Starker Wassereinbruch vor Rügen: Seenotretter bringen dänische Familie in Sicherheit | DGzRS Die Seenotretter

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17.07.2017

Starker Wassereinbruch vor Rügen: Seenotretter bringen dänische Familie in Sicherheit

Nach starkem Wassereinbruch hat der Bootstörn einer Familie mit zwei Kindern an Bord am Montag, 17. Juli 2017, im Schlepp der Seenotretter ein glückliches Ende genommen. Die vier Dänen waren mit ihrem knapp zehn Meter langen Motorboot südlich von Rügen auf einer steinigen Untiefe festgekommen. Das Boot war leckgeschlagen. Schnell stand ein halber Meter Wasser im Boot.

Das Seenotrettungsboot HEINZ ORTH (l.) hat das leckgeschlagene Motorboot in Schlepp genommen. Der Seenotrettungskreuzer EUGEN begleitet den Schleppzug nach Kröslin.
Der freiwillige Seenotretter Marcel Gnasnick mit der leistungsstarken Lenzpumpe an Bord des leckgeschlagenen Motorbootes (Fotos: DGzRS – Die Seenotretter)

Gegen 11.15 Uhr erfuhr die SEENOTLEITUNG BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von der Notlage der Familie. Sie waren mit ihrem Boot auf die Untiefe „Großer Stubber“ mitten im Greifswalder Bodden aufgelaufen. Neben den Eltern befanden sich die fünfjährige Tochter und der achtjährige Sohn an Bord.

Die Seenotretter baten zunächst das in der Nähe fahrende Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff „Strelasund“ des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, beim Havaristen Standby zu machen. Die „Strelasund“ konnte aufgrund ihres Tiefgangs allerdings selbst nicht an das Motorboot heranfahren.

Nahezu zeitgleich trafen wenig später das Seenotrettungsboot HEINZ ORTH der Freiwilligen-Station Freest und der Seenotrettungskreuzer EUGEN der Station Greifswalder Oie an der Unglücksstelle ein. Dem besonders flachgehenden Arbeitsboot HUBERTUS der EUGEN gelang es bei nordwestlichen Winden um fünf Beaufort (bis 38 km/h Windgeschwindigkeit), sich vorsichtig zwischen den gefährlichen Steinen an den Havaristen heranzutasten.

Wasser stand bereits einen halben Meter hoch

Die Seenotretter übernahmen die Mutter und die zwei Kinder und brachten sie auf die EUGEN. „Alle waren unverletzt, aber verständlicherweise sehr aufgeregt. Es war deshalb das Beste, sie schnellstmöglich auf den Seenotrettungskreuzer zu bringen“, sagte Hartmut Trademann, Vormann der EUGEN.

Der Vater hingegen blieb an Bord des Motorbootes. Die HUBERTUS befreite es anschließend aus den Steinen. Zwei freiwillige Seenotretter der HEINZ ORTH stiegen mit einer leistungsstarken Lenzpumpe über. „In der Vorpiek stand das Wasser bereits etwa einen halben Meter hoch“, berichtete Holger Müller, Schiffsführer der HEINZ ORTH.

Das Freester Seenotrettungsboot nahm den Havaristen auf den Haken und schleppte ihn nach Kröslin. EUGEN und HUBERTUS sicherten den Anhang ab. Während der rund zweistündigen Schleppreise musste die Lenzpumpe ständig laufen, um das Motorboot schwimmfähig zu halten. Die beiden freiwilligen Seenotretter blieben zur Sicherheit die gesamte Zeit über an Bord.