07.10.2019

Sportflieger spenden 500 Euro an die DGzRS

Wie erhöhe ich meine Überlebenschancen nach einer Notwasserung? Wie schütze ich mich am besten vor einer Unterkühlung? Wie mache ich nach einem Notfall auf mich aufmerksam? Diese und andere Fragen hat Olaf Salzbrunn, Mitarbeiter der SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), am 17. August 2019 in einem Vortrag beantwortet. Organisiert durch den Aeroclub Bremen e. V. informierte er auf dem Flughafen in Bremen interessierte Sportflieger über lebensrettende Maßnahmen nach einem Luftnotfall über See. Die Piloten bedankten sich mit einer 500-Euro-Spende an die Seenotretter für den kostenlosen Vortrag. Die Übergabe fand am 5. Oktober auf dem Flugplatz in Ganderkesee statt.

Auf dem Flugplatz in Ganderkesee, bedankt sich Detlev Thamm (l.), Landesverbandspräsident des Bremer Aero Clubs e. V., beim DGzRS-Mitarbeiter Olaf Salzbrunn mit einer Spende in Höhe von 500 Euro für seinen Vortrag. Fotos: Die Seenotretter – DGzRS

Nicht immer endet die Notwasserung eines Flugzeuges so glücklich wie die eines vollbesetzten Airbus im Januar 2009 auf dem Hudson River – mitten in New York. Tausende Menschen am Ufer sowie in den nahen Wohn- und Bürotürmen waren Augenzeugen des Unglücks. Sofort fuhren ein Dutzend Rettungsschiffe, Sportboote und Pendlerfähren zur Passagiermaschine, um Insassen und Besatzung aus dem eiskalten Wasser zu retten.

Dagegen kann eine solche Situation für Piloten und Passagiere von kleinen, einmotorigen Sportflugzeugen sehr schnell lebensbedrohlich werden. Vor allem wenn die Notwasserung unbeobachtet weitab vom Ufer erfolgen muss oder der Pilot zuvor in der Luft keinen Notruf mehr absetzen konnte. Denn Flugzeuge schwimmen nur für eine kurze Zeit: Hauptsächlich der vorn angebrachte schwere Motor zieht eine einmotorige Maschine schnell kopfüber nach unten.

Und wenn der Flügel zudem noch oben am Flugzeug angebracht ist, taucht die Kabine sofort ins Wasser ein. Demzufolge befinden sich die Insassen zwangsläufig innerhalb kürzester Zeit vollständig im Wasser. Deshalb muss eine Rettung noch schneller erfolgen als bei einem Seenotfall von Schiffen.

Wie eine Rettungsweste funktioniert, stellte DGzRS-Mitarbeiter Olaf Salzbrunn in seinem Vortrag interessierten Sportfliegern auf dem Flughafen in Bremen vor.

Olaf Salzbrunn, selbst Pilot, informierte seine Sportfreunde, wie sie bei einer Notwasserung ihre Überlebenschancen erhöhen können. „Mit einem für Flugzeuge ungeeigneten Überlebensanzug oder einer zu früh aufgeblasenen Rettungsweste kann schon der Notausstieg aus der engen Flugzeugkabine zur Todesfalle werden“, warnte er seine Zuhörer. Außerdem müssen sich die Insassen nach einer Notwasserung sofort wirksam gegen eine Unterkühlung schützen, da es unter Umständen lange dauern kann, bis Hilfe am Unglücksort eintrifft. Und selbst das bloße Einatmen von feinen Sprühwassertröpfchen kann auf See – sehr zum Erstaunen der Sportflieger – zu einem schleichenden Ertrinken führen. Darum muss das Gesicht so geschützt sein, dass die Gischt nicht über Mund und Nase in die Lunge gelangen kann.

Wenn die Retter in Sicht- oder Hörweite sind, müssen die Flugzeuginsassen auf sich aufmerksam machen. Aus diesem Grund stelle Olaf Salzbrunn in seinem Vortrag die verschiedenen Signalmittel und ihre Funktionsweise vor. Eine Sorge konnte der langjährige DGzRS-Mitarbeiter den Fliegern allerdings nehmen: Bei einer Rettung müssen sie nicht – möglicherweise völlig entkräftet – eine Bordwand hochklettern. Die Seenotretter der DGzRS können die Überlebenden kräfteschonend über eine auf Wasserlinie befindliche Bergepforte an Bord einer Rettungseinheit nehmen. Abschließend stellte Olaf Salzbrunn noch das Aufwinschen in einen Hubschrauber vor und erläuterte, wie sich die Überlebenden dabei verhalten sollten.

Sie wollen die Seenotretter auch unterstützen? Dann spenden Sie online oder per Überweisung auf unser Spendenkonto: Sparkasse Bremen, BIC: SBREDE22, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16. 

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