29.08.2020

Aufgaben und Zuständigkeiten der SEENOTLEITUNG (MRCC) BREMEN

Das Schiff „Louise Michel“, das nach einer Rettungsaktion im zentralen Mittelmeer am Freitag, 28. August 2020, aus mehreren Booten rund 100 Menschen an Bord genommen hat, ist seither kontinuierlich in Kontakt mit der SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Die SEENOTLEITUNG BREMEN war bereits gestern Abend mehrfach mit RCC Malta in Kontakt. RCC Malta hat dem MRCC BREMEN gegenüber erklärt, dass ein Schiff zur „Louise Michel“ geschickt wird. Diese Information hat MRCC BREMEN so an die „Louise Michel“ weitergegeben. Außerdem hat MRCC BREMEN das Auswärtige Amt informiert. MRCC BREMEN ist per E-Mail und telefonisch mit der „Louise Michel“ in Kontakt gewesen.

MRCC BREMEN ist die zuständige Rettungsleitstelle für die Koordinierung von Such- und Rettungsmaßnahmen in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Darüber hinaus ist MRCC BREMEN Ansprechpartner für deutsche Schiffe auf allen Weltmeeren, um bei etwaigen Problemen auf hoher See an die zuständigen Stellen zu vermitteln.

MRCC BREMEN hat weltweit keine Weisungsbefugnis gegenüber Fahrzeugen und Rettungsleitstellen. Außerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereiches informiert es die zuständige Rettungsleitstelle über einen Notruf. Verbindliche Grundlage für die Koordinierung von Seenotfällen durch MRCC BREMEN sind das Internationale Übereinkommen zur Seenotrettung (SAR-Übereinkommen) und das International Aeronautical and Maritime Search and Rescue (IAMSAR) Manual in seiner gültigen Fassung.

In Fällen, in denen MRCC Bremen Kenntnis über Notfälle im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Migranten erhält, wird zusätzlich zu allen erforderlichen Maßnahmen ein erweiterter Kreis informiert. Entsprechende Lagen in den derzeit vermehrt vorkommenden Fällen im zentralen Mittelmeer können aufgrund nationaler Souveränität durch eine örtlich nicht zuständige Rettungsleitstelle nicht geklärt werden. Hierzu bedarf es Lösungen im Rahmen der Migrationspolitik.

AKTUELLE NEUIGKEITEN

Hubschrauber und Seenotrettungskreuzer, ein Mann an einem Windenseil. Zur Seite: Großübung der Seenotretter in der Eckernförder Bucht erfolgreich abgeschlossen

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat vom 16. bis 19. September 2026 die SAREx Eckernförde 2026 (Search and Rescue Exercise) - eine große Such- und Rettungsübung - durchgeführt. Neun DGzRS-Einheiten sowie Schiffe und Hubschrauber von Partnerorganisationen waren im Einsatz.

Eine Person auf einer Trage wird von Seenotrettern von einem Schiff auf einen Seenotrettungskreuzer übergeben. Zur Seite: Seenotretter trainieren komplexe Rettungseinsätze auf der Ostsee

DGzRS richtet mehrtägige Such- und Rettungsübung vor Eckernförde aus

Besucherinnen und Besucher stehen bei sonnigem Wetter in einer Warteschlange vor einem Seenotrettungskreuzer im Hafen. Der Schiffsname Nis Randers ist gut sichtbar am Aufbau angebracht. Im Hintergrund sind Hafenanlagen und Boote zu erkennen, darüber ein klarer blauer Himmel mit wenigen Wolken.  . Zur Seite: DGzRS begeht erfolgreich ihren Tag der Seenotretter 2026

Rund 40.000 Besucher auf Stationen an Nord- und Ostsee besuchen Seenotrettungskreuzer und Seenotrettungsboote, informieren sich beim Open Ship aus erster Hand über die Arbeit der Seenotretter und kommen mit den Besatzungen ins Gespräch.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See

Das Seenotretter-Logbuch

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