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02.10.2019

Ein Professor vom Infostand

Der Orkan kam unangekündigt und aus heiterem Himmel: Ulrich Schaarschmidt segelte mit seiner Frau und Freunden zwischen thailändischen Inseln, als der Wind mit einer Stärke von elf bis zwölf das Boot flach ins Wasser warf.

Im vergangenen Jahr lernte Ulrich Schaarschmidt (2.v.r.) auf der „boot“ den ehrenamtlichen Seenotretter-„Bootschafter“ Till Demtrøder (Mitte) kennen

„Eine Stunde lang stand ich nass im Sturm an der Pinne und versuchte, das Boot in den Wind zu drehen und wiederaufzurichten.“ Zum Glück hatte das Wasser 30 Grad, das über ihn hinwegfegte, und die Luft war heiß. Der tropische Orkan flaute so plötzlich ab, wie er gekommen war. Die Segler konnten sich trotz zerfetzten Riggs auf eine Insel retten.

Ulrich Schaarschmidt ist klar: Im kalten Wasser der Nordsee hätte er das Unglück wohl kaum überlebt. Für umso wichtiger hält er die Arbeit der Seenotretter, die auch bei Eiseskälte und im schwersten Sturm rausfahren, um Menschen zu retten. Seit etwa vier Jahren ist Schaarschmidt ehrenamtlicher Mitarbeiter an Land. Der 64-jährige Hamburger ist Professor für Elektro- und Informationstechnik an der Fachhochschule Düsseldorf. Für ihn steht fest: „Ich habe keine Lust, mit Nebenjobs zusätzlich Geld zu verdienen. Ich engagiere mich lieber ehrenamtlich.“ 

In seiner Freizeit bildet er, natürlich ehrenamtlich, beim Hochschulsport Binnensegler und Sportküstenschiffer aus. Für die Seenotretter stellt er sich nicht nur bei Messen und Veranstaltungen tagelang an den Stand und wirbt Förderer. Der Ingenieur und Informatiker bringt zudem seine breite Erfahrung sowohl am Computer als auch auf See und als Wissensvermittler ein. Aus solchen Wochenenden zieht Ulrich Schaarschmidt selbst Befriedigung, wie er sagt. „Die Teilnehmer sind interessiert, sie wollen lernen und stellen viele Fragen. Das ist ein schönes Erlebnis.“

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