Fahrgastschiff läuft mit mehr als 100 Kindern an Bord auf Grund

Die Seenotretter haben im niedersächsischen Wattenmeer zwischen den ostfriesischen Inseln Spiekeroog und Wangerooge am Donnerstag, 22. September 2022, ein festgekommenes Fahrgastschiff mit 137 Menschen an Bord freigeschleppt, darunter mehr als 100 Kinder. Diese mussten dort bei zunächst ablaufendem Wasser insgesamt viereinhalb Stunden ausharren, bevor die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes FRITZ THIEME/Station Wangerooge der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Schiff und Passagiere aus der misslichen Lage befreien konnte.

Seenotrettungsboot FRITZ THIEME schleppt festgekommenes Fahrgastschiff wieder frei.

Die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Station Wangerooge schleppen mit dem Seenotrettungsboot FRITZ THIEME ein festgekommenes Fahrgastschiff frei.

Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 15 Uhr meldete sich der Kapitän des Ausflugsschiffes „Jens Albrecht III“ bei der von der DGzRS betriebenen deutschen Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen: Das rund 26 Meter lange Schiff war bei ablaufendem Wasser am Rand des Harlefahrwassers etwa eine Seemeile (rund zwei Kilometer) südsüdwestlich von Wangerooge festgekommen. Aus eigener Kraft konnte die Besatzung es nicht mehr befreien.

Sofort alarmierte die Rettungsleitstelle See die freiwilligen Seenotretter der Station Wangerooge, die wenig später beim Fahrgastschiff eintrafen. Dieses lag allerdings bereits südlich der Tonne H11 so hoch auf einer Sandbank, dass das Seenotrettungsboot FRITZ THIEME es nicht mehr freischleppen konnte. Die Seenotretter mussten auf die steigende Tide warten. Nachdem sie sich überzeugt hatten, dass es allen an Bord gut ging, blieben Besatzung und Passagiere auf der „Jens Albrecht III“. Auch weil für sie bei ruhiger See und südlichen Winden bis zu zwei Beaufort (elf km/h) keine Gefahr bestand.

Gegen 19.25 Uhr übergaben die freiwilligen Seenotretter schließlich eine Schleppleine an den Havaristen. Mit der ganzen Kraft seiner 380 PS starken Maschine taute das Seenotrettungsboot an. In mehreren Anläufen gelang es, das Ausflugsschiff ins tiefere Fahrwasser zu schleppen. Anschließend setzte die „Jens Albrecht III“ ihre Fahrt aus eigener Kraft fort.

Ohne Deine Spende geht’s nicht!

Aktuelle Seenotfälle
Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE in voller Fahrt auf der Ostsee. Zur Seite: Maschinenraumbrand auf Windparkschiff in der Ostsee – Seenotretter koordinieren Einsatz

Nach einem Brand im Maschinenraum hat ein deutsches Windparkschiff in der Ostsee sicher den dänischen Hafen Klintholm erreicht. Alle zehn Menschen an Bord blieben unverletzt.

Am Rand zu erkennen: Ein Seenotrettungsboot. Im Hintergrund die Steilküste von Rügen, davor das Meer. Zur Seite: Seenotretter und Feuerwehr retten im Kreideschlamm eingesunkene Wanderer von Steilküste

Die Seenotretter der Station Sassnitz der DGzRS haben gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz einen Mann und eine Frau vom Strand unterhalb der Kreidefelsen des Nationalparks Jasmund gerettet.

Der Rücken eines Wals ist im Wasser sichtbar, im Hingergrund ein Seenotrettungskreuzer. Zur Seite: Seenotretter helfen bei Befreiung von gestrandetem Wal

Zuständige Gemeinde Timmendorfer Strand leitet Rettungsaktion und bittet DGzRS um Amtshilfe.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

Unsere Informationen kommen per Funk.
Ihre mit einem Newsletter.

Wir informieren Sie monatlich über Neuigkeiten aus unserer Arbeit. Dazu zählen Einsatzberichte, Veranstaltungstermine und Geschichten aus dem Bordalltag.