Seebär im Gespräch

Seebär beantwortet Fragen, die Kinder uns oft stellen. Vielleicht ist Deine auch dabei. Wenn nicht, schreibe uns eine E-Mail an info@seenotretter.de, oder bitte Deine Eltern, uns Deine Frage zu schicken.

Seebär, wer sind die Seenotretter?

Ganz einfach: Wer an Land in Not ist und Hilfe braucht, ruft die Polizei, die Feuerwehr oder einen Rettungswagen. Und auf dem Meer? Dort ruft man uns – die Seenotretter.

Seenotrettungskreuzer in stürmischer See
Foto: ypscollection.de

Wann werdet Ihr alarmiert?

Wir werden immer dann alarmiert, wenn Seeleute, Fischer oder Wassersportler in Seenot sind oder sie sich auf dem Meer in großer Gefahr befinden. Ein Segler kann ins Wasser gestürzt sein, ein Fischkutter droht zu sinken oder ein Motorboot lässt sich nicht mehr steuern. Auch kümmern wir uns um Verletzte und Kranke. Wir fahren immer dann raus auf die Nord- und Ostsee, wenn jemand auf See in Not ist – und das mehrmals am Tag.

Seenotrettungskreuzer und Seenotrettungsboot sichern ein havarierten Kutter
Foto: ypscollection.de

Wie läuft ein typischer Einsatz ab?

Jeder Einsatz ist anders – wir sind auf alles vorbereitet. Zuerst erfahren meist unsere Wachleiterinnen und Wachleiter in unserer Rettungsleitstelle – der SEENOTLEIUNG BREMEN – von einem Notfall auf See. Sie alarmieren sofort die Station und deren Besatzungen, die als erstes vor Ort sein kann.

Und dann: Leinen los, Hebel auf den Tisch – also Vollgas geben – und schnellsten mit einem Seenotrettungskreuzer oder -boot zur Unglücksstelle fahren.

Seenotretter schaut angelehnt an Deck seines Schiffes mit einem Fernglas in die Ferne
Foto: Steven Keller

Wenn beispielsweise ein Seemann über Bord gegangen ist, suchen wir die Wasseroberfläche mit Hilfe von Ferngläsern ab. Es ist nicht leicht, einen im Wasser treibenden Menschen zu entdecken. Denn das Meer ist weit und der Mensch darin ganz klein. Wenn wir den Schiffbrüchigen gefunden haben, nehmen wir ihn an Bord. Dort können wir ihn genauso wie in einem Rettungswagen an Land versorgen. Anschließend bringen wir den Seemann in den nächsten Hafen, damit er in ein Krankenhaus gefahren werden kann.

Die "ERNST MEIER-HEDDE" umgeben von Spritzwasser auf hoher See
Foto: ypscollection.de

Wo ist eigentlich das Einsatzgebiet der Seenotretter?

Die Seenotretter sind auf Nord- und Ostsee klar zum Einsatz – rund um die Uhr und bei jedem Wetter. Selbst bei Orkan sind wir draußen auf See, wenn jemand in Not ist, und kämpfen uns mit unseren Rettungsschiffen durch die meterhohen Wellen. Damit wir überhaupt rausfahren können, sind wir auf die Hilfe möglichst vieler Menschen angewiesen. Denn ausschließlich mit ihren Spenden bezahlen wir unsere modernen Schiffe und unsere sichere Schutzausrüstung wie Rettungsweste und Helm.

Ein Seenotrettungskreuzer entsteht

Es ist viel komplizierter, ein Schiff zu bauen als zum Beispiel einen Lastwagen. Denn eine Werft baut nur sehr wenige ähnliche Schiffe. Auch dauert es sehr lange – fast ein ganzes Jahr – bis ein 28 Meter langer Seenotrettungskreuzer fertig ist. Er besteht komplett aus Aluminium. Die Bilder zeigen die wichtigsten Schritte vom Baubeginn bis zum ersten Einsatz.

