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12.09.2019

Neuer Seenotrettungskreuzer für DGzRS-Station Grömitz auf Kiel gelegt

Merle Davids hält ein kleines Stück Metall mit großer Bedeutung für die Seenotretter in der Hand: Es ist eine Bremer Zwei-Euro-Münze, die die 19-Jährige als Glücksbringer in den Rumpf des jüngsten Seenotrettungskreuzer-Neubaus der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einlegt. Die traditionelle Kiellegung ist für sie etwas ganz Besonderes: Auf dem für die Station Grömitz bestimmten Spezialschiff wird ihr Vater Markus im Einsatz sein – bei jedem Wetter. Und sie selbst sammelt dafür Spenden.

Unter den Augen ihres Vaters und Seenotretters Markus Davids (l.) sowie des Vormanns Guido Förster hält Merle Davids die Bremer Zwei-Euro-Münze für die Fotografen schon einmal an die richtige Stelle, bevor sie sie endgültig in die Aluminiumtasche fallen lässt.

„Als Papa noch Fischer gewesen ist, war er einmal auf die Hilfe der Seenotretter angewiesen. Was die DGzRS macht und wie sie es macht, unabhängig und nur mit Spenden, das finde ich richtig gut“, sagt die Auszubildende zur Industriekauffrau. Merle Davids und auch ihre Mutter Christine stärken Vater und Ehemann Markus Davids nicht nur ideell den Rücken: „Ich habe am Tag der Seenotretter geholfen, mich bei Vorführungen retten lassen und begonnen, neue Förderer zu gewinnen“, berichtet die Maasholmerin. Sie und ihre Mutter sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Seenotretter an Land.

Als Merle Davids gefragt wurde, ob sie den neuen Seenotrettungskreuzers ihres Vaters auf Kiel legt, brauchte sie nicht lange zu überlegen. Denn schließlich soll die am Kollisionsschott eingelegte Münze nicht nur den Schiffbauern, sondern auch der künftigen Besatzung um ihren Vater Glück verheißen. Das Geldstück mit Bremer Rathaus und Roland wird in den rund 30 Dienstjahren des Spezialschiffes jeden Einsatz mitfahren.

Apropos Geld: Finanziert wird der neue Seenotrettungskreuzer mit der internen Bezeichnung SK 41 überwiegend aus einer Erbschaft. „Zuwendungen aus Nachlässen sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der Finanzierung der Seenotretter und ein sehr großer Vertrauensbeweis“, sagte DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler bei der Kiellegung auf der Werft Fr. Fassmer in Bardenfleth an der Unterweser. „Wer seine Hochachtung vor der Selbstlosigkeit, dem Mut und der gleichzeitigen Bescheidenheit unserer Besatzungen in seinem letzten Willen Ausdruck verleiht, dem gebührt unser ganz besonderer Dank“, sagte Stadeler.

Ein Schiffbauer der Bauwerft Fr. Fassmer aus Berne/Unterweser verschweißt die Aluminiumtasche.

Neubau ersetzt den Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK

Die inzwischen fünfte Rettungseinheit der 28-Meter-Klasse soll im Rahmen der notwendigen ständigen Modernisierung der Rettungsflotte auf der Station Grömitz die HANS HACKMACK ablösen. Diese wiederum soll künftig ohne feste Station immer dort zum Einsatz kommen, wo andere Seenotrettungskreuzer vertreten werden müssen, zum Beispiel während turnusgemäßer Generalüberholungen.

Eckdaten des neuen Seenotrettungskreuzers

Die Einheiten der jüngsten und modernsten Seenotrettungskreuzer-Klasse werden an wichtigen Küstenpunkten stationiert. Ihr Einsatzgebiet wird das Küstenvorfeld ebenso wie die hohe See sein – bei jedem Wetter und auch unter extremsten Bedingungen. Die Spezialschiffe werden vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem als Selbstaufrichter gebaut.

Besondere Merkmale sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord, eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See und die Fähigkeit, sich im Falle des Durchkenterns innerhalb weniger Sekunden wieder aufzurichten. In der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne führen die 28-Meter-Einheiten jeweils ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich, das auf See unabhängig vom Mutterschiff agieren kann.

Genauso wie das Tochterboot den Seenotrettungskreuzer unterstützt, kann sich Markus Davids auch weiterhin der Unterstützung seiner Tochter Merle an Land sicher sein. Und für die Zukunft schließt die junge Frau sogar den eigenen Sprung an Bord eines Seenotrettungskreuzers nicht aus: „Aber erst einmal hat die Ausbildung Vorrang.“

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