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12.07.2019

Weit entfernt von der Küste, aber die See im Herzen

Tief im Binnenland, rund 700 Kilometer entfernt von der Küste, wähnt man sich jedes Jahr Mitte Juli beinahe an der Waterkant. In Stuttgart lassen sich die Süddeutschen beim „Hamburger Fischmarkt“ die Nordseeluft um die Nase wehen. Und die Seenotretter sind ebenfalls vertreten.

Michael Bauer setzt sich seit zwei Jahrzehnten ehrenamtlich für die Seenotretter ein.

Ein Großereignis, zwölf Tage Fischbrötchen, Bier und Halligalli bis in die Nacht. Und mittendrin ankern die Ehrenamtlichen in Rot: Sie informieren über die Seenotretter und werben um Spenden, zwölf Stunden und mehr am Tag. Jahr für Jahr leisten sie einen Informationsmarathon, der den Seenotrettern eine beachtliche Spendensumme und viele neue Förderer einbringt. 2018 waren es mehr als 16.500 Euro und zehn neue regelmäßige Spender.

Michael Bauer ist stolz auf diese Leistung: „Unser Team ist so stark: Wir haben die Möglichkeit, die gesamte Großveranstaltung zu begleiten.“ Etwa 25 Frauen und Männer engagieren sich in Baden-Württemberg ehrenamtlich für die Seenotretter. Der 59-Jährige aus Heilbronn baute die Mannschaft mit auf und hält das Ruder in Händen. Bereits seit zwei Jahrzehnten engagiert er sich für die Seenotretter.

Geboren in Hamburg und als Kleinkind nach Süddeutschland verpflanzt, verbrachte Bauer seine Bundeswehrzeit Anfang der 1980er Jahre bei der Marine: „Es zog mich immer an die See.“ Die rot-weißen Schiffe in den Häfen waren ihm schon früh ins Auge gestochen. Als Jugendlicher hatte er viele Sommer mit seinen Eltern an der Flensburger Förde verbracht. Damals war es ein Staunen aus der Ferne: „Ich beobachtete, wie die Menschen auf diese Boote sprangen. Mal langsamer, mal schneller.“ Später wurde ihm klar: Das waren mal Kontrollfahrten und mal Rettungseinsätze.

Authentisch erzählen

Als der Zahntechnikermeister schon längst Infostände der Seenotretter betreute, zog es ihn beim Familienurlaub in Langballigau an der Ostsee immer wieder zum Seenotrettungsboot. Schließlich luden die freiwilligen Seenotretter Michael Bauer ein: „Jetzt schleich nicht mehr hier rum, sondern komm an Bord!“ Daraus entstand eine Kameradschaft, die noch heute hält, und aus der Michael Bauer viel lernte. „Mir ist wichtig, zu wissen, wie die aktive Arbeit im Detail funktioniert“, sagt er.

Sein Wissen teilt Michael Bauer gerne mit den Menschen, bei denen er um Spenden wirbt. „So können sie sich besser vorstellen, wie die Seenotretter peitschendem Wind und tobenden Wellen trotzen“, erzählt er. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, weshalb die Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg jedes Jahr mehr Spenden und neue Förderer sammeln.

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