Knuffige Marienkäfer füllen Sammelschiffchen

Bunte Windspiele tanzen auf dem Strand von Baltrum – und sammeln dabei Spenden für die Seenotretter. Hinter der Aktion steckt Martin Leßmann, ein Drachenliebhaber aus Bochum.

Oben auf einer rot-weiß gestreiften Stange ist ein DGzRS-Sammelschiffchen angebracht, daran hängt ein Drachen mit einem freundlich lächelnden Gesicht, welches zu Spenden für die Seenotretter animiert, deren Logo unter dem Text zu finden ist. Im Hintergrund sind das Meer, bunte Drachenketten sowie viele kleine Drachen in Marienkäferform im Sand liegend zu sehen.

Farbenfrohe Helfer: Marienkäfer am Strand begeistern Urlauber – und bringen Spenden.

Foto: Michaela Khandani – www.hadyphoto.de

Kleine, mittlere und ein großer Marienkäfer hüpfen als niedliche Farbtupfer am Strand von Baltrum. Die Nordseebrise bläst sie auf, bewegt sie sanft auf dem Boden hin und her. Über ihnen flattern bunte Windspielgirlanden. Urlauber bleiben an diesem 17. Juni stehen, schauen sich ganz beseelt das farbenprächtige Spektakel an. „, Boah, ist das schön‘, haben manche zu mir gesagt“, wird Martin Leßmann einige Tage später erzählen. Da ist der Bochumer längst wieder mitten im Pott und kümmert sich um seine Baufirma. 

Das Staunen über das bunte Schauspiel auf Baltrum bleibt an jenem Dienstag nicht folgenlos: Kinder und Erwachsene stecken Münzen oder schieben aufgerollte Scheine in das aufgestellte Sammelschiffchen – manche nutzen auch die digitalen Zahlungswege. Die Spendendose steht auf einer Platte, die auf einem rot-weiß geringeltem Stock befestigt ist. Daran hängt ein kleiner Drache, der mit einem einladenden Satz dezent um Geld für die Seenotretter bittet – mit großem Erfolg. „Irre, wie viel zusammengekommen ist“, freut sich Martin Leßmann. 420 Euro zählt er nach einigen Tagen. „Mir hat die Aktion riesigen Spaß gemacht, sie war ein tolles Erlebnis.“ Der 65-Jährige will sie beim nächsten Besuch auf der ostfriesischen Insel auf jeden Fall wiederholen – und bis dahin ist es gar nicht mehr lange hin. 

Denn Martin Leßmann ist seit seiner Kindheit regelmäßig auf Baltrum. Die Düneninsel ist jedoch schon viel länger Teil der Familiengeschichte: Bereits vor fast 100 Jahren verbringt seine Mutter dort als junges Mädchen erstmals ihren Urlaub. Es ist der Beginn einer bis heute währenden Tradition. Diese führt den Handwerksmeister auch mit seiner heutigen Frau zusammen: Beide lernen sich auf Baltrum kennen – und lieben. 

Auch seine Begeisterung für Drachen hat dort seinen Ursprung: Wegen einer Hautkrankheit raten ihm Ärzte Mitte der 1980er-Jahre, sich nach dem Baden im salzigen Nordseewasser von der Sonne trocknen zu lassen. Das hilft. Doch den damals 26-Jährigen langweilt es, beschäftigungslos im Sand zu sitzen. Er kauft sich seinen ersten Drachen, lässt ihn steigen und kommt nicht mehr von den bespannten Gestellen los – bis heute. 

Bei seinen vielen Aufenthalten an der Nordsee wird Martin Leßmann auch auf die Seenotretter aufmerksam. Als Junge steht er bei Werbetagen am Ufer, schaut sich begeistert die Rettungsübungen an. Manchmal sieht er die Freiwilligen zu einem Einsatz auslaufen. Besonders einer hat sich bei ihm tief eingeprägt: Vor etwa vier Jahren sank eine Segelyacht zwischen Baltrum und Langeoog. Zwei der drei jungen Segler konnten bei schwerem Seegang gerettet werden, für den dritten kam jede Hilfe zu spät. „Bei dem Gedanken daran bekomme ich noch heute eine Gänsehaut“, sagt er leise. 

Es beeindruckt ihn nachhaltig, wie die Seenotretter trotz aufgewühlter See mit Wellenhöhen bis zu vier Metern alles versuchen, die Schiffbrüchigen lebend an Land zu bringen. Seitdem ist er regelmäßiger Förderer – mit seiner Spendenaktion möchte er zusätzlich helfen. Und so kann es sein, dass in nächster Zeit häufiger knuffige Marienkäfer für die gute Sache auf dem Strand der ostfriesischen Insel im Wind hüpfen.

Oben auf einer rot-weiß gestreiften Stange ist ein DGzRS-Sammelschiffchen angebracht, daran hängt ein Drachen mit einem freundlich lächelnden Gesicht, welches zu Spenden für die Seenotretter animiert, deren Logo unter dem Text zu finden ist. Im Hintergrund sind das Meer, bunte Drachenketten sowie viele kleine Drachen in Marienkäferform im Sand liegend zu sehen.
Mit einem Lächeln für den guten Zweck: Ein kleiner Drache bittet um Geld für die Seenotretter. | Foto: Michaela Khandani – www.hadyphoto.de
Ein Mann steht am Strand neben einem auf einer rot-weiß gestreiften Stange angebrachten DGzRS-Sammelschiffchen. Auf dem Sand hinter ihm liegen viele kleine Drachen in Marienkäferform. Im Hintergrund sind das Meer und weitere bunte Drachenketten zu sehen. Mit dieser Aktion sammelt er Spenden zugunsten der Seenotretter.
Wiederholung geplant: Martin Leßmann aus Bochum will seine erfolgreiche Aktion auf Baltrum auf jeden Fall fortsetzen. | Foto: Privat

Sie wollen die Seenotretter auch unterstützen?

Dann spenden Sie online oder per Überweisung auf unser Spendenkonto: Sparkasse Bremen, BIC: SBREDE22, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16.

AKTUELLE DANKMELDUNGEN

Mehrere Personen in maritimen Fischerhemden stehen vor und auf dem Deck eines Fischkutters. Dieser ist herbstlich dekoriert mit Weißkohlkisten, Strohballen und Kürbissen. Der Himmel ist blau bei strahlendem Sonnenschein.. Zur Seite: Reichlich Kohl(e) für die Seenotretter

2.550 Euro: Verein Museumshafen am Warder unterstützt erneut mit dem Erlös der „Maritimen Kohltage“.

Selfie von zwei Personen vor einem rot-weiß gestreiften Leuchtturm auf einer grünen Deichlandschaft. Neben dem Leuchtturm stehen zwei Häuser, auf der Wiese davor grasen Schafe unter einem leicht bewölkten Himmel.. Zur Seite: Ein Vermächtnis der Großeltern lebt weiter

Wertvolle Spende als Zeichen von Anerkennung und emotionaler Verbindung

Zwei Personen stehen in der Lobby eines Gebäudes vor einer Glasfront und reichen sich die Hand. Die Person rechts hält einen großen symbolischen Spendenscheck über 2.150 Euro vor sich. Die Person links trägt rote Seenotretter-Dienstkleidung.. Zur Seite: Auf dem Grün für die Seenotretter

Firma Endress+Hauser sammelt erneut bei Charity-Event und übergibt stolze Spendensumme an DGzRS.

Eine junge Seenotretterin steuert von einem Außenfahrstand ein Tochterboot. Sie blickt nach hinten und spricht dabei in einen Funkhörer.

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