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17.08.2018

Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!

Die Seenotretter bauen eine neue HAMBURG. Nach 35 Jahren Pause wird wieder ein Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den Namen der Hansestadt an der Elbe tragen. Damit würdigt die DGzRS die langjährige Verbundenheit der Hamburger mit den Seenotrettern. Sie hofft, dass sich viele Einwohner und Freunde der Stadt an der Finanzierung des Neubaus beteiligen. Das moderne Spezialschiff wird ab 2020 von der westlichsten DGzRS-Station Borkum aus im Einsatz sein. Zum Auftakt der Aktion „Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!“ ist bis Ende August 2018 eine Ausstellung im Hamburger Rathaus zu sehen.

HAMBURG wird Seenotretter! 2020 wird es wieder einen Seenotrettungskreuzer mit dem Namen HAMBURG geben. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) ist Schirmherr für das „Spendemanöver“.

Traditionell gibt die DGzRS den Namen einer neuen Rettungseinheit erst bei der Taufe bekannt. In diesem Fall machen die Seenotretter jedoch ganz bewusst eine Ausnahme: „Wir starten eine Spendenaktion in Hamburg, für die wir uns möglichst breite Unterstützung der Bevölkerung wünschen“, begründet Kapt. Ralf Krogmann, Repräsentant der Seenotretter an der Elbe, die Bekanntgabe des Namens HAMBURG noch vor Baubeginn.

Die Seenotretter rufen alle Einwohner, aber auch alle Liebhaber der Hansestadt an der Elbe dazu auf, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Das 24 Knoten (ca. 45 km/h) schnelle und fast 4.000 PS starke Spezialschiff wird zur neuen 28-Meter-Klasse der DGzRS gehören.

Die neue HAMBURG ist für die westlichste DGzRS-Station auf Borkum bestimmt. Ihr Einsatzgebiet wird die Emsmündung und weite Teile der Deutschen Bucht umfassen. Sie wird dort die ALFRIED KRUPP ablösen, die nach dann 32 Jahren im harten Einsatz außer Dienst gestellt wird.

Ausstellung auf der Hamburger Rathausdiele

Auch das Land Hamburg zeigt für das Projekt Flagge: „Seenotretter setzen sich ein. Sie retten Menschen auf Nord- und Ostsee aus Lebensgefahr. Das ist eine ehrenvolle Aufgabe. Ich unterstütze das mit voller Überzeugung“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch bei einem Senatsempfang für die Seenotretter am Freitag, 17. August 2018, im Hamburger Rathaus.

Der parteilose Politiker hat die Schirmherrschaft über die Aktion „Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!“ übernommen. Horch überreichte DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder außerdem einen Admiralitätsportugaleser. Die Ehrenmedaille des Hamburger Senats wird bei der Kiellegung im Frühjahr 2019 in den Rumpf des Neubaus eingelegt. Einer Tradition folgend, verheißt sie den Schiffbauern, vor allem aber auch Schiffsführung und Besatzung Sicherheit, Glück und Gesundheit. Sie wird bei jedem Einsatz mitfahren.

Bis Ende August ist auf der Hamburger Rathausdiele eine Ausstellung über die Seenotretter und die geplante neue HAMBURG zu sehen. Der Eintritt ist frei. „Viele Menschen werden der neuen HAMBURG ihr Leben verdanken. Den Seenotrettern gebührt Dank für ihre schwere Aufgabe, die viel Mut und Geschick erfordert. Ich freue mich, dass Hamburg seinen Respekt vor der Arbeit und für das bürgerschaftliche Engagement zum Ausdruck bringen kann“, sagte Senator Horch.

Enge Verbundenheit der Hamburger mit den Seenotrettern

Eine Spende für den neuen Seenotrettungskreuzer ist am einfachsten online möglich auf der Website über den „Spendenlotsen“ unter Angabe des Kennwortes HAMBURG. Die Alternative ist eine herkömmliche Überweisung mit dem gleichen Kennwort auf das Spendenkonto der DGzRS bei der Sparkasse Bremen, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16. Auch die Aktion „Name an Bord“ bieten die Seenotretter erneut an: Ab 5.000 Euro Spende fährt der eigene Name, der eines Unternehmens oder eines Menschen, der besonders geehrt werden soll, auf einer Danktafel an Bord der HAMBURG bei jedem Einsatz mit.

Rund 20.000 Hamburger unterstützen die Seenotretter mit regelmäßigen Spenden, und knapp 900 Sammelschiffchen haben ihren „Liegeplatz“ in der Hansestadt an der Elbe. Zu den prominentesten Hamburger Seenotretter-Freunden gehören mehrere ehrenamtliche „Bootschafter“ der DGzRS, darunter Schauspieler Jan Fedder, Fernsehkoch Tim Mälzer, die Moderatoren Bettina Tietjen, Yared Dibaba und Heike Götz sowie aktuell Schauspieler Till Demtrøder. Mit ihm zusammen ist ein Spendenabend in Hamburg geplant.

Wettbewerb um den Namen des Tochterbootes

Die Verbundenheit der Hamburger mit den Seenotrettern ist traditionell eng. Zwar hat die DGzRS seit mehr als 150 Jahren ihren Sitz in Bremen (entschieden wurde dies übrigens auf der Tagung des Gesellschaftsausschusses 1866 in Hamburg), doch ist Hamburg mit seinem Seehafen als „Tor zur Welt“ immer von besonderer Bedeutung für die Seenotretter gewesen.

Als besonderes Zeichen des Dankes der Seenotretter an die Hamburger soll das Tochterboot der neuen HAMBURG den Namen eines Hamburger Stadtteils tragen. Dazu wird die DGzRS einen Wettbewerb veranstalten, an dem sich alle Hamburger und Hamburg-Freunde beteiligen können.

Seit jeher erfährt die DGzRS aus Hamburg wertvolle ideelle und finanzielle Unterstützung durch Reeder und Kaufleute, Schiffsmakler und Fahrensleute, Hafenarbeiter, aber auch durch viele Menschen, die selbst nichts mit der Seefahrt zu tun haben. 1861, vier Jahre vor Gründung der DGzRS, entstand in Hamburg ein regionaler Verein zur Rettung Schiffbrüchiger. Er gründete unter anderem die Station Cuxhaven.

Name HAMBURG hat Tradition in der Rettungsflotte

Die neue HAMBURG wird die vierte Rettungseinheit dieses Namens in der mehr als 150-jährigen Geschichte der Seenotretter sein. Auch alle Vorgänger waren in ihrer jeweiligen Zeit sehr moderne Einsatzmittel.

So gehörte die 1925 auf der Station Friedrichskoog in Dienst gestellte HAMBURG (I) zu den ersten Motorrettungsbooten der DGzRS mit robusten, raumsparenden Dieselmotoren. Die 1942 für Langeoog gebaute HAMBURG (II) verfügte über modernste Seefunkanlagen, damals noch eine recht neue technische Errungenschaft. Und die 1960 in Dienst gestellte HAMBURG (III), im Einsatz auf den Stationen Burgstaaken (bis 1975) und Grömitz (bis 1985), gehörte zur legendären THEODOR-HEUSS-Klasse, den ersten in Serie gebauten Seenotrettungskreuzern mit Tochterboot, die bis heute ständig weiterentwickelt und verbessert werden.

Bereits der Bau der drei bisherigen Rettungseinheiten mit Namen HAMBURG war seinerzeit nur möglich dank jeweils großzügiger Unterstützung der Menschen in der Hansestadt an der Elbe.

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