Liegeplatz in der Antarktis: Sammelschiffchen der Seenotretter auf der Neumayer-Station III

Weiter südlicher geht es kaum: Ein Sammelschiffchen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat seit Kurzem seinen Liegeplatz in der Antarktis auf der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Dort sammelt es Spenden für die Seenotretter auf Nord- und Ostsee.

In der Antarktis überreicht vor dem Forschungsschiff „Polarstern“ ein Mann einem anderen Mann ein Sammelschiffchen der DGzRS.

Übergabe in der Antarktis: Gerhard Frank (l.), DGzRS-Ehrenamtlicher und Bordtechniker auf dem deutschen Forschungseisbrecher „Polarstern“, überreicht Peter Köhler, Expeditionsleiter der Neumayer-Station III 2022/23, vor dem AWI-Flaggschiff ein Sammelschiffchen der Seenotretter auf Nord- und Ostsee.

Foto: Christian Rohleder

Anfang Januar erreichte der deutsche Forschungseisbrecher „Polarstern“ die Neumayer-Station III in der Antarktis. Die Ganzjahresforschungsbasis liegt auf dem Ekström-Schelfeis in der Atka-Bucht am nordöstlichen Ende des Weddellmeeres. Das AWI-Flaggschiff versorgte das Saisonpersonal und das neunköpfige Überwinterungsteam für ihren Aufenthalt mit Treibstoff, Materialien und Nahrungsmitteln.

Eine besondere Fracht hatte „Polarstern“-Bordelektroniker Gerhard Frank dabei: ein Sammelschiffchen der DGzRS. Seit mehr als acht Jahren engagiert er sich ehrenamtlich für die Seenotretter. Er überreichte die markante Spendendose an Peter Köhler, den diesjährigen Expeditionsleiter der Forschungsbasis. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen das Sammelschiffchen als „Phrasenschwein“ nutzen. Wer also ab jetzt am südlichsten Arbeitsplatz Deutschlands eine abgedroschene Redensart verwendet, muss es mit einer Münze oder einem Geldschein beladen.

Über das Sammelschiffchen

Die Sammelschiffchen der Seenotretter gibt es bereits seit 1875. Sie gelten als Deutschlands bekannteste Spendendosen und sind das Symbol für den selbstlosen Einsatz der Besatzungen und für die Unabhängigkeit der DGzRS. Rund 14.000 Einheiten der 32-Zentimeter-Klasse haben in ganz Deutschland – und darüber hinaus – ihre Liegeplätze. Sie tragen jedes Jahr mit 700.000 bis 900.000 Euro dazu bei, dass die Seenotretter immer dann rausfahren können, wenn jemand auf Nord- und Ostsee in Not ist.

AKTUELLE NEUIGKEITEN

Zur Seite: Seenotretter auf Nord- und Ostsee flaggen halbmast für ums Leben gekommene australische Kollegen

Die Dienstflagge der Seenotretter auf Nord- und Ostsee weht am Montag, 15. Juni 2026, halbmast gesetzt. Die DGzRS bringt damit ihr Mitgefühl mit den Angehörigen zweier australischer Kollegen zum Ausdruck, die am Dienstag, 5. Mai 2026, ihr Leben im Einsatz verloren hatten.

Menschen, darunter auch viele Kinder, stehen am Strand und beobachten mehrere Seenotrettungskreuzer und Seenotrettungsboote bei einer Vorführung auf dem Wasser.. Zur Seite: DGzRS lädt zum Tag der Seenotretter 2026 ein

Ihren beliebten Tag der Seenotretter veranstaltet die DGzRS in diesem Jahr am 26. Juli 2026. Auf vielen Rettungsstationen der DGzRS an Nord- und Ostseeküste sind Vorführungen, Übungen und Gespräche geplant.

Der ehrenamtliche Vorstand der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bei der Tagung des beschlussfassenden Gremiums der Seenotretter am 30. Mai 2026 in Hamburg. Zur Seite: Seenotretter tagen in Hamburg

Seenotretter tagen in Hamburg

Michael Ippich zum neuen Vorsitzer der DGzRS gewählt, Ingo Kramer nach 16-jähriger Vorstandsarbeit verabschiedet

Einen neuen ehrenamtlichen Vorstand hat das beschlussfassende Gremium der DGzRS am Sonnabend, 30. Mai 2026, in Hamburg gewählt: Neuer Vorsitzer der Seenotretter ist Kapitän Michael Ippich, stellvertretende Vorsitzer sind Lars Carstensen und Andreas Niemeyer.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See

Das Seenotretter-Logbuch

Unsere Informationen kommen per Funk.
Ihre mit einem Newsletter.

Wir informieren Sie monatlich über Neuigkeiten aus unserer Arbeit. Dazu zählen Einsatzberichte, Veranstaltungstermine und Geschichten aus dem Bordalltag.