Teams & Stationen


Cuxhaven

Auf der Station Cuxhaven ist der 27,5 Meter lange Seenotkreuzer HERMANN HELMS seit seiner Indienststellung 1985 stationiert. Der Fischereihafen hat eine große Bedeutung, geprägt wird das Revier aber vor allem durch seine Lage an der Mündung der Elbe mit dem nach Hamburg und zum Nord-Ostsee-Kanal gehenden Schiffsverkehr. Breit gefächert ist demnach das Einsatzspektrum der HERMANN HELMS: Es umfasst alle denkbaren Notfälle auf dem Wasser.

Seenotkreuzer HERMANN HELMS mit Tochterboot BIENE

Die hölzerne Kugelbake, Wahrzeichen von Cuxhaven, markiert den Übergang von der Binnenelbe zur Außenelbe, dem Teil des Stromes, der durch das Wattenmeer die offene Nordsee erreicht. Nicht weit vor Cuxhaven liegt die Insel Neuwerk, die auch für Wattwanderer und per Kutsche erreichbar ist, nordwestlich davon liegt die unbewohnte Vogelschutzinsel Scharhörn. Das Scharhörnriff und die Untiefe Großer Vogelsand sind bekannt als Schiffsfriedhöfe: Bis weit ins 20. Jahrhundert kam es hier regelmäßig zu Strandungen. Aus dem Mahlsand der Nordsee konnten die Schiffe nur zu oft nicht mehr befreit werden.

Im Dezember 1961 strandete auf dem Großen Vogelsand der britische Frachter „Ondo“. Vormann Rolf Hoffmann und seine Besatzung des damals in Cuxhaven stationierten Seenotkreuzers RUHR-STAHL retteten in einer dramatischen Aktion zunächst die Besatzung, später erneut vom Wrack fünf Männer einer Bergungsfirma. Nur kurze Zeit später, im Januar 1962, strandete ganz in der Nähe der italienische Frachter „Fides“. Auch seine Besatzung wurde von den Seenotrettern der RUHR-STAHL gerettet.

Am 8. November 2006 sank im schweren Sturm auf den südwestlich der Außenelbe gelegenen Nordergründen der Fischkutter „Hoheweg“. Trotz einer umfangreichen Suchaktion, an der neben der HERMANN HELMS fünf weitere Seenotkreuzer beteiligt waren, konnte die Besatzung nicht gerettet werden.

Die HERMANN HELMS mit ihrer neunköpfigen, fest angestellten Besatzung um Vormann Holger Wolpers hat ihren festen Liegeplatz im Cuxhavener Fährhafen. Jeweils vier Mann sind in einem 14-tägigen Törn an Bord, außerdem gehören neun Freiwillige zur Station.


Sie haben Interesse, bei Ihrem nächsten Urlaub an der Küste einen unserer zwanzig Seenotrettungskreuzer zu besichtigen?

Gerne stellen wir Ihnen unsere Arbeit an Bord und unseren Bordalltag als Seenotretter einmal vor. Vereinbaren Sie hierfür bitte frühzeitig einen Termin mit unserer Inspektion in Bremen:
+ 49 421 53 707 412.

Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir die Führungen an Bord so planen müssen, dass die Arbeitsabläufe dort nicht beeinträchtigt werden und dass es im Falle eines Einsatzes zu kurzfristigen Änderungen und Ausfällen kommen kann.



Termine in Cuxhaven


Aus dem Stationsbuch




Wo sind sie geblieben?


ARWED EMMINGHAUS in seinem Revier

Letzter Liegeplatz für die ARWED EMMINGHAUS

Unser ehemaliger Seenotkreuzer ARWED EMMINGHAUS, im Einsatz 1965 bis 1993, hat im Juli 2014 seinen wohl letzten Liegeplatz in Burgstaaken auf Fehmarn erreicht. Per Kran trat er die letzte „Reise“ an. Auf Stützen schwebend kann er seitdem im privaten „Seenotrettungsmuseum Fehmarn“ über eine Gangway besichtigt werden.

