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02.01.2019

„Ich lebe die Notfallmedizin in allen Facetten“

Seit 18 Jahren ist Stefan Rulf „Insel-Notarzt“ auf Rügen. „Schon 2001 kam von den Seenotrettern in Sassnitz die erste Anfrage – Anlass war ein Brand auf einem Fährschiff“, erinnert sich der Mediziner. „Als Selbstständiger kann ich die Seenotretter flexibel unterstützen. Nach einer gemeinsamen Fortbildung war mein Interesse geweckt.“

Freiwilliger Seenotarzt Stefan Rulf bei einer Übung Foto: Die Seenotretter – DGzRS/Markus Scholz

Der 53-jährige Wassersportler betont: „Ich habe mich schon als Jugendlicher im Sanitätsdienst und als Rettungsschwimmer engagiert. Heute lebe ich die Notfallmedizin in allen Facetten.“ Als einer der ersten freiberuflichen Notärzte in Deutschland ist er seit 25 Jahren in der Landrettung tätig. 1994 machte er sich als Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Medizin und Gesundheit selbstständig. Einsätze in der Luftrettung, der Intensivverlegung und der Auslandsrückholung kamen im Laufe der Jahre hinzu.

„Allein die Seefahrt habe ich nicht von der Pike auf gelernt“, sagt Rulf. „Deshalb fragte ich 2006 den damaligen Vormann Hartmut Mühlwald, wie das zu ändern wäre.“ So begann seine Zeit als freiwilliger Seenotretter auf dem zu der Zeit in Sassnitz stationierten Seenotrettungskreuzer WILHELM KAISEN. „Ich gehe heute auf der HARRO KOEBKE rund drei Wochen pro Jahr als Freiwilliger an Bord. Bei Bedarf agiere ich als Seenotarzt, das passiert zum Glück nur zwei oder drei Mal im Jahr.“

Die Arbeit „im Team gleichgesinnt Verrückter“ sei sehr befriedigend – umso mehr, wenn man Menschen aus einer ausweglosen Situation helfen könne. Der faszinierende Arbeitsplatz Schiff sei wegen der Wetterbedingungen und häufig langer Behandlungszeiten herausfordernd, etwa falls ein Patient nicht per Hubschrauber abgeholt werden könne.

Nach so langer Zeit sind die Grenzen zwischen Ehrenamt und Privatleben fließend. „Ich bin mit den meisten Sassnitzer Seenotrettern über den Dienst hinaus verbunden“, berichtet Rulf. Seine Partnerin gehört seit Jahren zu den Förderern der Seenotretter, genau wie der gemeinsame 18-jährige Sohn: „Er ist inzwischen Rettungsschwimmer und seit Kindertagen an der DGzRS interessiert. Die Feier seines 12. Geburtstages im heimischen Berlin sagte er ab, um mit uns zur Taufe der HARRO KOEBKE zu fahren.“

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