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06.08.2016

Schleswiger Seenotretter kommen entkräftetem Schwimmer zu Hilfe – Mastbruch auf Zweimaster in der Außenjade

Einem entkräfteten Schwimmer sind die freiwilligen Seenotretter aus Schleswig gestern Abend, 5. August 2016, auf der Schlei zu Hilfe gekommen. Auf der Außenjade wiederum brach in der Nacht zu Samstag der Besanmast eines Traditionsseglers mit zwölf Menschen an Bord. Siebeneinhalb Stunden waren die Seenotretter dort im Einsatz. In zahlreichen anderen Revieren der Nord- und Ostsee gab es für die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ebenfalls viel Arbeit. Insgesamt haben sie allein am Freitag rund 35 Menschen geholfen.

Seenotrettungsboot WALTER MERZ/Station Schleswig

Schleswig. Gegen 18.15 Uhr bat die Leitstelle des Landrettungsdienstes die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS um Unterstützung. Zwischen dem Luisenbad, einem Freibad an der Schlei, und der sogenannten Möweninsel war ein 16-jähriger Schwimmer in Not geraten.

Die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Station Schleswig liefen mit dem Seenotrettungsboot WALTER MERZ aus und entdeckten den bewusstlosen Jugendlichen. Sie nahmen ihn durch die Bergungspforte an Bord und begannen unverzüglich mit der Wiederbelebung.  Unterstützt wurden sie von einem Rettungsassistenten, den sie von einem kleinen Schlauchboot der Schleswiger Feuerwehr übernommen hatten. Sie führten diese Maßnahmen fort bis zur Übergabe des Patienten an den Landrettungsdienst in der Nähe des Schleswiger Ruderclubs.

Hooksiel. Im Mündungsgebiet von Elbe und Weser nahe der berüchtigten Nordergründe ist am späten Freitagabend der Besanmast des Segelloggers „Vegesack“ gebrochen. Glücklicherweise blieben alle zwölf Besatzungsmitglieder unverletzt. Da der hintere der beiden Masten des rund 36 Meter langen Traditionsschiffes samt Segel auf die Ruderanlage gestürzt war, trieb die „Vegesack“ manövrierunfähig nördlich der Tonne A8 im Fahrwasser der Alten Weser.

Seenotrettungskreuzer VORMANN STEFFENS/Station Hooksiel

Über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 alarmierte die Besatzung die Seenotretter. Während der Seenotrettungskreuzer VORMANN STEFFENS/Station Hooksiel zu dem etwa 20 Seemeilen (ca. 37 Kilometer) entfernten Havaristen unterwegs war, bot der Zollkreuzer „Jade“ Hilfe an. Er nahm ebenfalls Kurs auf die „Vegesack“ und machte zur Sicherheit Standby, bis die Seenotretter eintrafen.

Gegen Mitternacht nahm die VORMANN STEFFENS den Segellogger bei westnordwestlichen Winden um vier Beaufort und anderthalb Metern Seegang auf den Haken. Sie schleppte die „Vegesack“ von der Alten über die Neue Weser in die Jade. Gegen 4 Uhr übernahm das Seenotrettungsboot BALTRUM/Station Horumersiel mit seiner Freiwilligen-Besatzung den samt gebrochenem Mast mehr als 40 Meter langen und 170 Tonnen schweren Schleppanhang, um ihn sicher durch die enge Hooksieler Hafeneinfahrt zu bringen. Das Tochterboot ADELE der VORMANN STEFFENS arbeitete als Heckschlepper. Bei einsetzendem Ebbstrom, der unmittelbar vor Hooksiel von der Seite auf den Schleppzug wirkte, gelang das schwierige Manöver im zweiten Anlauf.

Für die VORMANN STEFFENS war dieser Einsatz schon der dritte des Tages. Zuvor hatten die Hooksieler Seenotretter bereits eine niederländische Segelyacht mit Motorschaden eingeschleppt und nach zwei abtreibenden Kitesurfern gesucht.

In zahlreichen anderen Revieren der Nord- und Ostsee gab es für die Seenotretter am Freitag ebenfalls viel Arbeit. So barg die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes HEILIGENHAFEN der gleichnamigen Station vom Ausflugskutter „Einigkeit“ einen Passagier mit Kreislaufproblemen ab. Die Maasholmer Seenotretter kamen mit dem Tochterboot ONKEL WILLI des Seenotrettungskreuzers NIS RANDERS auf der Schleimünder Lotseninsel einem Mann mit Angelhaken im Oberschenkel zu Hilfe.

Der Seenotrettungskreuzer EUGEN/Stations Greifswalder Oie befreite im Greifswalder Bodden eine festgekommene Yacht mit zwei Seglern an Bord aus Fischernetzen. Die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes KURT HOFFMANN/Station Glowe war am späten Abend in der Tromper Wiek im Einsatz, nachdem Spaziergänger am Strand einen abtreibenden Stand-up-Paddler gemeldet hatten. Der Mann kehrte in der Dunkelheit allein wohlbehalten an den Strand zurück.