36,5-Meter-Seenotkreuzer | DGzRS Die Seenotretter

36,5-Meter-Seenotkreuzer mit Tochterboot

Mit der Entwicklung und dem Bau eines neuen großen Seenotkreuzers für die Ostsee hat die DGzRS vorausschauend dem ansteigenden Verkehrsaufkommen auf See Rechnung getragen. Die 36,5 Meter lange HARRO KOEBKE hat Mitte 2012 die WILHELM KAISEN (Baujahr 1978) ersetzt. Sie sichert die Großschifffahrtswege rund um die Insel Rügen. Unter anderem kreuzen sich dort die Verkehrsströme zwischen der Westlichen Ostsee, Skandinavien, Polen und dem Baltikum.

Bei einem eventuellen Großschadensfall auf See kann dieser Seenotkreuzer viele Schiffbrüchige unter Deck aufnehmen. Dank seiner umfangreichen medizinischen Ausrüstung ist er in der Lage, im Zusammenspiel mit Seenotärzten Schiffbrüchige und Verletzte noch auf See im bordeigenen Hospital erstzuversorgen. Der Seenotkreuzer verfügt außerdem unter anderem über eine leistungsstarke Feuerlöschanlage und ein Hubschrauberarbeitsdeck. Der völlig neue Schiffstyp ist in der bewährten Netzspantenbauweise konstruiert.

Die geschlossene Brücke bietet Platz für die gesamte fünfköpfige Besatzung des Seenotkreuzers. Für den Einsatzleiter vor Ort (On-Scene-Coordinator, OSC) ist ein eigener Arbeitsplatz vorhanden. Auch der Maschinist kann von der Brücke aus sämtliche technischen Betriebsdaten abfragen und die Maschinen fernüberwachen. Zum Manövrieren in besonderen Situationen und als Ausguckposition für Suchfahrten sind an den Seiten des Deckshauses zwei Außenfahrstände eingerichtet.

Selbstverständlich sind Seenotkreuzer und Tochterboot wie alle Rettungseinheiten der DGzRS als Selbstaufrichter konzipiert. Als Tochterboot kommt erstmals in der Geschichte der DGzRS ein gemeinsam mit der Werft „Marine Specialised Technology Ltd.“ entwickeltes schnelles Festrumpfschlauchboot (Rigid Inflatable Boat/RIB) mit geschlossener Kajüte für die Unterbringung von Geretteten und zur Durchführung von Krankentransporten in DGzRS-typischer Aluminiumbauweise zum Einsatz. Die Anforderungen in den Bereichen erreichbare Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit, erleichtertes Längsseitsgehen und Kostenersparnis gegenüber den bisherigen Tochterbooten bei vergleichbarer Sicherheit wurden vollständig erfüllt.

Zwei Seitenmaschinen mit jeweils 1.160 kW/1.578 PS und eine Mittelmaschine mit 2.465 kW/3.353 PS Leistung (insgesamt 4.785 kW/6.508 PS) verleihen dem größten Seenotkreuzer der DGzRS in der Ostsee eine Geschwindigkeit von 25 Knoten (ca. 46 km/h). Vom Mittelmotor kann Kraft für die leistungsstarke Feuerlöschanlage abgeleitet werden.

Zur Stammbesatzung des 36,5-Meter-Seenotkreuzers gehören elf Rettungsmänner, von denen jeweils fünf „auf Wache“ sind. Sie leben und arbeiten rund um die Uhr an Bord. Der Seenotkreuzer ist jederzeit sofort einsatzbereit.

Stationierung

HARRO KOEBKE/Station Sassnitz

Datenblatt 36,5-Meter-Seenotrettungskreuzer


Seenotkreuzer HARRO KOEBKE

Die HARRO KOEBKE wurde 2012 in Dienst gestellt. Sie ist in Sassnitz stationiert und vor Deutschlands größter Insel Rügen im Einsatz. Ihr Name erinnert an einen Unternehmer aus Süddeutschland, der die Seenotretter mit einer namhaften Zuwendung aus seinem Nachlass bedacht hat. Der Name des Tochterbootes NOTARIUS verweist auf eine der zentralen Figuren der traditionsreichen Bremer Eiswette von 1829, die die DGzRS seit Jahrzehnten mit großzügigen Spenden unterstützt.


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