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08.02.2010

Seenotretter über 2000 Mal im Einsatz auf Nord- und Ostsee

Mehr als 1000 Menschen gerettet und aus Gefahr befreit TV-Koch Tim Mälzer: „Ich bin stolz, jetzt ‚Bootschafter‘ zu sein“

1095 Menschen haben die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Verlauf des Jahres 2009 aus Seenot gerettet und aus Gefahrensituationen befreit (2008: 1105). Die 61 Seenotkreu¬zer und Seenot-rettungsboote in Nord- und Ostsee fuhren 2138 (2008: 2102) Einsätze.  

TV-Koch Tim Mälzer hat zum Jahresbeginn sein Ehrenamt als „Bootschafter“ für die DGzRS angetreten: „Ich bin stolz, ‚Bootschafter‘ bei den Seenotrettern zu sein, weil die Seenotretter die Idee vom uneigennützigen Engagement für in Not geratene Menschen praktizieren, ohne nach dem ‚Warum?‘ zu fragen. Dieses Anliegen kann jeder fördern – ein paar ‚Groschen‘ ins Sammelschiffchen, oder besser noch: eine zuverlässige Fördermitgliedschaft mit einem Beitrag ganz nach seinen persönlichen Möglichkeiten.“  Tim Mälzer verkündete die Einsatzzahlen an Bord des größten See-notkreuzers der DGzRS, der HERMANN MARWEDE, in Cuxhaven:

„Insgesamt wurden 36 Einsätze mehr gefahren; die Zahl der aus Seenot geretteten und aus Gefahr befreiten Personen ging um zehn zurück. In zahlreichen Fällen konnten die Seenotretter frühzeitig eingreifen und Schäden im Vorfeld begrenzen. Zum Vorjahr hat sich keine bemerkenswerte Veränderung ergeben.


In Nord- und Ostsee wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2009

*    123 Menschen aus Seenot gerettet und
*    972 Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit,
*    490 erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen,
             Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
*      65 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
*    941 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
*    502 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

Darüber hinaus ist die SEENOTLEITUNG BREMEN (Maritime Rescue Co-ordination
Centre, MRCC Bremen) in 219 (206) Seenotfällen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig gewesen.
Einschließlich aller Such- und  Rettungsaktionen sowie Kontrollfahrten haben allein die 20 Seenotkreuzer (die 41 Seenotrettungsboote nicht mitgerechnet) im vergangenen Jahr 73.955 (76.400) Seemeilen (ca. 137.000 Kilometer) in Nord- und Ostsee zurück¬gelegt, was fast dreieinhalb Erdumrundungen auf dem Äquator entspricht.“

Nach Beobachtungen der Seenotretter hat sich 2009 der Ab¬lauf der Jahreszeiten verändert. April, Mai und Juni zogen längere Schönwetterperioden mit sich, während der Sommer bis in den September hinein mit herbstlichem Charakter wahrgenommen wurde. Kräftige und kurze Starkwind- und Sturmperioden wurden häufiger registriert. Das führte zwischen Mai und Oktober zu einem geringfügig erhöhten Einsatzaufkom¬men gerade für die Frei¬zeitschifffahrt.

Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS insgesamt 76.610 Menschen aus Seenot gerettet oder aus lebensbedrohender Gefahr befreit. Das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Neumünster (Schleswig-Holstein), Gießen (Hessen) oder Frankfurt an der Oder (Brandenburg).


