, 30. August 2025, aus Lebensgefahr befreit. Die Männer waren vom auflaufenden Wasser eingeschlossen worden. Das Tochterboot LOTTE des Seenotrettungskreuzers ERNST MEIER-HEDDE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachte sie sicher an Land.

Mit dem Tochterboot LOTTE der DGzRS-Station Amrum befreiten die Seenotretter die fünf Männer aus ihrer Notlage im Wattenmeer.

Foto: Stephan Mühr

Gegen 14 Uhr erreichte die Rettungsleitstelle See der DGzRS, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, der Anruf eines Passanten: Der Mann war an der Amrumer Odde, der Nordspitze der Insel unterwegs. Von dort aus sah er fünf Männer im Watt nahe der gegenüberliegenden Insel Föhr im Wasser stehen. Die längst wieder eingesetzte Flut reichte ihnen bereits bis über die Knie. Offenbar hatten sie zuvor einen Priel durchquert, eine Art Wasserlauf im Wattenmeer, der bei Flut zuerst vollläuft und oft eine starke Strömung aufweist. Dieser Priel schnitt der Gruppe nun bei auflaufendem Wasser den Weg nach Amrum ab.

Umgehend alarmierte die Rettungsleitstelle See die Seenotretter der DGzRS-Station Amrum. Das Tochterboot LOTTE des dort stationierten Seenotrettungskreuzers ERNST MEIER-HEDDE befand sich zu dieser Zeit bereits auf einer Kontrollfahrt im Seegebiet und steuerte sofort die Position der Wattwanderer an. MRCC Bremen nahm auch einen Such- und Rettungshubschrauber vom Typ „Sea Lion“ der Marineflieger in den Einsatz auf. Die Seenotretter erreichten die fünf Männer rund 400 Meter vor dem Strand von Utersum auf Föhr. Ein weiterer Priel vor ihnen machte es ihnen unmöglich, das Festland zu erreichen.

„Die Wattwanderer waren sich offenbar noch keiner Gefahr bewusst“, berichtete Seenotretter Lars-Peter Jensen nach dem Einsatz. „Das war ihnen erst klar, als das Tochterboot bei ihnen war und der Hubschrauber über ihnen stand.“ Die Männer aus Hamburg wateten ein kurzes Stück durchs Wasser, um an Bord der LOTTE zu gelangen. „Dabei merkten sie, dass dort bereits eine starke Strömung stand. Bereits wenig später wären sie an dieser Stelle gegen den Strom wohl nicht mehr angekommen“, beschreibt Lars-Peter Jensen den Ernst der Lage.

Die Seenotretter brachten die teils durchnässten, aber unverletzten Wattwanderer an den Strand von Föhr. Ruhige See bei annähernd Windstille und guter Sicht begünstigte den Rettungseinsatz.

Übungssituation im Wattenmeer vor Büsum: Ein Seenotrettungsboot und das Arbeitsboot eines Seenotrettungskreuzers fahren im flachen Wasser vor der Wattkante und haben Wattwanderer im Blick, die sich in der Mitte der Schiffe befinden.. Zur Seite: Gefahr im Watt

Am Ostermontag 2025 gerät ein sehr erfahrener Wattführer mit seiner Gruppe in eine Notlage. Er ruft die Seenotretter. In dem neuen Film "Gefahr im Watt" zeigt die DGzRS, was man bei einer Wattwanderung beachten muss und wie sie die Wattwanderer aus der kritischen Situation befreit haben.

Ohne Deine Spende geht’s nicht!

Ein Fischkutter wird auf stürmischer See von einem Seenotrettungsboot abgeschleppt. Im Vordergrund ist das Deck des Seenotrettungsbootes zu sehen, mit grüner Reling, mehreren Leinen und Fendern, teilweise mit Schnee bedeckt. Eine Abschleppleine verbindet beide Schiffe. Der Himmel ist grau und bewölkt, die Wellen sind aufgewühlt.. Zur Seite: Seenotretter schleppen dänischen Fischkutter frei

Ein dänischer Fischkutter ist vor dem Hafen von List auf Sylt im Schlick festgekommen, da starker Wind ihn in Richtung Land gedrückt hatte.

Ein kleines Segelboot mit stark geneigtem Mast kämpft in rauer See bei dichtem Nebel. Die Wellen sind hoch und unruhig, das Wasser wirkt dunkel und aufgewühlt. Im Vordergrund ist ein Teil eines größeren Schiffs mit weißem Geländer und rotem Rand zu sehen, von dem aus das Foto aufgenommen wurde.. Zur Seite: Einhandsegler aus Lebensgefahr gerettet

Bei Sturm und Schneeschauern sind Marineflieger und Seenotretter bei Helgoland einem norwegischen Segler in Lebensgefahr zu Hilfe gekommen.

Zur Seite: Marineflieger und Seenotretter gemeinsam im Einsatz für verletzten Lotsen

Marineflieger und Seenotretter sind am 3. Januar 2026 einem schwer verletzten Lotsen auf der Außenweser zu Hilfe gekommen. Der Mann war an Bord des Lotsenstationsschiffes „Weser“ gestürzt.

Eine junge Seenotretterin steuert von einem Außenfahrstand ein Tochterboot. Sie blickt nach hinten und spricht dabei in einen Funkhörer.

Das Seenotretter-Logbuch

Unsere Informationen kommen per Funk.
Ihre mit einem Newsletter.

Wir informieren Sie monatlich über Neuigkeiten aus unserer Arbeit. Dazu zählen Einsatzberichte, Veranstaltungstermine und Geschichten aus dem Bordalltag.