Tierisches Interesse an den Seenotrettern | DGzRS Die Seenotretter
12.09.2017

Tierisches Interesse an den Seenotrettern

Augsburger Wasserrettungshunde zu Besuch bei der DGzRS an der Ostsee

Rettungsschwimmer Marco Greiner von der Wasserwacht Augsburg des Bayerischen Roten Kreuzes (ganz links) und sein Wasserrettungshund Buddy mit Kollegen und Mitgliedern der italienischen Schule für Wasserrettungshunde sowie Seenotrettern

Im vergangenen Jahr haben die Seenotretter den abtreibenden Berner Sennenhund „Rocky“ aus der Nordsee gerettet. Jetzt war „Buddy“ aus derselben Rasse an der Ostsee zu Besuch an Bord – allerdings als „Retter“. Die Wasserwacht Augsburg hat „Buddy“ zum Wasserrettungshund ausbilden lassen. Auf der Ausbildungsstation der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Neustadt i. H. nutzten Seenotretter und Wasserretter die Gelegenheit, sich gegenseitig zu beschnuppern.

„Buddy“ hat gemeinsam mit seinem Herrchen, dem Rettungsschwimmer Marco Greiner von der Wasserwacht Augsburg des Bayerischen Roten Kreuzes, bei der Squadra Italiana Cani Salvataggio (SICS) trainiert. Die italienische Schule für Wasserrettungshunde hat in den vergangenen rund 30 Jahren mehrere hundert Tiere ausgebildet, die im Laufe der Zeit gut 100 Menschen vor dem Ertrinken gerettet haben.

„Seenotretter hingegen sind keine Rettungsschwimmer. Wir verlassen unsere Schiffe in der Regel nicht. Auf See erfolgt die Rettung von Bord eines Schiffes aus oder durch einen Hubschrauber. Aber es ist interessant zu sehen, wie andere Organisationen in anderen Einsatzgebieten zum Beispiel an Badestellen und an Seen arbeiten“, sagt Wolfgang Behnk, Vormann der Ausbildungsstation Neustadt i. H. der DGzRS.

 

 

„Testsprung“: Wasserrettungshund Buddy beim Sprung in die Ostsee (Wasserwacht Augsburg)

Greiner und „Buddy“ geben das Erlernte an weitere Rettungsschwimmer mit Hunden in Augsburg weiter. Einige von ihnen waren gemeinsam mit italienischen Kollegen vom 8. bis 10. September 2017 zum Informationsbesuch bei den Seenotrettern an der Ostsee zu Gast. Dabei erfuhren sie viel über die besonderen Einsatzanforderungen und -bedingungen im Seenotrettungsdienst.

Die Augsburger Hunde sind allesamt Familienhunde. Gemeinsam mit je einem Rettungsschwimmer bilden sie Einsatzteams. Beim regulären Wachdienst an Flüssen und Seen, bei der Absicherung von Veranstaltungen in Wassernähe und bei der Eisrettung sollen die Hunde Rettungsschwimmer unterstützen. Im Gegensatz zu Italien gibt es in Deutschland nur wenige Wasserrettungsgruppen, die über entsprechend ausgebildete Tiere verfügen.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2.000 Einsätze, koordiniert von der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre). Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 84.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.

Über die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes

In der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes sind rund 60.000 Aktive organisiert. 526 Ortsgruppen betreuen mehr als 600 Wasserrettungsstationen, 256 Schnelleinsatzgruppen und fünf Wasserrettungszüge für den Katastrophenfall. Hauptaufgabe ist die Bekämpfung und Prävention des Ertrinkungstodes. Die Kreiswasserwacht Augsburg-Stadt unterhält fünf Ortsgruppen und betreut acht Wasserrettungsstationen, vier mobile Schnelleinsatzgruppen und zwei Komponenten der Hochwasserrettung.

Über die Squadra Italiana Cani Salvataggio

Die Squadra Italiana Cani Salvataggio (SICS) ist Teil des zivilen Bevölkerungsschutzes in Italien. Aktuell sind etwa 350 geprüfte Einsatzteams aus Hund und Wasserretter an den Badestränden der Küsten und der großen italienischen Seen im Einsatz.