Ansicht | DGzRS Die Seenotretter
06.04.2018

Schmucke Spende

Sehnsuchtsorte gibt es viele: Für den einen ist seine Heimat, für den anderen die Familie, für den nächsten ein Platz in den Dünen. Dorthin möchte man immer wieder zurückkehren – sie lassen einen nicht mehr los. Ein Erinnerungsstück an solch einen besonderen Ort dabeizuhaben, hilft über manche Klippen des Lebens hinweg. Hier setzt Jochen von Kemps Idee an: Er verkauft Armspangen mit den nautischen Koordinaten von persönlichen Sehnsuchtsorten und verbindet dies mit einer eigenen Kindheitserinnerung – den Seenotrettern. Für jedes verkaufte Schmuckstück spendet der Dortmunder fünf Euro an die DGzRS.

Mit individuellem Schmuck den Seenotrettern helfen. Foto: Jochen von Kemp

Doch was verbindet einen Ruhrpottler fern der Küste mit den Seenotretter? „Da wir die Sommer unserer Kindheit sowohl an der Nord- als auch an der Ostsee verbracht haben, bin ich mit dem Anblick der Seenotrettungskreuzer und -boote quasi groß geworden. Wenn die Kreuzer aufs Meer rausfuhren, haben wir als Kinder mit großen Augen bewundernd hinterhergeschaut“, erzählt Jochen von Kemp. Wenn er dies sagt, schwingt in seiner Stimme auch nach all den Jahren eine besondere Begeisterung mit, die am Ende in dem Satz mündet: „Ich bewundere die Arbeit der Seenotretter.“

Für Jochen von Kemp sind die Armspangen ein kreativer Ausgleich: Hauptberuflich ist er Geschäftsführer der Robert Rose GmbH und beschäftigt sich mit Aufbauten von Nutzfahrzeugen. Für das hochwertige modische Accessoire reaktivierte der 46-Jährige eine uralte Spindelpresse, mit der früher in dem 1873 gegründeten Familienunternehmen Kugellager bearbeitet wurden: „Man muss sich das ähnlich wie beim klassischen Buchdruck vorstellen. Wir setzen die einzelnen Typenzeichen in die umfunktionierte Maschine ein und prägen dann die Koordinaten in die Rohlinge ein“, beschreibt der Schmuckdesigner aus Leidenschaft den Herstellungsprozess. Anschließend poliert ein Goldschmied die Spangen und bringt sie in Form.

Seit 2016 vertreibt Jochen von Kemp über die kleine Schmuckmanufaktur „Ancrage“, Französisch für Ankerplatz, die per Hand veredelten Armspangen. „Schon von Anfang an war mir klar, dass ich die Seenotretter mit einem Teil des Verkaufserlöses unterstützen möchte“, sagt er. Und weiter: „Ich möchte mit meiner Spende den Seenotrettern meine tiefe Verbundenheit signalisieren. Wir werden regelmäßig spenden und für die Seenotretter sozusagen den Ankerplatz darstellen, den unsere Armspangen den Menschen gegenüber innehaben, von denen sie getragen werden. Rettung aus Seenot erfordert Können, Erfahrung, Mut – und unsere Spende.“

2017 sind bereits 500 Euro zusammengekommen. Jochen von Kemp hofft, dass auch in Zukunft viele Menschen die Koordinaten ihres Sehnsuchtsorts am Handgelenk tragen möchten – egal wo dieser liegt.

Ihr Unternehmen möchte die Seenotretter ebenfalls unterstützen? Ihren Ansprechpartner und Informationen zum Thema Firmenspenden finden Sie unter „Für Unternehmen“.