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26.10.2018

Neues Ausbildungs- und Trainingsboot der Seenotretter auf den Namen MERVI getauft

Deutsche Fernsehlotterie fördert modernes Spezialschiff der DGzRS

Gut zehn Meter lang, weniger als einen Meter Tiefgang und äußerst seetüchtig – dies sind einige markante Merkmale des neuen Ausbildungs- und Trainingsbootes der Seenotretter. Die jüngste Einheit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde am Samstag, 27. Oktober 2018, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Stadthafen von Neustadt in Holstein auf den Namen MERVI getauft. Ganz in der Nähe, auf dem Wieksberg, unterhält die DGzRS seit mehr als 20 Jahren ihre eigene Ausbildungsstation.


Das neue Spezialschiff mit der internen Bezeichnung SRB 72 ist der erste Neubau für die praktische Aus- und Fortbildung der Seenotretter. „Dank einer Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie erhalten wir ein Boot auf dem neuesten Stand der Technik. Unsere Besatzungen können jetzt mit dem gleichen Material trainieren, das sie auch auf ihren Stationen vorfinden“, sagt der Vormann der Ausbildungsstation Wolfgang Behnk.

Der Neubau gehört zur 9,5-/10,1-Meter Klasse der Seenotretter. Bereits 26 Einheiten dieses Typs haben sich in allen deutschen Revieren von Nord- und Ostsee hervorragend bewährt. Die Deutsche Fernsehlotterie hat das Spezialschiff mit 525.000 Euro gefördert. Das entspricht etwa der Hälfte der Baukosten.

Die hohe Einsatzbereitschaft der Seenotretter begeistert Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie: „Mit der Hilfe unserer Mitspielerinnen und Mitspieler stärken wir das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft – an Land und jetzt auch auf See. Wir freuen uns, dass wir die wichtige Arbeit der Seenotretter mit unserer Förderung unterstützen können.“

Bereits bei der Kiellegung Anfang August 2017 war eine Gedenkmedaille der Deutschen Fernsehlotterie in eine Sektion des Rumpfes eingelegt worden. Einer Schiffbautradition folgend wird sie nun bei jeder Fahrt dabei sein. Das soll den Seenotrettern Sicherheit, Glück und Gesundheit verheißen.

Mandy Schmidt, Hörfunk-Moderatorin bei NDR 1 Welle Nord am Morgen, taufte das neue Ausbildungs- und Trainingsboot auf den Namen MERVI. Sie wünschte „allzeit gute Fahrt und der Besatzung stets eine sichere Heimkehr“. Der Name des Neubaus, ein finnischer Mädchenname, erinnert auf Wunsch der Deutschen Fernsehlotterie an eine ihr eng verbundene und sozial überaus engagierte Frau, die früh verstorben ist und drei Kinder hinterlassen hat. „Mit ihrem lebensbejahenden, geradezu stürmischen, skandinavisch-herzlichen Charakter passt sie als Namengeberin sehr gut zu diesem neuen Boot der Seenotretter“, sagt Christian Kipper.

Die MERVI ist eines von zwölf Neubauten des gleichen Typs. Allerdings wurde sie in einigen Punkten gegenüber den anderen Einheiten ihrer Klasse deutlich verändert. Unter anderem verfügt sie über zwei Radargeräte, zusätzliche Arbeitsplätze für Ausbilder unter Deck und die Möglichkeit, den Fahrstand abzudunkeln, um Nebel- und Nachfahrten zu trainieren.

Gefahren wird die MERVI wie ihre Schwesterschiffe von Freiwilligen. Auch die Ausbilder der Seenotretter sind ehrenamtlich tätig, genauso wie mehr als 800 der rund 1.000 Seenotretter an Nord- und Ostseeküste. Die Eckdaten des Neubaus:

Länge über Alles: 10,1 Meter • Breite über Alles: 3,61 Meter • Tiefgang: 0,96 Meter

Verdrängung: 8 Tonnen • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h) • Besatzung: Freiwillige

Antrieb: ein Propeller, 380 PS

Wie alle Einheiten der Seenotretter ist die MERVI als Selbstaufrichter konstruiert und vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem gebaut. Sie zeichnet sich durch hohe Seetüchtigkeit aus. In Grundsee und Brandung besitzt sie gute See-Eigenschaften, manövriert einwandfrei, übersteht heftige Grundstöße und ist in der Lage, dank des rundumlaufenden Fendersystems auch bei höheren Fahrtstufen und unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits zu gehen.

Seit Gründung der Ausbildungsstation vor 22 Jahren hat die DGzRS in Neustadt rund 5.000 Teilnehmer in sieben verschiedenen Lernfeldern geschult. Vormann der Station ist Wolfgang Behnk, den Lehrbetrieb leitet Larissa Buck.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenot¬rettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2.000 Einsätze, koordiniert von der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre). Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zu¬wendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen rund 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.

Über die Deutsche Fernsehlotterie

Die Deutsche Fernsehlotterie ist die traditionsreichste Soziallotterie Deutschlands. Zusammen mit ihren Mitspielern unterstützt sie das Gemeinwesen im Land. Denn: Jedes Los hilft! Von 1956 bis heute erzielte sie einen karitativen Zweckertrag von über 1,9 Milliarden Euro und konnte so durch ihre Stiftung, das Deutsche Hilfswerk, mehr als 8.500 Projekte fördern. Kindern, Jugendlichen und Familien, Senioren, Menschen mit Behinderung oder schwerer Erkrankung wird so ein besseres Leben ermöglicht. Gleichzeitig bietet die Fernsehlotterie ihren Mitspielern die Chance auf Millionengewinne, Sofortrenten und attraktive Sachgewinne. www.fernsehlotterie.de

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