Gekentert, gesunken, gebrannt – vielfältige Ursachen für Rettungseinsätze


•    Der erste Seenot-Rettungseinsatz 2009 galt einem Fischer im Schlei-Revier auf der Ostsee nahe Maasholm. Der 55-Jährige wurde am 24. Januar 2009 von der Besatzung des Seenotkreuzers NIS RANDERS/Station Maasholm aus der neun Grad kalten Ostsee geborgen. Sein acht Meter langer Kutter war leck geschla¬gen und in kürzester Zeit gesunken. Der Seemann konnte noch Not-fackeln ent¬zünden. Die Seenotretter sichteten die Notsignale bei einer Übungs¬fahrt und leiteten sofort die Rettung ein.
•    Bei eisigem Westwind und grober See rettete die Besatzung des Seenot-kreuzers THEO FISCHER/Station Barhöft am 22. Februar 2009 zwei polnische Seeleute, die mit ihrem Kutter bei Hiddensee gestrandet waren. Das Schiff musste aufge¬geben werden.
•    Zu einem mehrstündigen Feuerlösch-Einsatz wurde der Seenotkreuzer BERLIN/Station Laboe am 12. Juni 2009 gerufen, nachdem auf dem Gelände eines Tanklagers an der Kieler Förde ein Großfeuer ausgebrochen war. Mehr als ein Dutzend Feuerwehren an Land wurden von den Seenotrettern nach-haltig unter¬stützt: Die Feuerlöschpumpen des Seenotkreuzers förderten pro Minute 36.000 Liter Wasser über eine Entfernung von 120 Metern in die Brand¬herde.
•    Eine Strandwanderung am Westende der ostfriesischen Insel Juist am 1. Juli 2009 endete für zwei Frauen aus dem Landkreis Osnabrück an Bord des See-notrettungsboots WOLTERA. Sie waren plötzlich vom auflaufenden Wasser  eingeschlossen worden.
•    „Ein Glück, dass ihr da seid…“ waren die ersten Worte der zwei Schiff-brüchigen, die am 16. Oktober 2009 um 08.30 Uhr von der Besatzung des Seenotkreuzers BREMEN vor Grömitz gerettet wurden. Sie waren von ihrer lichterloh brennen¬den Motoryacht in die neun Grad kalte Ostsee gesprungen und schwammen dort etwa 30 Minuten. Wegen des unsichtigen Wetters war es für die Seenotretter sehr schwer, die Männer zu finden: Die angegebene Position war nicht eindeutig. Nach eigenen Aussagen hätten sie nicht länger im Wasser treiben können: „Als wir die Seenotretter sahen, waren wir erleichtert“, sagten Björn Füllberg und André Sievert dankbar, nachdem sie vom Tochter¬boot des Seenotkreuzers auf¬genommen worden waren.
 
 

Neuer Seenotkreuzer SK 32 in Planung für 2012

Der 1975 gebaute 44-Meter-Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER wird voraussicht-lich im Frühjahr 2012 nach dann 37-jähriger Einsatzzeit von einem Neubau abgelöst. Den Auftrag zum Bau des ca. 36 Meter langen Schiffes erteilte die DGzRS im Oktober der Werft Fr. Fassmer in Berne/Motzen. Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungs¬phase. Die Kiellegung wird voraussichtlich Ende 2010 erfolgen.

Für den Bau eines dritten Seenotkreuzers der 20-Meter-Klasse haben die Seenotretter nach den guten Erfahrungen mit der EISWETTE und der EUGEN eine Option einge¬löst. Die ersten Arbeiten sind zum Jahresbeginn aufgenommen worden.

Spendenergebnis stabil

Die eigentlichen Sammlungserlöse belaufen sich im Jahr 2009 auf ca. 18,2 Mio. Euro. und sind damit annähernd gleich zum Vorjahr  (2008: 18,3 Mio. Euro). Ein endgültiges Gesamtergebnis wird erst nach Vorlage des Jahresabschlusses vorliegen.

Das Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin ist der DGzRS auch für das Jahr 2010 verliehen worden. Zum wiederholten Male findet die Arbeit auf See und an Land damit Anerkennung.

61 Seenotrettungsboote und Seenotkreuzer werden in Nord- und Ostsee, zwischen Borkum und Ueckermünde eingesetzt. 186 fest angestellte und rund 800 ehrenamtlich tätige Seenotretter sind auf 54 Stationen auf den Inseln und entlang der Küsten ständig einsatzbereit.

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