28-Meter-Seenotkreuzer | DGzRS Die Seenotretter

28-Meter-Seenotkreuzer mit Tochterboot

Der völlig neu konstruierte Seenotrettungskreuzer ist als leistungsfähiger Nachfolgetyp für die bewährte 27,5-Meter-Klasse der DGzRS vorgesehen. Der erste Neubau der 28-Meter-Klasse ist seit Juni 2015 auf Amrum stationiert. Dort ersetzt das Typschiff der neuen Klasse die 23,3 Meter lange VORMANN LEISS, den dienstältesten Seenotrettungskreuzer an der schleswig-holsteinischen Westküste (Baujahr 1985). Gemeinsam mit den in den vergangenen Jahren in Dienst gestellten kleineren neuen Seenotrettungskreuzern der Nachbarstationen wird der Neubau diesen Teil der viel befahrenen Deutschen Bucht absichern.

Die 28-Meter-Einheiten sind wie alle Seenotrettungskreuzer der DGzRS als Schweißkonstruktion ganz aus seewasserbeständigem Leichtmetall im bewährten Netzspantensystem gebaut. Sie zeichnen sich durch ihre hohe Seetüchtigkeit und ihre selbstaufrichtenden Eigenschaften aus.

Bei dieser für die Schiffe der DGzRS typischen Bauweise sind die Längs- und Querspanten – abhängig von der Schiffsgröße – nicht weiter als maximal 50 Zentimeter voneinander entfernt und bilden somit ein enges, festes Netz, auf das die Beplattung aufgebracht wird. Seit 1967 werden alle Rettungseinheiten der DGzRS ausschließlich aus Aluminium gebaut, was erheblich Gewicht spart und dadurch geringere Motorenleistungen erfordert.

Leistungsfähige 28-Meter-Seenotrettungskreuzer werden nach und nach die 27,5-Meter-Einheiten (BERLIN-Klasse) ersetzen. Umfangreiche Vorüberlegungen mit den erfahrenen Vorleuten der entsprechenden Stationen sind vorausgegangen. Zu den augenfälligsten Neuerungen gehören – wie schon bei der 36,5 Meter langen HARRO KOEBKE – das vollständig geschlossene Deckshaus (Ausguckpositionen für Sucheinsätze sind an der Achterkante des Aufbaus vorhanden) und ein Mehrzweckraum mit Bordhospital, getrennt von der Messe. In der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne werden die Schiffe der neuen Klasse ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich führen.

Stationiert werden die 28-Meter-Seenotrettungskreuzer an wichtigen Küstenpunkten, gerade auch zur Sicherung der Großschifffahrtswege. Ihr Einsatzgebiet wird das Küstenvorfeld ebenso wie die hohe See sein – bei jedem Wetter und auch unter extremsten Bedingungen.

Zur Stammbesatzung der Einheiten gehören jeweils neun Rettungsmänner, von denen jeweils vier „auf Wache“ sind. Sie leben und arbeiten rund um die Uhr an Bord. Die Seenotrettungskreuzer sind jederzeit sofort einsatzbereit.

Stationierung

ERNST MEIER-HEDDE mit Tochterboot LOTTE/Station Amrum
BERLIN mit Tochterboot STEPPKE/Station Laboe
ANNELIESE KRAMER mit Tochterboot MATHIAS/Station Cuxhaven

Datenblatt 28-Meter-Seenotrettungskreuzer


Seenotrettungskreuzer ERNST MEIER-HEDDE

Die ERNST MEIER-HEDDE wurde 2015 in Dienst gestellt und ist auf Amrum stationiert. Benannt ist sie nach dem Reeder Ernst Meier-Hedde (1913-1994), Mitbegründer der Bremer Schlüssel-Reederei für Massengutschiffe. Er war von 1980 bis 1990 elf Jahre lang ehrenamtlicher Vorsitzer der Seenotretter. Das Tochterboot LOTTE erhielt seinen Namen nach der Ehefrau Meier-Heddes.


Seenotrettungskreuzer BERLIN

Die BERLIN wurde am 17. Dezember 2016 von Schauspielerin Meret Becker in Bremen getauft. Sie ist in Laboe an der viel befahrenen Kieler Förde stationiert. Mit der Namengebung würdigt die DGzRS die Verbundenheit vieler Berliner mit den Seenotrettern. Der Name des Tochterbootes STEPPKE bezeichnet in Berliner Mundart einen pfiffigen Jungen.


Seenotrettungskreuzer ANNELIESE KRAMER

Die ANNELIESE KRAMER wurde 2017 in Dienst gestellt und ist in Cuxhaven stationiert. Mit dem Namen würdigt die DGzRS eine verstorbene Förderin aus dem Binnenland, die die Seenotretter in ihrem Nachlass bedacht hat. Das Tochterboot MATHIAS erhielt seinen Namen nach dem Vater der Förderin, der einst seine Liebe zur See an sie weitergegeben hatte.

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