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11.07.2016

Das Sammelschiffchen auf #Bootstour

18 Tage, neun Orte, drei Männer, ein Ziel: die Suche nach Hoffnung. Drei Freunde der Seenotretter – ein Filmer, ein bloggender Fotograf und ein Journalist – haben auf einer #Bootstour Deutschland bereist. In ihrem Schlepptau: Das Sammelschiffchen der Seenotretter.


Die #Bootstour-Crew: der bloggende Fotograf Tom Tautz, Journalist Alexander Nortrup und Kameramann Dorian-Vasco Nagel Foto: DGzRS/Tom Tautz

Die drei Freunde haben nach Geschichten von Rettung und Hoffnung gesucht, und sind reichlich fündig geworden. Von der Zugspitze bis nach Rügen, von Dresden bis Köln: Überall in Deutschland haben sie Menschen getroffen und porträtiert, die sich haupt- oder ehrenamtlich für andere einsetzen und täglich Leben retten. Das Spektrum war breit, von der Hilfe für Obdachlose in München über eine Rettungshundestaffel an der Zugspitze, die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) in Düsseldorf bis hin zu der Besatzung eines Seenotrettungskreuzers auf Rügen.

Aber auch ganz andere Geschichten der Hoffnung sammelten die drei tourenden Kreativen – im Gespräch unter anderem mit Bestsellerautor Frank Schätzing, Hannah Berger von der Gedenkstätte Berliner Mauer und Co-Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen. Klares Resultat: Es gibt in Deutschland eine große Zahl Menschen, die sich der Sicherheit und Hilfe, Gemeinschaft und Freiheit verschrieben haben.

Die 3.819 Kilometer lange #Bootstour mit Bulli und Anhänger wurde breit dokumentiert: 28 Videos, darunter 21 ausführliche Video-Interviews, wurden gefilmt und geschnitten, dazu entstanden Hunderte Fotos sowie insgesamt 17 umfängliche Texte. Über Twitter und YouTube kommunizierten die drei Seenotretter-Freunde in Echtzeit mit vielen virtuellen Begleitern. Entstanden ist so ein Mikrokosmos der Rettung und Hoffnung.


In Hamburg stoppten die drei Freunde der Seenotretter im alten Hamburger Elbtunnel auf. Foto: DGzRS/Tom Tautz

Stimmen der #Bootstour-Fahrer
„Es war eine große Ehre und eine tolle Erfahrung, im doppelten Sinne „Bootschafter“ der Seenotretter zu sein. Obwohl wir bereits vorher einiges von den Seenotrettern kannten, stehen wir nun umso mehr voll und ganz hinter ihrer Arbeit. Wir waren während der #Bootstour total fokussiert und hatten unterwegs buchstäblich kein anderes Thema.“ (Tom Tautz, Fotograf und Blogger)

„Es war eine ungemein intensive Reise. Wir haben viele faszinierende und sympathische Menschen getroffen. Die Gespräche, Bilder und Orte dieser #Bootstour haben mich tief beeindruckt.“ (Dorian-Vasco Nagel, Filmer)

„Die Seenotretter haben an vielen Orten dieses Landes eine Menge Verwandte, die ebenfalls selbstlos und kompetent retten. Und sie haben in ganz Deutschland viele Freunde, die uns und unser Schiffchen herzlich aufgenommen haben. Gerade die Tatsache, dass die Arbeit der Seenotretter ausschließlich über Spenden finanziert wird, hat viele Menschen überrascht und beeindruckt.“ (Alexander Nortrup, Journalist)


Stationen der #Bootstour

Alle Videos der Gespräche sowie alle anderen Filme der Bootstour sind auch in der Youtube-Playliste zu finden.
Mit einem Klick auf den Namen der folgenden Interview-Partner springen Sie direkt zum entsprechenden Film auf YouTube.

Erste Etappe: Bremen - München - Garmisch Patenkirchen - Dresden

Unterwegs auf einer Autobahn-Raststätte
∙ Die drei treffen auf Parknachbar Bernd Eise, der von Seenotrettern einst beim Hochseeangeln gerettet wurde.

