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SEENOTLEITUNG BREMEN

Die SEENOTLEITUNG ist rund um die Uhr mit erfahrenen Nautikern und Funkern besetzt. Foto: DGzRS/Sven Junge

Schnelle Hilfe im Seenotfall – von hier aus wird sie koordiniert.

Die SEENOTLEITUNG BREMEN ist rund um die Uhr mit erfahrenen Nautikern und Funkern besetzt. Sie hat eine Doppelfunktion: Sie ist nicht nur die Betriebsführungszentrale für die 60 eigenen Rettungseinheiten der Seenotretter, sondern auch die national zuständige Koordinierungsstelle für alle Maßnahmen des maritimen Such- und Rettungsdienstes in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee, für den die DGzRS zuständig ist.

Zur SEENOTLEITUNG BREMEN gehört die Seenotküstenfunkstelle BREMEN RESCUE RADIO (Rufname: „Bremen Rescue“). Sie nimmt die Hörwache auf UKW-Kanal 16 und 70 (DSC = Digital Selective Call, digitaler Selektivruf) wahr sowie auf Grenzwelle (2187,5 kHz, DSC) und wickelt den kompletten Not- und Dringlichkeitsfunkverkehr ab.

Geht ein Notruf ein, sind erste Informationen oft noch ungesichert und viele Ereignisse auf Stunden hinaus unvorhersehbar. Dennoch müssen die Wachleiter meist schnell viele Entscheidungen treffen: Welche Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote können am schnellsten und besten Hilfe leisten? Sind weitere Schiffe oder Hubschrauber zur Unterstützung nötig? Ist ärztliche Hilfe erforderlich? Die SEENOTLEITUNG BREMEN koordiniert alle zur Verfügung stehenden Kräfte, auch Handelsschiffe, Behördenfahrzeuge oder Sportboote.

Fehlen Positionsangaben oder sind sie ungenau, müssen Schiffbrüchige oder havarierte Schiffe zunächst gesucht werden, bevor die Rettung erfolgen kann (SAR = Search and Rescue / Suche und Rettung). Die SEENOTLEITUNG BREMEN legt dann Suchgebiete mit Hilfe von Parametern wie Tidenstrom, Windstärke, -strömung, -richtung und Drift fest. Und sie bestimmt die Besatzung des am besten geeigneten Fahrzeugs zum Einsatzleiter vor Ort (On-Scene Co-ordinator, OSC). Für alle Einsatzkräfte sind diese Vorgaben maßgeblich.

Nicht immer kommt der Notruf von Seeleuten über Funk. Manchmal machen sich Angehörige Sorgen, weil ein Wassersportler überfällig ist oder aufmerksame Spaziergänger sehen vom Strand aus, dass ein Mensch auf See in Gefahr ist. Oder ein Alarm wird über eine EPIRB (Emergency position-indicating radio beacon – Seenotfunkbake) automatisch ausgelöst.

Im internationalen Sprachgebrauch wird die SEENOTLEITUNG BREMEN Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) genannt. Sie arbeitet eng mit ausländischen MRCCs zusammen. An jedem Punkt der Erde unterstützt sie deutsche Schiffe oder deutsche Seeleute im Ausland – eine oft praktizierte Selbstverständlichkeit. Von der Vermittlung funkärztlicher Beratung über die Abbergung von Crewmitgliedern bis zur vollständigen Koordinierung von Such- und Rettungsmaßnahmen in entlegenen Winkeln der Weltmeere direkt aus der Bremer Innenstadt – MRCC BREMEN ist weltweit Ansprechpartner (National Maritime SAR Point of Contact).

Achtung: Eine E-Mail ist kein geeigneter Alarmierungsweg im Seenotfall!


Seenotretter-„Bootschafter“ und Moderator Yared Dibaba funkt aus der SEENOTLEITUNG mit der BERNHARD GRUBEN.



Aus dem Stationsbuch




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