22.11.2018

Manfred Gröpel zählte Hunderttausende

Jetzt, im Herbst, ist für Manfred Gröpel auf Borkum rund 45 Jahre lang „die Zeit der Ernte“ gewesen, wie er sie scherzhaft nennt. Dann besuchte der ehemalige Marinesoldat Gaststätten, Hotels, Arztpraxen und andere Einrichtungen auf der ostfriesischen Insel, um „seine“ Sammelschiffchen zu leeren – rund 80 Stück. Vor kurzem gab der 80-Jährige sein Ehrenamt an den gut zehn Jahre jüngeren Udo Kaja ab.

Manfred Gröpel erlebte in den vergangenen 45 Jahren als Sammelschiffchen-Betreuer viel Küstenschnack. Foto: Jörg Zogel

Manfred Gröpel erlebte so manchen Schiffstyp aus der „32-Zentimeter-Klasse“ – anfangs noch jenen aus Blech, „der ist auch heute noch sehr gefragt.“ Mehrere Hunderttausend Mark und Euro zählte er während seines langen Einsatzes als „Geschwaderkommandeur“ für die Seenotretter.

Ungezählte Male schloss Manfred Gröpel gemeinsam zum Beispiel mit den Wirten die Schiffchen auf, und das Geld schepperte auf die Stammtische. „Das war ein guter Zeitpunkt für eine Wette, wie viel wohl drin war.“ Wer verlor, füllte gleich wieder die ersten Münzen ins Schiff – und zahlte eine Runde.

Die gelöschte Ladung war dabei sehr unterschiedlich. Einige Schiffchen trugen gerade 30 Euro in ihrem „Laderaum“, „der Durchschnitt lag bei 120 bis 130 Euro.“ Seine „Spitzenschiffe“ leerte Gröpel drei- bis viermal im Jahr und fand darin insgesamt bis zu 2.000 Euro, zum Beispiel bei einem Juwelier.

Ins rechte Licht rücken

„Es kommt darauf an, das Schiffchen ins rechte Licht zu rücken.“ So hielt ein Optiker seinen Kunden für das Richten einer Brille das Sammelschiffchen unter die Nase: „Die waren froh, dass sie wieder gucken konnten und steckten gerne etwas hinein.“

Hin und wieder musste Manfred Gröpel auch zu Notfällen ausrücken und die Ladung eines havarierten Sammelschiffchens löschen: „Dann hatte mal wieder ein Zechbruder ausprobiert, ob das Schiffchen im Bierglas-Spülbecken schwimmt. Tut es nicht.“

Die Sammelschiffchen sind seit mehr als 140 Jahren das Symbol für den freiwilligen und selbstlosen Einsatz der Seenotretter. Wenn Sie unserer „32-Zentimeter-Klasse“ einen öffentlich zugänglichen Liegeplatz geben, oder sie bei einer Feier aufstellen, unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit und zeigen Ihre Verbundenheit mit den Seenotrettern.

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