25.07.2020

Arbeitsreicher Tag für die freiwilligen Seenotretter der Station Schleswig – Segler retten Segler aus dem Wasser

Die Schlei darf als Wassersportrevier nicht unterschätzt werden – dies zeigt sich immer wieder bei den Einsätzen der Station Schleswig der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Gestern, am 24. Juli 2020, wurden die freiwilligen Seenotretter gleich drei Mal alarmiert.

Drei Segler waren von einer gekenterten Segeljolle (Bild) ins Wasser gestürzt.

Eine Segelyacht meldete um 18.43 Uhr die Sichtung von drei Personen im Wasser an einer gekenterten Jolle in der Nähe von Haddeby. Die WALTER MERZ lief mit drei Seenotrettern an Bord nur zehn Minuten später aus.

Zwischenzeitlich gelang es der Besatzung der Segelyacht, die drei Männer (58, 62 und 72) aus dem Wasser zu retten. „An ein gekentertes Schiff im Wasser heranzufahren, wenn Segel und Leinen im Wasser sind, und drei unterkühlte Menschen an Bord zu hieven, ist nicht einfach. Die Crew der Segelyacht hat sich seemannschaftlich erstklassig verhalten!“ so Frank Tapper, stellvertretender Vormann der Station Schleswig.
Sicherheitshalber übernahmen die Seenotretter die drei Schiffbrüchigen von der Segelyacht und leiteten sofort die medizinische Erstversorgung ein. Alle drei waren unterkühlt, aber ansonsten unverletzt. Sie konnten an Land in die Obhut ihrer Familien und Segelkameraden gegeben werden.
Unklar ist, wie lange die drei Männer im Wasser waren. Ihre Jolle war bei leichtem Wind gekentert. Wie die Seenotretter feststellten, war ein Aufrichten der Jolle durch die Segler selbst im Wasser nicht möglich gewesen – die Auftriebskörper waren voll Wasser gelaufen. Die WALTER MERZ schleppte das Boot an Land.
Für die Seenotretter der Station Schleswig war dies die dritte Alarmierung an diesem Tag. Zunächst war ein Segelboot in der Nähe der Lindaunis-Brücke festgekommen. Ein zusätzlicher Motorschaden machte die Unterstützung der Seenotretter unumgänglich. Während des Einsatzes traf eine weitere Alarmierung ein: Bei Haddeby wurden Kinder im Wasser gemeldet. Sofort wurde der Einsatz für das festgekommene Boot abgebrochen, da ihre Besatzung sich zwar in einer misslichen Lage, jedoch nicht in Gefahr befand. Glücklicherweise konnten die Kinder noch während der Fahrt nach Haddeby durch andere Rettungskräfte in Sicherheit gebracht werden, und die Seenotretter kehrten zum ersten Einsatz zurück.
Das Segelboot wurde freigeschleppt und sicher in den Hafen gebracht. Die Besatzungsmitglieder der WALTER MERZ waren gerade erst wieder zuhause eingetroffen, als die erneute Alarmierung für die drei schiffbrüchigen Jollensegler eintraf.
Zum Zeitpunkt des Einsatzes herrschte Wind mit zwei bis drei Beaufort (bis 19 km/h). Die Wassertemperatur in der Schlei beträgt derzeit etwa 19 Grad Celsius.

AKTUELLE SEENOTFÄLLE

Am Rand zu erkennen: Ein Seenotrettungsboot. Im Hintergrund die Steilküste von Rügen, davor das Meer. Zur Seite: Seenotretter und Feuerwehr retten im Kreideschlamm eingesunkene Wanderer von Steilküste

Die Seenotretter der Station Sassnitz der DGzRS haben gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz einen Mann und eine Frau vom Strand unterhalb der Kreidefelsen des Nationalparks Jasmund gerettet.

Der Rücken eines Wals ist im Wasser sichtbar, im Hingergrund ein Seenotrettungskreuzer. Zur Seite: Seenotretter helfen bei Befreiung von gestrandetem Wal

Zuständige Gemeinde Timmendorfer Strand leitet Rettungsaktion und bittet DGzRS um Amtshilfe.

Nächtliche Szene auf dem Wasser: Im linken Vordergrund ist die Steuerbordseite des Tochterbootes Notarius zu sehen, dessen grünes Positionslicht sowie Hafenbeleuchtung auf dem rot-weißen Lack reflektiert. Die Lichter des Hafens spiegeln sich zudem farbig im dunklen Wasser. In der Bildmitte, etwa 50 Meter vor dem Tochterboot, sieht man das Heck eines nur spärlich durch Notbeleuchtung beleuchteten Schiffes – des Havaristen. Ganz schwach ist darauf der Schriftzug „Kalkgrund“ zu erkennen. Die Wellen kräuseln sich leicht hinter dem Havaristen, der auf den Hafen zusteuert.. Zur Seite: Seenotretter im Einsatz für Wachschiff mit Maschinenproblemen

In der Nacht zum Donnerstag, 19. März 2026, sind die Seenotretter einem Wachschiff der Offshore-Windindustrie mit Maschinenproblemen östlich von Rügen zu Hilfe gekommen.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

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