7-Meter-Seenotrettungsboot

Die unterschiedlichen Einsatzgebiete der Seenotretter erfordern spezielle Rettungstechniken. Einige Stationen in Mecklenburg-Vorpommern verlangen besondere Mobilität. Einerseits muss das Rettungsboot zur Ostsee eingesetzt werden können, andererseits über den Landweg auch schnell zu den weit verzweigten rückwärtigen Boddengewässern transportiert werden können. Für diese Reviere hat die DGzRS sieben Meter lange Seenotrettungsboote entwickelt, die auf einem Trailer liegen und von einer Zugmaschine zum Einsatzort gebracht werden.

Die gesamte Rettungseinheit fährt weit ins Wasser, bis das Seenotrettungsboot auf dem Trailer aufschwimmt. Zurück geht es auf umgekehrtem Weg: Das propellerlose, mit fast 300 PS starkem Wasserstrahlantrieb (Jet) ausgestattete Boot fährt mit hoher Geschwindigkeit auf den Strand, wird anschließend mit einer starken Seilwinde gedreht und wieder auf den Trailer hinaufgezogen.

Auch diese Boote sind von ihrer Konstruktion her absolut vergleichbar mit den größeren Einheiten der Rettungsflotte. Sie sind ebenfalls vollständig aus Aluminium gebaut und können bei jedem Wetter eingesetzt werden. Sie zeichnen sich durch hohe Seetüchtigkeit aus, besitzen in Grundsee und Brandung gute See-Eigenschaften, manövrieren einwandfrei und überstehen heftige Grundstöße und -berührungen.

Als Zugmaschine kommt auf den Stationen Wustrow und Zingst jeweils ein „watfähiger“ Unimog U 2150 L zum Einsatz. Auf der Station Zinnowitz wurde Anfang 2010 als Ersatzfahrzeug ein Traktor des Typs John Deere 7730 stationiert. Der Unimog, Baujahr 1993, zeigte in diesem Revier erhöhte Verschleißerscheinungen. Häufiger Kontakt mit Sand und Salzwasser hatte das Material besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Für die besonderen Anforderungen im Einsatz am Strand und in der Brandung wurde der 5,45 Meter lange, 2,44 Meter breite, 3,11 Meter hohe und fast acht Tonnen schwere Traktor ebenfalls „watfähig“ gemacht. Bis auf gut einen Meter Tiefe kann er mit dem 220 PS starken Sechszylindermotor in das Ostseewasser fahren.
Eines der vier Boote dieser Klasse ist inzwischen in Maasholm an der Schleimündung stationiert. Auch dort ist es gleichfalls in zwei verschiedenen Revieren im Einsatz: einerseits auf der offenen Ostsee, andererseits in der Schleimündung, die durchaus mit den Boddengewässern vergleichbar ist. Das Maasholmer Boot kommt dauerhaft von einem Hafenliegeplatz aus zum Einsatz.
Die 7-Meter-Seenotrettungsboote werden von Freiwilligen-Besatzungen gefahren. Sie leben und arbeiten im Umfeld ihrer Station, sind nach Alarmierung innerhalb weniger Minuten am Hafen, besetzen das Boot und laufen zum Einsatz aus.

Stationierung

ZANDER/Station Zingst
HECHT/Station Zinnowitz
BARSCH/Station Wustrow
WUPPERTAL/Station Maasholm

Datenblatt 7-Meter-Seenotrettungsboot

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Seenotrettungsboot ZANDER

Die ZANDER wurde 1993 in Dienst gestellt. Sie ist in Zingst stationiert. Im Einsatz ist sie sowohl auf der Ostsee als auch auf den rückwärtigen Bodden. Ihre Besatzung besteht aus freiwilligen Seenotrettern.


Seenotrettungsboot HECHT

Die HECHT wurde 1993 in Dienst gestellt. Sie ist in Zinnowitz auf Usedom stationiert. Im Einsatz ist sie sowohl auf der offenen Ostsee als auch auf dem Achterwasser. Ihre Besatzung besteht aus freiwilligen Seenotrettern.


Seenotrettungsboot BARSCH

Die BARSCH wurde 1993 in Dienst gestellt. Sie ist in Wustrow auf dem Fischland stationiert. Im Einsatz ist sie sowohl auf der offenen Ostsee als auch auf den rückwärtigen Bodden. Ihre Besatzung besteht aus freiwilligen Seenotrettern.


Seenotrettungsboot WUPPERTAL

Die WUPPERTAL wurde 1993 in Dienst gestellt. Sie ist im Fischereihafen von Maasholm an der Mündung der Schlei stationiert. Ihre Besatzung besteht aus freiwilligen Seenotrettern. Sie war zunächst unter dem Namen BUTT im Einsatz und trägt seit September 2012 nach einer Spendenaktion zahlreicher Wuppertaler Bürger den Namen der nordrhein-westfälischen Stadt.


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