Teams & Stationen


Wangerooge

Wangerooge ist die erste „Seestation“, wenn Schiffe das geschützte Watt- und Flussmündungsgebiet von Jade und Weser verlassen. Das Revier umfasst die offene Nordsee und das rückwärtige Wattenmeer der Insel. Dies erstreckt sich im Westen über das Harle-Seegatt bis zur Nachbarinsel Spiekeroog, im Osten über das Seegatt Blaue Balje bis zur unbewohnten Insel Minsener Oog und im Süden bis zum Festland-Fährhafen Harlesiel.

Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI

Die Station auf der Nordseeinsel existiert bereits seit 1863. Heute versehen dort sieben freiwillige Seenotretter um Vormann Roger Riehl auf dem Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI der 9,5-/10,1-Meter-Klasse ihren Dienst. Es wurde1999 bei der Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut und trägt den Namen einer Förderin der DGzRS. Sein Liegeplatz ist ein Ponton in der Nähe des Fähranlegers.

Die Lage und Tiefe der Fahrwasser des Seegebietes verändern sich durch den Tideeinfluss und die damit verbundenen Sandverlagerungen ständig. Dies trifft vor allem auf das Harle-Seegatt westlich der Insel zu. Ein häufig unterschätztes Hindernis ist außerdem die auch bei Hochwasser nicht zu überquerende „Buhne H“, die sich von der Westspitze Wangerooges bis unmittelbar vor die Ostspitze Spiekeroogs erstreckt.

Das Revier ist geprägt vom Inselfähr- und -ausflugsverkehr, der Küstenfischerei und der Sportschifffahrt. Des Weiteren transportieren die freiwilligen Seenotretter immer wieder Kranke, die dringend medizinische Hilfe benötigen, von der Insel zum Festland, wenn ein Hubschrauber bei Nebel oder Sturm nicht fliegen kann.

Die Wangerooger Seenotretter blicken auf eine lange Geschichte mit vielen spektakulären Einsätzen zurück. Einen Eindruck davon vermittelt eine kleine Ausstellung im Inselmuseum im Alten Leuchtturm in der Ortsmitte. Vor dem Turm können Besucher auch das ehemalige Seenotrettungsboot GESINA besichtigen.


Jollensegler verdankt den Seenotrettern sein Leben



Schiffbrüchig vor Wangerooge: Jollensegler Dirk Scholz sowie die Seenotretter Axel Giese und Stefan Pinkenburg erzählen von einer dramatischen Rettung.


Aus dem Stationsbuch




Karte


Geschichte der Station


1863 Der Bremische Verein zur Rettung Schiffbrüchiger, Vorläufer der DGzRS, betreibt die Station. Es gibt ein Ruderrettungsboot (20'-Francis-Boot, sechs Riemen) und einen Rettungsschuppen.

1867 Der Rettungsschuppen wird zum Ostende des Dorfes verlegt.

1876
Die Station bekommt das neue Ruderrettungsboot ALICE VON HESSEN.

1884 500 Meter nordöstlich des Dorfes baut die DGzRS einen neuen Rettungsschuppen.

1895 Die Station bekommt ein neues 8-Meter-Ruderrettungsboot mit dem Namen FÜRSTIN BISMARCK. Ein Gemälde des bekannten Marinemalers Claus Bergen macht das Boot weithin bekannt.

1912
Vormann Friedrich Wiese erhält die Prinz-Heinrich-Medaille.

1925 Das 25 Jahre alte Ruderrettungsboot wird durch das Reserveboot FÜRSTIN BISMARCK (II) ersetzt.

1938
Der Schuppen wird hinter den Dünen östlich des Ortes aufgebaut.

1939 Das neue Motorrettungsboot heißt JOHN KÖSTER.

1940
Das Motorrettungsboot LÜBECK (I), ex BREMEN, kommt von der Insel Poel zur Station Wangerooge.

1942 Das neue 13-Meter-Boot, die LÜBECK (II), löst die LÜBECK (I) ab.

1957
Das 14-Meter-Motorrettungsboot BORKUM wird auf Wangerooge stationiert.

1959 Die Station ist nicht mehr in Betrieb.

1971 Die Station wird wieder eingerichtet. Am 22. Juli stationiert die DGzRS das sieben Meter lange Seenotrettungsboot GESINA im Hafen.

1977 Das neue 9-Meter-Seenotrettungsboot WILHELM HÜBOTTER wird in Dienst gestellt.

1981 Die Station erhält einen Pkw „Leyland Kombi“, um die Mannschaft im Einsatzfall aus dem Ort zum weit entfernten Hafen im Inselwesten zu transportieren.

1986 Nun können die Seenotretter mit einem Jeep der Marke Suzuki die Tiefsandwege zum Hafen befahren.

1997
Ein neuer Rettungsschuppen am westlichen Ende des Ortes wird in Betrieb genommen.

1999 Am 8. Juni tauft die DGzRS das neue 9,5-Meter-Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI. Es ist das Typschiff einer völlig neuen Bootsklasse.