24.01.2018

Neubau mit Höchstmaß an Sicherheit

Die Sicherheit der Seenotretter bei ihren gefahrvollen Einsätzen hat für die DGzRS seit jeher oberste Priorität. Die Bauaufsicht der DGzRS begleitet jeden Neubau sehr eng, und die Qualitätskontrollen der Werft sind besonders streng. Von den Seenotrettern abgenommen wird nur, was höchsten Ansprüchen für Einsätze auch unter extremen Bedingungen genügt.

Änderungen und Korrekturen sind beim technisch außerordentlich anspruchsvollen Spezialschiffbau für Seenotretter nichts Ungewöhnliches. Die Rettungseinheiten sind keine Schiffe „von der Stange“. Ein enges Qualitätskontrollnetz stellt sicher, dass sie so gebaut werden, wie es die Fachleute der DGzRS vorgegeben und die Konstrukteure der Werft geplant haben.

SK 39 beweist dies. Seine geplante Ablieferung wird sich verzögern, weil nach Beplankung des filigranen Netzspantengerüstes Schweißnähte entdeckt wurden, die den höchsten Ansprüchen der Seenotretter und der Werft nicht genügen. „Schweißnähte mit besten Eigenschaften sind für die Festigkeit des Rumpfes entscheidend“, erläutert DGzRS-Inspektor Holger Freese. Seenotrettungskreuzer fahren schließlich oft gerade dann raus, wenn andere reinkommen. Sie müssen auch harte Grundberührungen schadlos überstehen.

Für die DGzRS, aber auch für die Fassmer-Werft kommen Kompromisse nicht infrage. „Anderenfalls wären wir weder den Erwartungen der Seenotretter noch unseren eigenen Qualitätsansprüchen gerecht geworden. Wir haben deshalb die betroffenen Teile des Kaskos erneuert, sagt Werftchef Harald Fassmer. „Die DGzRS ist ihren Besatzungen gegenüber verpflichtet, für ihren optimalen Schutz zu sorgen. Und wir sind verpflichtet, für diesen ganz besonderen Einsatzzweck nur Schiffe allerbester Qualität zu bauen“, sagt Fassmer.

Voraussichtlich in der zehnten Kalenderwoche wird der Rumpf erneut gedreht. Da das Deckshaus bereits parallel gebaut wurde, kann es dann direkt aufgesetzt werden. Der Ausbau des Kaskos schließt sich an.

Die nächste Einheit der 20-Meter-Klasse mit der internen Bezeichnung SK 39 ist für die Schleimündung mit Liegeplatz in Olpenitz vorgesehen – die DGzRS teilt ihre bisherige Doppelstation Maasholm. Der mit Festangestellten besetzte Seenotrettungskreuzer liegt dann im neuen Yachthafen Olpenitz. Das ebenfalls in Maasholm stationierte Seenotrettungsboot, das von Freiwilligen gefahren wird, hat seinen Liegeplatz auch künftig im dortigen Fischereihafen.

Der neue Seenotrettungskreuzer SK 39 wird ein Schwesterschiff der bereits im Dienst befindlichen Einheiten EISWETTE/Station Nordstrand (Baujahr 2009), EUGEN/Station Norderney (2009), THEODOR STORM/Station Büsum (2011), PIDDER LÜNG/Station List (2013) und BERTHOLD BEITZ/Station Greifswalder Oie (2017). Wie alle Schiffe der DGzRS wird er als Selbstaufrichter konstruiert.


27.07.2017

Einmal drehen, bitte!

Ein Käfer auf dem Rücken kommt aus eigener Kraft genauso wenig vorwärts wie ein kieloben liegender Seenotrettungskreuzer-Neubau. Deshalb müssen die Schiffbauer der Fassmer-Werft den Rumpf nach dem Beplanken einmal um 180 Grad drehen. (Fotos: Martin Stöver)

 

 


29.06.2017

Sicher verschweißt

Bald ist seine Alu-Außenhaut komplett: Es fehlen nur noch wenige Schweißnähte hier und ein paar Leichtmetallbleche dort. Dann ist es soweit: Die Schiffbauer drehen den Rumpf des modernsten Seenotrettungskreuzers auf den Kiel. (Fotos: Martin Stöver)


22.05.2017

Gut gerüstet

Für die Festigkeit von SK 39 sorgen die vielen Längs- und Querspanten, aus denen sich das engmaschige Netzspantengerüst zusammensetzt. Darauf befestigen die Schiffbauer im nächsten Arbeitsschritt die Aluminiumplanken. (Fotos: Martin Stöver)


24.03.2017

SK 39 offiziell auf Kiel gelegt

Für Andrea Vogt ist es eine ganz besondere Aufgabe gewesen: Einer Schiffbautradition folgend, legte die Justiziarin der Seenotretter am 24. März 2017 in eine Rumpfsektion des neuen Seenotrettungskreuzers SK 39 eine Münze ein. Das Geldstück soll den Schiffbauern, aber auch der künftigen Besatzung Glück verheißen. Zur Kiellegung von SK 39 führte Andrea Vogt den letzten Willen der Erblasserin aus, deren Nachlass den jüngsten Neubau für das Revier an der Schleimündung finanziert.

„Zuwendungen aus Nachlässen sind nicht nur ein ganz wesentlicher Bestandteil der Finanzierung der Seenotretter. Sie sind auch ein sehr großer Vertrauensbeweis“, sagte Vogt bei der traditionellen Zeremonie auf der Werft Fr. Fassmer in Berne an der Unterweser.

Mit großer Kompetenz und jahrzehntelanger Erfahrung begleitet sie Menschen, die ihren Nachlass zugunsten der Seenotretter regeln möchten. Und sie sorgt dafür, dass nach dem Tod alles genau so umgesetzt wird, wie es sich der Verstorbene gewünscht hat. „Wir kümmern uns um das Erbe, als wenn es ein Trauerfall in der eigenen Familie wäre, sorgfältig, zuverlässig und absolut vertraulich. Das ist meine tägliche Arbeit. Den traditionellen symbolischen Baubeginn einer neuen Rettungseinheit selbst vorzunehmen, ist hingegen auch für mich etwas sehr Besonderes.“ Auch die eingelegte Münze, ein „Bremer Groten“ von 1840, stammt aus einem Nachlass zugunsten der Seenotretter.

Fotos (außer 7): Martin Stöver


Werft-Tagebuch
SK 39