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03.04.2020

Schweißen, was der Draht hergibt

In der Werfthalle liegt ein großes Aluminiumgerippe auf einer Baumalle. An einigen Stellen leuchtet ein hellgrüner Lichtbogen auf. Es knistert, zischt und riecht leicht nach angebranntem Metall. Der Schweißdraht in der linken Hand des Werftarbeiters wird immer kürzer, bald muss er ihn nachführen. Ein weiteres Stück von ungezählten Drahtmetern, die die Schweißer für den Bau des neuen Seenotrettungskreuzers für den Darß verbrauchen. Aus Tausenden von Einzelteilen setzen sie derzeit den Rumpf des Neubaus zusammen. Und manchmal legen sie Brenner und Draht beiseite, nehmen die Fernbedienung der Hallenkrane – so heißt die Mehrzahl von Kran in der Fachsprache – in die Hand und setzen zwei separat entstandene Rumpfsektionen aufeinander. Selbstverständlich hat die Fassmer Werft ebenfalls umfassend auf das Coronavirus Sars-CoV-2 reagiert: Es wird in einem Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet, um die Kontakte unter den Mitarbeitern zu verringern und den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Ob sich wegen dieser Maßnahme der Baufortschritt verzögern wird, ist im Moment zwar nicht abzusehen, aber das ist auch zweitrangig – das Wichtigste ist und bleibt die Gesundheit der Menschen. (Fotos 1-4: Martin Stöver)

SK 42 ist das sechste Schiff der völlig neu konstruierten 28-Meter-Klasse, die nach und nach die bewährte 27,5-Meter-Klasse ersetzt. Das Typschiff hatten die Seenotretter zu ihrem 150-jährigen Bestehen Ende Mai 2015 auf den Namen ERNST MEIER-HEDDE getauft und auf Amrum stationiert. Der Neubau ist für den Darß bestimmt. Er wird im Rahmen der notwendigen ständigen Modernisierung der Rettungsflotte die THEO FISCHER ablösen. Diese wiederum soll künftig ohne feste Station immer dort zum Einsatz kommen, wo andere Seenotrettungskreuzer vertreten werden müssen, zum Beispiel während turnusgemäßer Generalüberholungen.