München
Tobias Irl, der den „Kältebus München“ für Obdachlose und andere Projekte gegründet hat.
Anja Bonelli, die in der Ägäis Flüchtlingen geholfen hat und nun den Bau von mobilen Bibliotheken für „refugee camps“ organisiert.

Zugspitze
Stefan Kutz, der sich mit seiner Hündin beim Bundesverband Rettungshunde engagiert.
Gipfelwirt Hansjörg Barth, dessen Familie seit Generationen Bergsteigern hilft und ihnen Zuflucht gewährt.

Dresden

Rainer Jonas von der Feuerwehr Dresden, der unter anderem beim Jahrhunderthochwasser 2002 im Rettungseinsatz war.
Bernd Kunath, der durch ein Spenderherz gerettet wurde, so ein neues Leben geschenkt bekam und sich nun für andere Schwerkranke engagiert, die in einer ähnlichen Situation sind.

Bildergalerie erste Etappe


Zweite Etappe: Essen - Köln - Düsseldorf - Berlin

Essen
Robert Müller, der als Mitglied der Grubenwehr auf Zeche Zollverein seinen Kollegen unter Tage beistand.
Harald Karutz, Leiter des Notfallpädagogischen Instituts, an dem schon Tausende von Rettern ausgebildet wurden.

Köln
Thomas Stasch, der als Ehrenamtlicher die Seenotretter im Binnenland unterstützt und in seinem Job sensible Daten von Bürgern vor Hackern schützt.
Bestseller-Autor Frank Schätzing, der sich als „Bootschafter“ für die Seenotretter einsetzt und dessen Buch „Der Schwarm“ tatsächlich Menschen vor dem Tsunami gerettet hat.
Dom-Seelsorger Robert Kleine, der mit seinem Team im größten Gotteshaus Deutschlands täglich für die Sorgen und Nöte der Menschen da ist und dessen Bistum sich für die Flüchtlingshilfe im Mittelmeer einsetzt, unter anderem mit einem originalen Schlepperboot, das im Kirchenschiff ausgestellt ist.

Düsseldorf
Julian Meichsner und Tobias Hahn von der DLRG Düsseldorf, die Menschen auf dem Rhein und anderen Gewässern ehrenamtlich und professionell helfen.

Berlin
Hannah Berger von der Gedenkstätte Berliner Mauer, die jährlich Tausenden von Besuchern den Schrecken der deutsch-deutschen Teilung, aber auch Rettungsgeschichten weitergibt.
Autorin Doris Liebermann, die von der DDR zusammen mit anderen Jugendlichen der Republik verwiesen wurde und ihr Leben dem Kampf für Wahrheit und Hoffnung gewidmet hat.

Bildergalerie zweite Etappe


Dritte Etappe: Rügen - Hamburg - Bremen

Rügen
Dirk Neumann, Vormann der HARRO KOEBKE, deren Crew vor Rügen rund um die Uhr bereitsteht, um Menschenleben auf See zu retten.
Carmina Spreemann, Landärztin auf Rügen und freiwillige Seenotärztin, die ihren Beruf gewählt hat, weil sie gern Menschen hilft – und weil sie gern viel Action hat.

Interview mit Vormann Dirk Neumann



Hamburg

Andreas Wörner, Schiffsführer bei der Wasserschutzpolizei Hamburg, der sich um Sicherheit und Ordnung auf den Wasserstraßen der Hansestadt kümmert und zugleich als Ehrenamtlicher das Anliegen der Seenotretter vertritt.
Jörg Pollmann, Hamburger Hafenkapitän, der mit seinem Team und hochkomplexer Technik dafür sorgt, dass alle Schiffe gefahrlos in den Hafen hinein und auch wieder hinaus gelangen.

In Bremen durfte das Sammelschiffchen der Seenotretter ins Weserstadion. Foto: DGzRS/Tom Tautz

Bremen
Florian Kohfeldt, der als Co-Trainer des Bundesliga-Teams von Werder Bremen an der spektakulären Rettung in letzter Minute mitgewirkt hat.
Johanna Göddecke, die gemeinsam mit ihrem Fanclub #twerder die #greenwhitewonderwall organisiert hat, eine optisch wie akustisch beeindruckende Rückendeckung für die Spieler. Die Aktion gilt als einer der Gründe für die Rettung des Teams vor dem Abstieg und wurde von der Zeitschrift „11Freunde“ als Fanaktion der Saison ausgezeichnet.