Illustration einer Hand, die eine Münze in eine Vorrichtung steckt

Kiellegung

Um die Arbeit einfacher zu machen, wird der untere Teil des neuen Seenotrettungskreuzers, der Rumpf, am Anfang über Kopf gebaut. Der Teil des Rumpfes, der später unter Wasser ist, ist anfangs oben. So können die Arbeiter auf der Werft die Außenhaut besser auflegen und miteinander verschweißen. Eine Münze, die der Besatzung Glück bringen soll, wird in eine spezielle Öffnung gelegt. Diese Stelle verschließt ein Arbeiter mit einer Platte. Auf ihr steht die Baunummer der Werft für diesen Neubau (N. B.).

Illustration eines Krans im Hafen, der ein Boot in das Wasser hebt

Drehen des Rumpfes

Wenn ein Schiff im Wasser ist, dann liegt der Kiel unten. So nennt man den Teil, der das Schiff ganz unten am Rumpf von vorne bis hinten verbindet. Vom Kiel gehen sogenannte Spanten ab – sie sind so etwas Ähnliches wie Rippen und das Gerüst des Schiffes. Damit das Schiff im Wasser schwimmen kann, muss das Gerüst wasserdicht sein. Dafür bringen die Arbeiter große Platten aus Aluminium an. Das ist einfacher, wenn der Seenotrettungskreuzer-Rumpf falsch herum steht. Wenn alle Platten angebracht sind, muss der Rumpf mit Autokranen gedreht werden.

Illustration eines Schiffsbaus. Bootshaus wird auf den Schiffsrumpf mit einem Kran gehoben

„Hochzeit“

Fast fünf Monate lang haben die Schiffbauer an Rumpf und Deckshaus gearbeitet. Jetzt müssen die beiden großen Teile miteinander verschweißt werden. Das nennt man „Hochzeit“, weil Rumpf und Deckshaus für immer fest verbunden werden.

Illustrationen der Schritte des Schiffsbaus

Ein Haus fürs Schiff

Wenn die Arbeiter auf der Werft alle Teile zusammengebaut haben, stellen sie rund um das Schiff ein Gerüst auf. Bevor sie es mit den typischen Seenotretter-Farben anmalen, umhüllen sie das Schiff mit einer Plane. Sie schützt die Farbe vor Funken von Schleif- oder Schweißarbeiten an anderen Schiffen in der gleichen Werfthalle.

Illustrationen des Schiffsbau. Maschinen werden von Kran in den Maschinenraum des Schiffes gehoben

Einbau der Maschinen

Genauso wie ein Lastwagen, braucht ein Seenotrettungskreuzer auch einen Motor, um Fahren zu können – sogar zwei. Fachleute bauen die beiden Maschinen in den Rumpf ein.

Illustration eines Seenotrettungskreuzers im Einsatz

Probefahrten

Wenn das Schiff fertig ist, muss es viele Tests bestehen. Ein sehr aufregender Moment für alle, die an dem Seenotrettungskreuzer mitgebaut haben, ist die erste Probefahrt. Dann zeigt sich, ob alles so klappt, wie die Seenotretter und die Schiffbauer es geplant haben.

Illustration einer Schiffstaufe eines Seenotrettungskreuzers im Hafen

Taufe

Bei der Taufe erhält das Schiff seinen Namen. Er wird erst dann verraten. Eine Taufpatin wünscht dem Schiff und der Besatzung „allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“. Anschließend lässt sie eine Sektflasche am Rumpf des Schiffes zerplatzen – auch das soll der Besatzung Glück bringen.

IIllustration eines Seenotrettungskreuzers beim Löschen eines brennenden Bootes auf hoher See

Erster Einsatz

Jetzt ist der Neubau auf seiner Station und klar zum Einsatz. Schiffbrüchige aus Seenot retten, Menschen aus Gefahren befreien, Verletzte und Kranke versorgen, Feuer auf Schiffen löschen – dafür sind die Seenotretter da. Rund um die Uhr und bei jedem Wetter.


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