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15.07.2019

PIDDER LÜNG aus Pappe

Vorsichtig glättet Felix mit einer Feile die Schnittkante an einem Holzspieß. Jetzt nur nicht zu fest drücken, sonst bricht der dünne Stab durch. Der 13-Jährige legt die Feile zur Seite und fährt mit den Fingern über die Stelle, die er bearbeitet hat. Er lächelt zufrieden – das letzte Stück für die Reling der PIDDER LÜNG ist fertig. Die beiden Enden streicht er mit Klebstoff ein und setzt den Holzspieß auf der Backboard-Seite des Seenotrettungskreuzers ein.

In Felix’ 1:20-Papp-Modell der PIDDER LÜNG stecken neun Monate leidenschaftliche Arbeit.

Jetzt fehlen nur noch der Anstrich und das Dach für die Brücke. Dann gleicht Felix’ 1:20-Modell aus Pappe und Holzspießen nach einer Bauzeit von einem Dreivierteljahr seinem großen Vorbild: der PIDDER LÜNG. „Nachdem ich 2014 den Seenotrettungskreuzer in List besichtigt habe, ging es mit meinem Interesse für die Seenotretter so richtig los“, erzählt der Schüler aus Nürnberg. Seitdem saugt er jede Information auf: „Mich fasziniert, dass die Besatzungen mitunter ihr Leben einsetzen, um Schiffbrüchige zu retten, und dass sich die Seenotretter ausschließlich über Spenden finanzieren.“

Die PIDDER LÜNG ist Felix‘ Lieblingskreuzer: „Ich finde sie so toll – besonders mit der neuen tagesleuchtroten Folie. Deshalb baue ich sie nach.“ Als Material für sein Modell verwendete er vor allem Pappe und Holzspieße, weil sich beides einfach verarbeiten lässt. So kann er die Pappe sehr leicht biegen, um unter anderem den abgerundeten Bug nachzubauen.

Wo das Material besonders stabil sein muss, wie an den Außenwänden und am Dach, verstärkte er sie mit dünnen Holzplatten. Und an manchen Stellen waren besondere Ideen gefragt, damit sein Modell wie das Original aussieht: Für die Fenderkissen etwa benutzte Felix Radiergummis, die Scheuerleiste baute er aus einem dünnen orangenen Kabel nach.

Seine Familie hat Felix mit seinem Enthusiasmus für die Seenotretter bereits angesteckt: „Ich finde es toll, mit welchem Eifer mein Sohn sich dieser Leidenschaft hingibt, und unterstütze ihn, wo es geht“, sagt Felix’ Vater Ralph . „Er ist von den Seenotrettern, ihrer Arbeit und ihren Schiffen begeistert. Auch meine Frau und ich wissen langsam, welcher Seenotrettungskreuzer in welchem Hafen liegt, wieviel PS die PIDDER LÜNG hat und vieles mehr.“

Ein Freund von Felix hat mittlerweile ebenfalls einen Seenotrettungskreuzer besichtigt: „Er ist gerade dabei, die BERLIN nachzubauen – ebenfalls aus Pappe“, sagt Felix und grinst. Für die Sommerferien hat er wie in den vergangenen Jahren lediglich einen Wunsch: erneut den Familienurlaub auf Sylt verbringen, damit er „seine“ PIDDER LÜNG wiedersehen kann. Und vielleicht kommt es dann auch zum Rendezvous zwischen der „Großen“ aus Alu und der „Kleinen“ aus Pappe.