Karte


Geschichte der Station


1861 Der Hamburger regionale Verein zur Rettung Schiffbrüchiger gründet sich.

1866 In Cuxhaven wird ein Ruderrettungsboot stationiert.

1871 Die Station wird mit Handgewehren zum Leinenschießen ausgerüstet. Das Boot CÖLN kommt von der Station Wremertief nach Cuxhaven.

1874 Ein Rettungsschuppen ist belegt: Er steht beim Lotsenwachthaus am Ewerhafen.

1876 Die Station erhält ein neues Ruderrettungsboot mit Namen ESTHER (32’ lang, 9’ breit, 3’4" Tiefgang).

1877 Als neuer Rettungsschuppen für das neue Boot ESTHER entsteht ein Fachwerkbau mit Schieferdach.

1883 Bootsname KÖLN genannt

1893 Im Sommer wird ein neuer, massiver Schuppen gebaut.

1896 Das alte Boot wird ausrangiert. Dafür kommt das Boot der aufgelösten Station Süderoog nach Cuxhaven.

1903 Ein neues, neun Meter langes Boot kommt zur Station. Es wird auf den Namen ANNA MARIA ELISABETH getauft.

1907 Im Dezember kommt ein neues Boot zur Station. Es erhält den Namen: CARL LAEISZ.

1914 Im Februar kommt ein neues elf Meter langes Motorrettungsboot zur Station. Das alte Segelrettungsboot soll für List/Sylt verwendet werden. Der Name lautet erneut CARL LAEISZ.

1927 Im neuen Schuppen können beide Boote, FERDINAND LAIESZ und ANNA MARIA ELISABETH, untergebracht werden.

1931 Ein neues Boot wird in Auftrag gegeben: Es wird 17,1 Meter lang, hat zwei kompressorlose Dieselmotoren à 125 PS und läuft zehn Knoten schnell. Die Indienststellung soll im August 1932 erfolgen. Bis zur Fertigstellung des neuen Bootes wird das Motorrettungsboot AUGUST NEBELTHAU (bisher in List) in Cuxhaven stationiert.

1932 Am 18. September wird das neue gedeckte Zweischrauben-Motorrettungsboot RICHARD C. KROGMANN in Dienst gestellt.

1942 Das Motorrettungsboot AUGUST NEBELTHAU läuft auf eine Mine und sinkt. Vormann Hans Hartmann findet den Tod, ein Rettungsmann wird schwer, ein weiterer leicht verletzt. Das Boot kann später gehoben werden. Als Ersatz wird ein Neubau überführt und unter dem Namen HINDENBURG (13 Meter, spätere BREMEN [II]) in Dienst gestellt.

1943 Die Station wird vom Ewer- in den Kugelbakehafen verlegt.

1948 In Cuxhaven sind die Motorrettungsboote BRAKE und die größere DANIEL DENKER stationiert.

1949 Die DGzRS verlegt die DANIEL DENKER nach Fedderwardersiel.

1950 Am 17. September stirbt Vormann Rickmer Bock. Das Boot GEH.RAT GERLACH wird nach ihm in RICKMER BOCK umbenannt.

1958 Der neue Seenotkreuzer RUHR-STAHL mit Tochterboot TÜNNES kommt zur Station. Die HINDENBURG verlegt zur Station Dithmarschen/Büsum.

1965 Neuer Seenotkreuzer ARWED EMMINGHAUS mit Tochterboot ALTE LIEBE zur Station. Die RUHR-STAHL verlegt zur Station Amrum.

1985 Die ARWED EMMINGHAUS wird nach Grömitz verlegt. Der Neubau HERMANN HELMS, gebaut bei Lürssen, getauft und in Dienst gestellt auf der Station im Fährhafen am 21. September, ersetzt sie.

2000 Im Dezember beziehen die Seenotretter ein neues Stationsgebäude neben der Seefahrtsschule.