Teams & Stationen


Bremerhaven

Bremerhaven, der viertgrößte Hafen Europas, ist mit seinem großen Containerterminal geprägt von der Containerschifffahrt. Der Seegüterverkehr bestimmt die Wirtschaft der Stadt. Auf der Außenweser, der Fortsetzung des Flusses durch das Wattenmeer der Nordsee, führt dies zu dichtem Schiffsverkehr, ständig überwacht durch die Verkehrszentrale Bremerhaven. Der 23,1 Meter lange Seenotkreuzer HERMANN RUDOLF MEYER liegt am Alten Vorhafen in Höhe des Lotsengebäudes.

Seenotkreuzer HERRMANN RUDOLF MEYER
mit Tochterboot CHRISTIAN
vor der Stromkaje von Bremerhaven

Früher war eine große Fischereiflotte in Bremerhaven ansässig. Mit Veränderungen europäischer Fischereizonen waren jedoch umfangreiche Umbrüche verbunden, wodurch diese in den späten 1980er Jahren ihre Bedeutung vollkommen verlor. Heute wird von Bremerhaven aus kaum noch auf Fischfang gegangen, nach wie vor gibt es dort aber eine umfangreiche fischverarbeitende Industrie. Trotz Lotsenpflicht und Verkehrszentrale kann es durchaus gefährliche Begegnungen im Seeverkehr geben.

Der Umschlag von Seefracht-Containern ist die dominante Wirtschaftskraft in Bremerhaven. Bremerhaven ist traditionell ein Eisenbahnhafen mit Hinterlandverkehren bis Ungarn und in die Schweiz. Erhebliche Mengen werden für die Häfen in der Ostsee von Schiff zu Schiff über die Terminals umgeschlagen.

Der Seenotkreuzer HERMANN RUDOLF MEYER wurde 1996 bei der Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut. Sein Tochterboot trägt den Namen CHRISTIAN. Stationiert war der Seenotkreuzer nach seiner Indienststellung am 20. Juli 1996 auf der Station Bremerhaven zunächst am Tonnenhof, seit 2008 am Lotsengebäude. Benannt ist er nach einem Bremer Verleger und Förderer der DGzRS, dessen Stiftung seinen Bau ermöglichte. Das Tochterboot erhielt den Namen des Enkelsohnes des Stifters.

Von den neun fest angestellten Seenotrettern sind vier rund um die Uhr an Bord. Vormann ist Ulrich Fader. Über dreißig Freiwillige gehören ebenfalls zur Station und verstärken die Besatzung bei Bedarf. 


Sie haben Interesse, bei Ihrem nächsten Urlaub an der Küste einen unserer zwanzig Seenotrettungskreuzer zu besichtigen?

Gerne stellen wir Ihnen unsere Arbeit an Bord und unseren Bordalltag als Seenotretter einmal vor. Vereinbaren Sie hierfür bitte frühzeitig einen Termin mit unserer Inspektion in Bremen:
+ 49 421 53 707 412.

Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir die Führungen an Bord so planen müssen, dass die Arbeitsabläufe dort nicht beeinträchtigt werden und dass es im Falle eines Einsatzes zu kurzfristigen Änderungen und Ausfällen kommen kann.


Öffentliche Termine finden Sie unten


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Die HERMANN RUDOLF MEYER an ihrem Liegeplatz in Bremerhaven: Schauen Sie sich um.


Termine in Bremerhaven


Aus dem Stationsbuch




Karte


Geschichte der Station


1863 Am 16. April gründet sich der Bremische Verein zur Rettung Schiffbrüchiger und richtet die Station Bremerhaven ein.

1867 Ein Rettungsschuppen steht auf der Geestekaje zur Einfahrt in den Alten Hafen. Eine dort angebrachte Tafel der Schifffahrtsgeschichtlichen Gesellschaft Bremerhaven weist 1864 als Baujahr aus. Stationiert ist ein hölzernes Ruderrettungsboot.

1897 Die Bootsstation wird verlegt. Der Bremer Staat überlässt der DGzRS ein Grundstück oberhalb der Geestebrücke. Dort entsteht ein neuer, mit Schiefer gedeckter massiver Rettungsschuppen.

1933 Bremerhaven erhält das Motorrettungsboot DR. JOHANNES RÖSING. Es ist 8,75 Meter lang, 2,70 Meter breit und hat 0,60 Meter Tiefgang. Ein 20-PS-Rohölmotor sorgt für 7,5 Knoten Geschwindigkeit.

1941 Ein neues Motorrettungsboot namens WESER (I) kommt zur Station. Es ist 15 Meter lang, 3,80 Meter breit, hat 1,20 Meter Tiefgang und ist zehn Knoten schnell.

1944 Bei einem Luftangriff auf Bremerhaven am 18. September wird der Bootsschuppen am Alten Hafen zerstört. Im Oktober wird das neue Motorrettungsboot WESER (II) stationiert. Zeitweise liegt es auf Außenposition am Leuchtturm Hohe Weg.

1947 Ein neuer Rettungsschuppen wird gebaut.

1950 Das achteinhalb Meter lange Motorrettungsboot LOTSENKOMMANDEUR LEPPERT kommt zusätzlich zur Station.

1953 Im November wird die WESER (II) durch den Versuchs-Seenotkreuzer BREMEN (III) ersetzt. Er wurde 1931 bei Lürssen als Motorrettungsboot KONSUL KLEYENSTÜBER gebaut und 1951 bis 1953 erheblich umgebaut. Das Boot ist nun 17,50 Meter lang, 4,20 Meter breit, hat 1,40 Meter Tiefgang und ist zehn Knoten schnell.

1960 Der Seenotkreuzer H. H. MEIER wird stationiert (23,2 Meter lang, 20 Knoten schnell). Das Seenotrettungsboot KRT 1 (DGzRS-interne Registriernummer), ab 1970 KURT GRUNDMANN, kommt zusätzlich zur Station (bis 1969).

1977 Der Seenotkreuzer HERMANN RITTER (44,2 Meter lang, 30 Knoten schnell) wird auf Seeposition in der Nordsee stationiert. Basis- und Versorgungshafen ist Bremerhaven. 1988 verkauft die DGzRS das Schiff als „Südsee-Kontrollschiff Nr. 01“ ins Südchinesische Meer.

1985 Der neue Seenotkreuzer VORMANN LEISS (23,3 Meter lang, 20 Knoten schnell) kommt zur Station.

1996 Der neue 23,1-Meter-Seenotkreuzer HERMANN RUDOLF MEYER kommt im Juli zur Station. Er wird am 11. Oktober in Bremen-Vegesack getauft. Die VORMANN LEISS verlegt nach Nordstrand.

2008 Im Oktober bezieht der Seenotkreuzer seinen neuen Liegeplatz am neuen Lotsengebäude im alten Vorhafen.