06.02.2020

Seit dem Sommer einer der ältesten Förderer

Arno Löffler ist 92 Jahre alt und seit Ende August Förderer der Seenotretter. Einen großen Anteil daran hat Hinrich Klattenberg aus Neuharlingersiel.

Im Rettungsschuppen in Neuharlingersiel erfuhr Arno Löffler (kleines Foto) von Hinrich Klattenberg viel über die bewegte und bewegende Geschichte der Seenotretter.

In das kleine Fischerdorf in Ostfriesland zog es Arno Löffler seit 1999 elf Mal: Dort ließ sich der Bottroper gemeinsam mit seiner Frau Gisela die frische Seeluft um die Nase wehen, blickte vom Deich aus auf die Weiten des Watts und genoss im Hafen die maritime Atmosphäre. „Jedes Mal haben wir den Rettungsschuppen der Seenotretter besucht und Geld ins Sammelschiffchen gesteckt“, erinnert sich Arno Löffler. 

Seine Verbundenheit mit den Seenotrettern besteht allerdings schon viel länger – seit mehr als sieben Jahrzehnten. Im Dezember 1944 wurde der in Berlin aufgewachsene Arno Löffler kurz vor Kriegsende mit nur sechzehneinhalb Jahren zur deutschen Kriegsmarine eingezogen. Über Kiel-Wik, Gdingen (Gotenhafen) auf der Halbinsel Hel in der Danziger Bucht und Stralsund landete er schließlich in britischer Gefangenschaft. 

Damit war er dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen. Fast wäre er als junger Soldat an Bord der „Wilhelm Gustloff“ gewesen, als das Wohn- und Lazarettschiff am 30. Januar 1945 nach einem Torpedotreffer durch ein russisches U-Boot sank. Ein Großteil der Besatzung und Flüchtlinge ertrank in der eiskalten Ostsee. „Meine Verlegung von Gotenhafen nach Stralsund hat mir das Leben gerettet“, sagt der heute 92-Jährige. Obwohl er nur kurz zur See fuhr, verspürt er seitdem einen großen Bezug zur Seefahrt – und zu den Seenotrettern. 

Seit Generationen bei den Seenotrettern dabei: die Familie Steffens aus Neuahrlingersiel Foto: Alexander Nortrup

Tiefster Respekt

Nach dem Krieg waren Nord- und Ostsee für die meiste Zeit des Jahres viele Hunderte von Kilometern entfernt: Der Liebe wegen zog Arno Löffler von Berlin nach Essen. Im Ruhrgebiet arbeitete er zunächst als Maschinenschlosser unter Tage, führte bald als Fahrsteiger eine Maschinenabteilung unter der Erde. Über den zweiten Bildungsweg machte er seinen Abschluss als Diplomingenieur und war bis zu seiner Pensionierung als Planer im Bergbau tätig.

Die See ließ ihn jedoch nie ganz los, wie die vielen Aufenthalte in Neuharlingersiel zeigen. Als er im letzten Sommer einmal wieder gemeinsam mit seiner Frau in Fotoalben blätterte, stießen sie auf Urlaubsbilder. „Da wurden alte Erinnerungen wach“, berichtet er. An den Rettungsschuppen im dortigen Westhafen, an das ehemalige Motorrettungsboot ULRICH STEFFENS (III) sowie an all die anderen Ausstellungsstücke – und natürlich an Hinrich Klattenberg. Der heute 84-Jährige steht seit mehr als 25 Jahren täglich mehrere Stunden bereit, um Besuchern wie Arno Löffler Geschichte und Geschichten der Seenotretter zu erzählen.

Arno Löffler griff zum Telefon und rief Hinrich Klattenberg an. „Im Gespräch sagte er mir, dass ich gern Förderer der DGzRS werden könne und schickte mir die Broschüre ‚150 Jahre Seenotretter in Neuharlingersiel‘ zu.“ Arno Löffler musste nicht lange überlegen – seit Ende August ist er einer der aktuell ältesten Förderer der Seenotretter. „Ich schätze die Arbeit der Besatzungen, weil sie ihr eigenes Leben einsetzen, um anderen Menschen das Leben zu retten – und all das wird nur aus Spenden finanziert, ohne einen Cent an Steuergeldern. Das hat meinen tiefsten Respekt!“

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