Alter Rettungsschuppen in Familienhand | DGzRS Die Seenotretter

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25.10.2017

Alter Rettungsschuppen in Familienhand

Seit fünf Jahren öffnen die Noormanns an zwei Vormittagen in der Woche das ehemalige Stationsgebäude der DGzRS in Norddeich.

Heinrich (v. l.), Andreas, Sarina und Margarethe Noormann kümmern sich um den alten Rettungsschuppen der Seenotretter in Norddeich. Fotos: Martin Stöver

Der 71-jährige Heinrich Noormann führt die Gäste durch die kleine Ausstellung über die Seenotretter, zeigt Filme, erklärt und erzählt Geschichten zu den Bildern und Ausstellungsstücken. Als echter Norddeicher kann er von damals und heute berichten, kennt sich aus in seiner Heimat und hat ein Herz für das Maritime.

„Als junger Mann fuhr er selbst zur See, auf einem Erzschiff hoch nach Norwegen“, erzählt seine Frau Margarethe Noormann. „Nach unserer Heirat war er über 40 Jahre als Matrose und Koch bei der Reederei Frisia, ist auf den Fähren gefahren, nach Juist und Norderney“, berichtet sie. Den Vormann Marcus Baar und die Männer von der Freiwilligen-Station Norddeich der Seenotretter kennt ihr Mann alle.

So kam es, dass man ihn eines Tages fragte, ob er sich nicht um den gut zwei Jahre lang verwaisten Rettungsschuppen und das darin befindliche Museum kümmern wolle. Er wollte. „Zu mir hat er damals gesagt: ,Hör‘ mal, das wär‘ doch zu schade, wenn sich da keiner kümmert. Aber ich mach‘ nur mit, wenn du dich um das Schriftliche kümmerst.‘ Das liegt ihm nicht“, weiß seine Frau nach nunmehr 46 Ehejahren. „So gestalten wir bis heute unsere Freizeit zusammen, haben eine schöne Aufgabe, die uns Spaß macht.“

Margarethe Noormann hinter dem Verkaufstresen des kleinen Museums im ehemaligen Stationsgebäude

Alle packen mit an

Tatkräftige Unterstützung erfährt Heinrich Noormann auch von seinem Sohn Andreas. Die Mutter sagt: „Er ist für das Handwerkliche zuständig. Wann immer es seine Zeit zulässt, legt er Hand an, kümmert sich um Reparaturen, klettert auf die Leiter und pflegt das Gelände rund um den alten Stationsschuppen.“

Auch die 20-jährige Enkelin Sarina Noormann unterstützt das Engagement der Großeltern. „Sarina bestellt für unseren Verkauf die Seenotretter-Teddys, die Becher, Anstecknadeln und Mützen“, freut sich die Oma. „Als gelernte Bürokauffrau bekommt sie das immer fix hin mit den Mails.“

Zweimal im Jahr steht die Familie zudem am DGzRS-Infostand, am Tag der Seenotretter und beim Kutterkorso in Norddeich. „Das sind die Höhepunkte im Jahr. Es ist zwar anstrengend – man ist ja nun keine 20 mehr – Sarina hilft immer tüchtig. Der Spaß und die Freude daran machen die Mühe wieder wett!“