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08.09.2019

Neues Seenotrettungsboot der DGzRS in Breege auf den Namen MANFRED HESSDÖRFER getauft

Freiwilligenstation erhält speziell für das Revier entwickelten Bootstyp

Das neueste Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat am Sonntag, 8. September 2019, in Breege auf Rügen den Namen MANFRED HESSDÖRFER erhalten. Die Freiwilligenstation am Großen Jasmunder Bodden verfügt jetzt über einen speziell für das Revier entwickelten neuen Bootstyp: Rund neun Meter lang, 88 Zentimeter Tiefgang und 38 Knoten (ca. 70 km/h) schnell – dies sind einige der markanten technischen Daten.

Die MANFRED HESSDÖRFER entstand auf der finnischen Spezialwerft Arctic Airboats in enger Entwicklungszusammenarbeit mit den Seenotrettern. Das aus sehr robustem Polyethylen bestehende Vollkunststoffboot ist äußerst wartungsarm und verfügt über zwei 200-PS-Außenbordmotoren.

Mit den Worten „Ich taufe Dich auf den Namen MANFRED HESSDÖRFER und wünsche Dir und Deiner Besatzung allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“, taufte Silvia Reinhold, die Nichte des Namengebers, das neue Seenotrettungsboot.

Lebenslang den Seenotrettern eng verbunden

Manfred Hessdörfer hatte die Seenotretter großzügig in seinem Nachlass bedacht. „Dafür sind wir ausgesprochen dankbar, denn dies versetzt uns in die Lage, unsere Freiwilligen-Station mit einem neuen, modernen Seenotrettungsboot auszurüsten und der Besatzung damit bestmögliche Aussicht auf Erfolg ihrer mitunter auch gefahrvollen Einsätze zu geben“, sagte Gerhard Harder, ehrenamtlicher Vorsitzer der DGzRS, anlässlich der Taufe.

Hessdörfer wurde in Aschaffenburg geboren und lebte in Nürnberg und Fürth. Zeit seines Lebens hatte er sich der See und in besonderem Maße den Seenotrettern eng verbunden gefühlt. „Schon als junger Mann ist er gerudert, später hat er den Bootsführerschein gemacht und viel Freizeit und Urlaub auf dem Wasser verbracht“, weiß Silvia Reinhold über ihren Onkel.

Zur traditionellen Taufzeremonie waren auch die freiwilligen Seenotretter der Nachbarstationen Vitte/Hiddensee und Freest mit den Seenotrettungsbooten NAUSIKAA und HEINZ ORTH nach Breege gekommen. Auf der Station Breege hat die MANFRED HESSDÖRFER das Seenotrettungsboot DORNBUSCH ersetzt. Es war mehr als 25 Jahre lang im Einsatz, zunächst stationiert in Vitte/Hiddensee und seit 2006 in Breege. Die DORNBUSCH wird an die estnischen Seenotretter der Halbinsel Juminda übergeben und dort weiterhin im maritimen Such- und Rettungsdienst eingesetzt.

Geschichte der Station Breege

Breege gehört zu den jüngsten Stationen der Seenotretter. Die vor 154 Jahren gegründete DGzRS richtete die Freiwilligen-Station 1997 ein. In den 22 Jahren des Bestehens der Station ist die MANFRED HESSDÖRFER nach MÖVENORT (IV), WALTHER MÜLLER und DORNBUSCH die nunmehr vierte dort stationierte Rettungseinheit. 15 freiwillige Seenotretter um Vormann Olaf Redmer engagieren sich ehrenamtlich auf der DGzRS-Station Breege.

Zwar ist die DGzRS-Station Breege noch relativ jung, doch haben die Seenotretter gerade in dieser Region eine besonders lange Geschichte. Bereits im Januar 1866, nicht einmal ein Jahr nach Gründung der DGzRS, entstand der Neuvorpommersch-Rügensche Verein zur Rettung Schiffbrüchiger als ihr dortiger Bezirksverein. Ende 1866 richtete er die erste Rettungsstation ein. Sie steht noch immer: Die Freiwillige Feuerwehr Putgarten nutzt das Gebäude heute. Vormann des seinerzeit dort stationierten Ruderrettungsbootes war – da schließt sich der Kreis – Kapitän Heinrich Leewe aus Breege.

Die Eckdaten des neuen Seenotrettungsbootes:

Länge über Alles: 8,90 Meter

Breite über Alles: 3,10 Meter

Tiefgang: 0,88 Meter Tiefgang (0,65 Meter bei geklappten Motoren im Flachwasserbereich)

Verdrängung: 3,2 Tonnen

Geschwindigkeit: 38 Knoten (ca. 70 km/h)

Besatzung: Freiwillige
Antrieb: Yamaha FL200G, Yamaha F200G, je 200 PS

Das sogenannte Rigid Buoyancy Boat (RBB) erreicht seinen Auftrieb – wie der Name  sagt – durch seinen starren leichten Rumpf selbst, ohne Schlauch. Die Manövrierfähigkeit, das Schleppverhalten und die Stabilität des Vollkunststoffbootes sind außerordentlich gut, Sog und Wellenschlag gering.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. 180 fest angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter fahren Jahr für Jahr mehr als 2.000 Einsätze. Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen rund 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident.

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