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08.06.2018

Über internationale Zusammenarbeit im Seenotfall

Drei Fragen an Kapitän Dirk Hinners-Stommel, Leiter der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS:

Kapitän Dirk Hinners-Stommel, Leiter der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS

Seenotretter sind rund um den Globus im Einsatz. Die Arbeit der weltweit zuweilen recht unterschiedlichen Organisationen macht dabei an Grenzen nicht halt. Für eine reibungslose internationale Zusammenarbeit im Seenotfall ist vor allem der ständige Austausch der Seenotrettungsdienste untereinander wichtig.

Wie wichtig ist internationale Zusammenarbeit für die Seenotretter?
Für Seenotretter ist internationale Kooperation außerordentlich wichtig. Wasser hat ja in dem Sinne keine wirklichen Grenzen. Deutsche Schiffe havarieren auch mal im Ausland, und die dort zuständigen Kollegen brauchen Informationen, um so schnell wie möglich helfen zu können. Manchmal gibt es Seenotfälle in Grenzgebieten unseres eigenen Zuständigkeitsbereiches. Dann leitet die Organisation, die zuerst informiert wird, auch die Rettungsmaßnahmen ein. Wir haben ein sehr partnerschaftliches Verhältnis zu unseren Schwesterorganisationen weltweit und arbeiten Hand in Hand.

Fällt Ihnen ein eindrucksvolles Beispiel für diese Zusammenarbeit ein?
Im Sommer des vergangenen Jahres haben unsere Wachleiter in der SEENOTLEITUNG BREMEN wegen eines Seenotfalls im Atlantik die US-amerikanische Küstenwache alarmiert. Eine zwölf Meter lange Segelyacht war auf dem Weg von Jamaika nach Deutschland in Brand geraten. Die beiden Segler, Vater und Sohn, hatten über Satellitentelefon bei ihrer Familie in Bremerhaven angerufen. Der Notruf wurde an uns weitergeleitet. Dank der guten Zusammenarbeit mit den amerikanischen Kollegen konnten die beiden Segler gerettet werden – einer davon mit schweren Brandverletzungen. Die US-Luftwaffe hatte sogar Marine-Fallschirmspringer im Einsatz. Der Unglücksort war 800 Kilometer vom Festland entfernt.

Was ist notwendig, damit das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Organisationen klappt?
Ganz wichtig ist der ständige Austausch untereinander: So üben wir beispielsweise regelmäßig gemeinsam mit unseren Kollegen aus benachbarten Ländern wie den Niederlanden und Dänemark. Bei solchen groß angelegten Übungen kommen schon mal bis zu 20 Rettungsschiffe zusammen. Zudem machen Kollegen aus anderen Ländern regelmäßig Dienst auf Schiffen der Schwesterorganisationen. Auf diese Weise lernen sie gegenseitig ihre Ausrüstung und die jeweiligen Besonderheiten kennen. Und: Es gibt selbstverständlich internationale Vorgaben, die genau festlegen, wie die Abläufe in einem Seenotfall sind. Es ist schon klasse, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, wenn man – egal, wo auf der Welt – dasselbe Ziel hat: Menschleben aus Seenot zu retten.

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