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20.04.2018

„Halbe Sachen mache ich nicht“

Den 5. Juli 2003 wird Johannes Erichsen sicher nicht vergessen: Kurz zuvor hatte er sich ein Motorboot gekauft. Und nun war er extra aus Lüneburg an die Flensburger Außenförde gereist, um im Yachthafen Gelting-Mole einen Liegeplatz zu übernehmen. „Dabei bin ich auf den ‚Tag der Seenotretter‘ gestoßen und habe mich spontan als Förderer gewinnen lassen“, erinnert er sich. Schon wenig später veränderte dieser Zufall sein ganzes, damals noch frisch gebackenes Leben als Pensionär.

Johannes Erichsen engagiert sich ehrenamtlich für die Seenotretter.

„Der Gemeinschaftsgedanke, der hinter den Seenotrettern steht, hat mich gepackt“, sagt Erichsen. Ein paar Wochen später besuchte er in Bremen die SEENOTLEITUNG: „Ich wollte mehr über die Arbeit erfahren.“ Mit einem kompletten Satz signalroter Dienstkleidung fuhr er zurück nach Hause: „Ich habe sofort als Ehrenamtlicher an Land angeheuert.“

Genauso wichtig wie die Arbeit der Seenotretter auf Nord- und Ostsee ist das Engagement der vielen Freiwilligen an Land. „Jemand muss sich ja um die Spenden kümmern, mit denen die Einsätze ausschließlich finanziert werden“, sagt Erichsen. Jahrzehntelang hat er aus der Hamburger Zentrale eines Getränkeherstellers den Absatz von Erfrischungsgetränken angekurbelt. Seit mittlerweile 14 Jahren setzt er dieselbe Überzeugungskraft ein, um neue Förderer für die Seenotretter zu finden und regelmäßige Unterstützer zu gewinnen.

Längst ist er mit seiner Familie nach Gelting-Mole gezogen. Dort kennen ihn mittlerweile auch viele der sommerlichen Feriengäste: „Informationsveranstaltungen hier in Gelting, Vorträge auf Messen in Husum oder anderen Orten: Ich tue alles, was mir einfällt, um die Gesellschaft zu unterstützen“, fasst er knapp und ohne Pathos sein Engagement zusammen. Neben dem eigenen Motorboot kümmert er sich um eine Flotte von 39 weiteren Schiffen – jenen bekannten Sammelschiffchen, die eine wichtige Geldquelle der DGzRS sind.

Wenn es sein muss, steigt Erichsen aber auch ins Seenotrettungsboot JENS FÜERSCHIPP der Station Gelting und fährt als freiwilliger Seenotretter mit zum Einsatz raus. Außer seiner ehrenamtlichen Tätigkeit an Land ist er mittlerweile auch Freiwilliger auf See, gerade hat er wieder seine Seetauglichkeit attestiert bekommen. Sein Motto ist dabei ganz einfach: „Halbe Sachen mache ich nicht.“

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