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07.05.2015

Die Seenotretter: Astronauten ohne Raumanzug

ESA-Astronaut Alexander Gerst besucht die DGzRS und gratuliert ihr zum 150. Geburtstag.

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst (in blauem Overall) überreichte bei einem Besuch in der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS eine Tafel mit den Originalabzeichen, die ihn auf seiner Mission zur internationalen Raumstation ISS 2014 begleiteten.

Sie tragen Rettungswesten statt Raumanzüge und Südwester statt Astronauten-Helme. Ihr „Kontrollzentrum“ auf sicherem, trockenem Boden ist die SEENOTLEITUNG BREMEN. Bei jedem Aufbruch ins Ungewisse haben Seenotretter und Astronauten allerdings den gleichen Wunsch: stets eine sichere Heimkehr. Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst gratulierte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Donnerstag, 7. Mai 2015, bei einem persönlichen Besuch in der Zentrale in Bremen zum 150-jährigen Bestehen.

Ein Jahr vor dem Jubiläum hatte Gerst Ende Mai 2014 bei seinem Flug zur Internationalen Raumstation ISS eine Flagge der Seenotretter im Gepäck – als Symbol für ihre Arbeit über Grenzen hinweg. Damit zeigte er im Weltall im Wortsinn Flagge für die DGzRS, während er in mehr als 400 Kilometern Höhe im Raumschiff über das Einsatzgebiet der Seenotretter-Schiffe hinwegflog.
Astronauten und Seenotretter verbindet mehr als auf den ersten Blick zu vermuten ist: Satelliten helfen den Seenotrettern heute dabei, Schiffe in Not zu finden und Schiffbrüchige zu retten. Und nicht zuletzt musste Alexander Gerst vor seinem Abflug ein Überleben-auf-See-Training für den Fall absolvieren, dass seine Raumkapsel bei der Rückkehr zur Erde im Meer landet.

„Genau wie Astronauten sind Seenotretter für Extremsituationen ausgebildet. Auf meine Mission habe ich mich sehr gut vorbereitet. Die Seenotretter bereiten sich ebenso sorgfältig auf ihre oft gefahrvollen Einsätze vor. Deshalb habe ich großen Respekt vor der Arbeit der Seenotretter. Besonders beeindruckt mich, dass ihre gesamte Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Beiträge finanziert wird“, sagt Gerst. Sein Jubiläumswunsch: „Den Seenotrettern wünsche ich vor allem das, was auch wir Astronauten uns gegenseitig wünschen: stets eine sichere Heimkehr!“

Bereits im All zeichnete Gerst eine Videobotschaft auf, mit der er Anfang Juni 2015 Seenotretter aus aller Welt grüßen wird: Zu ihrem 150-jährigen Bestehen ist die DGzRS in Bremerhaven Gastgeber für zahlreiche Schiffe, Besatzungen und Experten von Seenotrettungsdiensten aus vielen Ländern. Die vollständige Videobotschaft ist zu sehen unter www.seenotretter.de/weltraumflagge.
Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der deutschen Seenotretter tagt der nur alle vier Jahre stattfindende World Maritime Rescue Congress (WMRC) der International Maritime Rescue Federation (IMRF) vom 1. bis 4. Juni in Deutschland. Zuvor lädt die DGzRS ihre Freunde und Förderer zu ihren Jubiläumsveranstaltungen vom 29. bis 31. Mai nach Bremen und Bremerhaven ein. Die Rettungseinheiten aus dem Ausland werden bereits am 30. Mai zu besichtigen sein. Mehr Informationen: www.150-jahre-seenotretter.de und www.international-maritime-rescue.org.

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. 180 fest angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter fahren Jahr für Jahr mehr als 2.000 Einsätze. Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen fast 82.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident.

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