 
 

 

 

Bildergalerie dritte Etappe


Schlussakkord

Dieser erklang an einem Ort, an dem es ohrenbetäubend laut sein kann. Doch an diesem Morgen war es vollkommen still im direkt am Fluss gelegenen Weser-Stadion. Werder Bremen hatte es möglich gemacht (ein herzliches Dankeschön dafür!) und den drei Seenotretter- Freunden gemeinsam mit ihrem Mitfahrer, dem Sammelschiffchen, Zutritt gewährt.

Hoffnung und Rettung waren auch für den Erstligisten in der Saison 2015/2016 relevante Themen. Foto: DGzRS/Tom Tautz

Auf der Reise der drei ging es um Hoffnung und Rettung und auch der Verein an der Weser war in der Saison 2015/2016 auf einer Rettungsmission. Denn bis zwei Minuten vor Abpfiff des letzten Saisonspiels trennte den einstigen Champions-League-Club zu diesem Zeitpunkt vom direkten Abstiegsplatz nur noch ein Punkt.
Dank der Begrüßungszeremonie, den spektakulären grün-weißen Choreographien und der gesanglichen Untermalung während des Spiels, gelang letztlich die Rettung.
So ein Gefühlschaos bei den sonst so kühlen Norddeutschen und auch die drei Seenotretter-Freunde durchlebten während ihrer Reise durch Deutschland mit dem Sammelschiffchen viele Emotionen:

Pures Glück angesichts so vieler toller Orte, die sie mit ihrem Bootsgespann anlaufen durften, banges Warten, ob mancher noch ausstehender Zusagen von Gesprächspartnern und Foto- und Filmgenehmigungen für die oftmals sehr prominenten Locations. Begeisterung über viele intensive und extrem bereichernde Treffen und Interviews.

Finale Station. Nach 18 Tagen, neun Orten und vielen gefahrenen Kilometern ist das überdimensionale Sammelschiffchen wieder in seinem "Heimathafen" angekommen. Foto: DGzRS/Tom Tautz

Rettung und Hoffnung sind für sie offensichtlich keine Vokabeln gewesen, die sie am Rande miterlebt haben: Sie waren häufig mittendrin im Geschehen, durften teilhaben am Leben von Menschen, die mit ihrer Geradlinigkeit und Selbstlosigkeit beeindruckt haben – ob Notärzte, Wasserretter, Hafenkapitäne, Fußballtrainer oder eben Seenotretter.

Bei ihrer Rückkehr in die Zentrale der Seenotretter in Bremen, wurde es dann noch einmal richtig traurig, denn nach intensiven Wochen mussten sie das überdimensionale Sammelschiffchen zurücklassen.
Den finalen Besuch verband die #Bootstour-Crew mit einer Stippvisite im Herzstück der DGzRS, der SEENOTLEITUNG BREMEN, wo sie den Mitarbeitern einmal über die Schulter schauen durften und sich deren wichtige Arbeit erklären ließen.

 

 

Finale in Bremen


Die einzelnen Reiseabschnitte

1. Etappe: 1.729 Kilometer
Bremen-München: 725 Kilometer
München-Garmisch-Partenkirchen: 89 Kilometer
Garmisch-Partenkirchen - Dresden: 550 Kilometer
Dresden - Wolfsburg/Hannover: 365 Kilometer

2. Etappe:
1.179 Kilometer
Wolfsburg/Hannover - Essen: 246 Kilometer
Essen - Köln: 72 Kilometer
Köln - Berlin: 575 Kilometer
Berlin - Wolfsburg/Hannover: 286 Kilometer

3. Etappe: 911 Kilometer
Wolfsburg/Hannover - Rügen: 464 Kilometer
Rügen - Hamburg: 321 Kilometer
Hamburg - Bremen: 126 Kilometer

Insgesamt: 3.819 Kilometer