Motorboot mit Wassereinbruch auf Außenweser - Fischer verhindern Untergang

Eine dreiköpfige Familie hat am Dienstagmittag, 3. Juni 2025, „Mayday“ gefunkt – akute Lebensgefahr. Auf der Außenweser hatte ihr Motorboot einen Wassereinbruch erlitten und drohte zu sinken. Mehrere Fischkutter eilten zu Hilfe und sicherten das Boot, bis der in Bremerhaven stationierte Seenotrettungskreuzer HERMANN RUDOLF MEYER der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Boot und Besatzung übernehmen und sicher in den Hafen bringen konnte. 

Vier Fischkutter unterstützten die Rettungsmaßnahmen der Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN und HERMANN RUDOLF MEYER.

Das havariere Motorboot wird gesichert von den Fischkuttern “Odin” und “Triton” und dem Seenotrettungskreuzer HERMANN RUDOLF MEYER (DGzRS-Station Bremerhaven, links im Bild). Im Vordergrund zu sehen: Das Tochterboot JOHANN FIDI des Seenotrettungskreuzers BERNHARD GRUBEN (Station Hooksiel)

Gegen 11.30 Uhr erreichte ein klarer Funkspruch über den internationalen Not- und Anrufkanal UKW 16 die Rettungsleitstelle See der DGzRS, das MRCC Bremen (=maritime rescue co-ordination centre): Der Skipper eines rund zehn Meter langen Motorbootes sendete „Mayday“ – in der Seefahrt der Ausdruck für eine akut lebensgefährliche Situation.

Auf der Außenweser, rund fünf Seemeilen (ca. 9,2 Kilometer) nordöstlich der Vogelschutzinsel Mellum, hatte das Boot aus ungeklärter Ursache Wassereinbruch erlitten. Dieser ließ sich mit einer an Bord befindlichen Lenzpumpe nicht stoppen. So drohte das Boot mitsamt einer dreiköpfigen Familie aus Niedersachsen zu sinken.

Die Rettungsleitstelle See alarmierte umgehend die Seenotrettungskreuzer HERMANN RUDOLF MEYER (DGzRS-Station Bremerhaven) und BERNHARD GRUBEN (Station Hooksiel), die nur Minuten später ausliefen und den Unfallort ansteuerten. 

Gleichzeitig baten die Einsatzleiter vier im Seegebiet fahrende Fischkutter um Unterstützung. Diese hatten zum Teil bereits über Funk mitgehört und liefen das havarierte Boot an, wo die ersten von ihnen eine halbe Stunde nach dem Notruf eintrafen. Mit Hilfe von weiteren Lenzpumpen, die zwei der Fischkutter auf das havarierte Motorboot übergaben, gelang es, den Wassereinbruch unter Kontrolle zu halten. 

Gegen 12.30 Uhr erreichten die beiden Seenotrettungskreuzer den Havaristen. Die HERMANN RUDOLF MEYER ging längsseits am Boot. Vater, Mutter und der 5-jährigen Tochter ging es den Umständen entsprechend gut. Der Seenotrettungskreuzer nahm das Boot längsseits in Schlepp, um unterwegs schnell eingreifen zu können, falls sich die Lage wieder verschlechtert hätte. Dem war nicht so – gegen 16.45 Uhr trafen die Seenotretter und die Schiffbrüchigen daher wohlbehalten in Bremerhaven ein. 

Der glückliche Ausgang der Havarie ist in nicht unerheblichem Maße den Besatzungen der Fischkutter „Triton“, „Odin“ und „Magellan“ aus Greetsiel und „Erika“ (Heimathafen: Norddeich/Nds.) zu verdanken. Durch ihr Eingreifen konnte das Sinken des Motorbootes vermutlich verhindert werden.

Zur Einsatzzeit herrschten südliche Winde mit vier Beaufort (bis zu 28 km/h) und eine Wellenhöhe von etwa 0,75 Meter.

Heck des Seenotrettungskreuzer Bernhard Gruben

Der Seenotrettungskreuzer HERMANN RUDOLF MEYER liegt längsseits am havarierten Motorboot. So wurde es schließlich auch nach Bremerhaven geschleppt.

Foto: Die Seenotretter – DGzRS/Matthias Schäfer

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