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04.09.2015

„Wir fahren dahin, wo es weh tut“

Gerd Schwips ist 2. Vormann im gezeitengeprägten Revier vor Norderney

„Wenn es hart auf hart kommt, zählen Erfahrungswerte. Jeder Einsatz bringt dich ein Stück weiter“, sagt Vormann Gerd „Taucher“ Schwips.

Zur Arbeit fährt Gerd Schwips mit dem Boot. Von Juist aus geht es alle 14 Tage durchs Watt nach Norderney. Dort tauscht der 52-Jährige den Seepullover gegen den roten SAR-Overall der DGzRS. Schwips ist 2. Vormann des Seenotrettungskreuzers BERNHARD GRUBEN. Zwei Wochen rund um die Uhr Dienst an Bord, dann genauso lange frei – das ist sein Rhythmus. Doch das war nicht immer so.

Rund 25 Jahre lang war Schwips einer der mehr als 800 freiwilligen Seenotretter. Auf Juist hatte er 1982 auf dem Seenotrettungsboot ILKA begonnen. 1993 wurde er Vormann der traditionsreichen Station, gegründet 1861 als eine der ersten in Ostfriesland.

Schwips, den alle seit seiner Zeit als aktiver Surfer nur „Taucher“ nennen, hat Respekt vor der See, aber auch vor seinen freiwilligen Kollegen. Er weiß genau, welchen „Job“ sie machen. Heute, als Festangestellter, bittet er oft Freiwilligen-Boote um Unterstützung. Der Austausch mit den Nachbarstationen ist groß. „Die Denke ,Wir sind der Kreuzer und schaffen das allein‘ hat bei uns an Bord keinen Platz. Oft genug braucht man ein Backup. Man darf niemals vergessen, wie klein man letztlich selbst ist.“

Mit der See ist „Taucher“ groß geworden, doch seine Patente machte er erst vor wenigen Jahren. Zwar absolvierte er auf den Seenotrettungskreuzern von Borkum und Norderney hin und wieder mal eine Dienstwoche als Freiwilliger. Doch Kapitän zu werden, war lange nicht mehr als ein Jugendtraum.

Vor zehn Jahren dann packte es ihn: Schiffsmechaniker-Ausbildung, Fahrenszeit mit Containern bis zu den Azoren und schließlich in der Ostsee „Kümonaut“, wie Seeleute die Männer auf den Küstenmotorschiffen nennen. „Bei der DGzRS hätte ich mich nie beworben, wenn man mich nicht angesprochen hätte“, sagt Schwips.

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