22. November 2021

Skipper stürzt bei starkem Seegang – Seenotretter bergen Verletzten von Segelyacht ab

Die Seenotretter der Station Deutsche Bucht/Helgoland sind am Sonntagabend, 21. November 2021, mehrere Stunden lang für den verletzten Skipper einer Segelyacht im Einsatz gewesen. Der Mann benötigte nach einem Sturz an Bord ärztliche Hilfe. Starker Seegang erschwerte die Übernahme des Patienten durch den Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Ein Hubschrauber von NHC Northern Helicopter übernahm den Verletzten schließlich von den Seenotrettern und flog ihn ins Krankenhaus.

Nahe der Insel Minsener Oog konnte der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE bei der Segelyacht längsseits gehen. Die Seenotretter stiegen auf die Yacht über, um dem verletzten Skipper zu helfen.     

Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 18 Uhr meldete sich die Besatzung einer 16 Meter langen Segelyacht bei der SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC= Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS. Die Yacht befand sich zu dieser Zeit rund fünfzehn Seemeilen (etwa 28 Kilometer) nördlich der Insel Langeoog. Ihr 61-jähriger Skipper hatte sich im Brustbereich verletzt und musste medizinisch versorgt werden.

Der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE nahm sofort Kurs auf die Segelyacht. Die Seenotretter alarmierten außerdem einen Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter .

Zur Einsatzzeit herrschten starke Winde um sechs Beaufort (Windgeschwindigkeiten bis ca. 50 km/h) und etwa zweieinhalb Meter Seegang. Diese Bedingungen machten es der Hubschrauberbesatzung unmöglich, medizinisches Personal per Seilwinde auf die Segelyacht abzusetzen („abzuwinschen“). Zu groß waren die Gefahren durch Mast und Takelage des sich im Seegang ständig stark bewegenden Schiffes. Stattdessen übergab der Hubschrauber Notarzt und Notfallsanitäter auf die HERMANN MARWEDE. Das spezielle Hubschrauberarbeitsdeck über dem Heck des Seenotrettungskreuzers ermöglicht ein Abwinschen auch unter erschwerten Bedingungen.

Gegen 19.30 Uhr traf die HERMANN MARWEDE an der Yacht ein. Um angesichts der groben See keinerlei Risiken für Schiff und Besatzung einzugehen, entschieden die Seenotretter, den Havaristen zunächst noch ein Stück bis in die Jademündung zu begleiten, wo mit weniger Seegang zu rechnen war. Der verletzte Skipper war soweit stabil. Während der Reise beriet ein Notfallsanitäter der Johanniter am medizinischen Arbeitsplatz in der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS die Besatzung der Segelyacht durchgängig über Funk.

Unterdessen nahmen die Seenotretter das Mehrzweckschiff „Mellum“ der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in den Einsatz auf.  Für den Fall, dass sich der Gesundheitszustand des Skippers verschlechtern sollte, hätte die deutlich größere „Mellum“ der HERMANN MARWEDE gegebenenfalls Lee geben, also für Windschutz sorgen können.

Der Verletzte blieb jedoch glücklicherweise weiterhin stabil. Nach Erreichen der Jademündung nahm die Wellenhöhe deutlich ab. Auf Höhe der Insel Minsener Oog gingen die Seenotretter bei der Yacht längsseits. Gemeinsam mit Notarzt und Notfallsanitäter der Hubschrauberbesatzung stabilisierten sie zunächst den Patienten und brachten ihn anschließend an Bord der HERMANN MARWEDE. Im Bordhospital des Seenotrettungskreuzers versorgten sie den Mann, bis der erneut alarmierte Rettungshubschrauber eintraf und ihn schließlich ins Krankenhaus flog.

Aktuelle Seenotfälle
Am Rand zu erkennen: Ein Seenotrettungsboot. Im Hintergrund die Steilküste von Rügen, davor das Meer. Zur Seite: Seenotretter und Feuerwehr retten im Kreideschlamm eingesunkene Wanderer von Steilküste

Die Seenotretter der Station Sassnitz der DGzRS haben gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz einen Mann und eine Frau vom Strand unterhalb der Kreidefelsen des Nationalparks Jasmund gerettet.

Der Rücken eines Wals ist im Wasser sichtbar, im Hingergrund ein Seenotrettungskreuzer. Zur Seite: Seenotretter helfen bei Befreiung von gestrandetem Wal

Zuständige Gemeinde Timmendorfer Strand leitet Rettungsaktion und bittet DGzRS um Amtshilfe.

Nächtliche Szene auf dem Wasser: Im linken Vordergrund ist die Steuerbordseite des Tochterbootes Notarius zu sehen, dessen grünes Positionslicht sowie Hafenbeleuchtung auf dem rot-weißen Lack reflektiert. Die Lichter des Hafens spiegeln sich zudem farbig im dunklen Wasser. In der Bildmitte, etwa 50 Meter vor dem Tochterboot, sieht man das Heck eines nur spärlich durch Notbeleuchtung beleuchteten Schiffes – des Havaristen. Ganz schwach ist darauf der Schriftzug „Kalkgrund“ zu erkennen. Die Wellen kräuseln sich leicht hinter dem Havaristen, der auf den Hafen zusteuert.. Zur Seite: Seenotretter im Einsatz für Wachschiff mit Maschinenproblemen

In der Nacht zum Donnerstag, 19. März 2026, sind die Seenotretter einem Wachschiff der Offshore-Windindustrie mit Maschinenproblemen östlich von Rügen zu Hilfe gekommen.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

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