07.06.2014

„Bei der SEENOTLEITUNG geborgen und sicher gefühlt“

Eine ausgefallene Idee auf einer langen Schiffsreise: Hans Hackbarth vom „Flensborg Yacht Club“ hat unter den Clubmitgliedern eine handelsübliche Wasserflasche versteigert. Diese hatten er und seine beiden Mitsegler Hans Werner Petersen und Frank Stelzer bei ihrem 6.750 Kilometer langen Törn vom italienischen Lignano bis ins schleswig-holsteinische Flensburg an Bord gebunkert. Dem Erlös in Höhe von 444 Euro spendete er an die Seenotretter, die den Seglern auf der Reise in einer misslichen Situation geholfen hatten.

Dank der Vermittlung der SEENOTLEITUNG BREMEN wird die manövrierunfähige „Aphrodite 42“ in einen italienischen Hafen geschleppt.

Es ist ungemütlich in der Adria: Bei starken Winden aus Südosten hat sich eine unangenehme kurze Welle aufgebaut. Sie wirft die 12 Meter lange Segelyacht „Aphrodite 42“ hin und her. Skipper Ralf Hackbarth kämpft mit seinem rebellierenden Magen – er ist seekrank. Hans Werner Petersen verkraftet das Schaukeln dagegen besser. Erst einen Tag zuvor haben die beiden den italienischen Hafenort Lignano verlassen, um die Segelyacht ins rund 3.650 Seemeilen (rund 6.760 Kilometer) entfernte Flensburg zu bringen.

Es sollte nicht der einzige Zwischenfall bleiben, den sie gemeinsam mit dem später eingestiegenen dritten Crewmitglied Frank Stelzer auf ihrer „abenteuerlichen Reise“ vom 20. April bis 4. Juni 2014 erlebt haben, erzählt Ralf Hackbarth. Für den Takelmeister des Segelvereins „Flensborg Yacht Club“ ist es der erste lange und anspruchsvolle Segeltörn in seinem Leben.

Wenige Tage später fällt bei Flaute plötzlich der Motor aus: Alle Versuche scheiterten, ihn mit Bordmitteln wieder in Gang zu bekommen. Sie beschließen, sich vorerst treiben zu lassen und bei auffrischendem Wind zum Yacht- und Fischereihafen Roccella-Ionica an der italienischen Südwestküste zu segeln, um dort den Motor reparieren zu lassen. Doch es bleibt über Stunden windstill – das zerrt an ihren Nerven.

Sie werden immer unruhiger und rufen schließlich per Funk um Hilfe. Niemand antwortet. Erst ein Telefongespräch mit der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS beruhigt sie: „Der äußerst hilfsbereite Mitarbeiter Roland Erdmann stellt eine Verbindung zur italienischen Küstenwache Guardia Costiera her“, erinnert sich Ralf Hackbarth. Diese organisiert ein Fischerboot aus Roccella-Ionica, das sie schließlich in den Hafenort schleppt. Zwischendurch immer wieder kurze Telefonate mit Bremen: „Wir haben uns sehr geborgen und sicher gefüllt“, lobt der Segler die Arbeit der SEENOTLEITUNG BREMEN.

Hans-Werner Petersen (v. l.), Ralf Kohrs, Ralf Hackbarth und Frank Stelzer mit der weit gesegelten Wasserflasche, die sie zugunsten der Seenotretter versteigerten.

Ob es diese positive Erfahrung war, die ihn bei einer Nachtwache in der Biskaya auf die Idee mit der Versteigerung brachte, kann Ralf Hackbarth nicht mehr genau sagen: Auf jeden Fall will er nach seiner Rückkehr in Flensburg eine von den 150 in Italien gebunkerten Wasserflaschen zugunsten der DGzRS versteigern. „Analog zu den früher in Flensburg verkauften Übersee-Rumflaschen sollte es doch möglich sein, eine Flasche mit mittelmeerverwöhntem und atlantikgeschaukeltem Wasser an den Mann zu bringen“, denkt er sich.

Auf der jährlichen „Pinsetour“ seines Segelvereins „Flensborg Yacht Club“ an Pfingstwochenende nach Høruphav setzt er schließlich seine Idee um: Am Pfingstsamstag, 7. Juni 2014, versteigert er unter den Mitgliedern die Zwei-Liter-Plastikwasserflasche und ist noch heute über den Erfolg erstaunt: „Ich hatte gehofft, anschließend vielleicht 20 oder 30 Euro in eines der Spendenschiffchen stecken zu können“, sagt er.

Doch es kam ganz anders: Segler Ralf Kohrs bekam für seine Gebot in Höhe von stolzen 260 Euro den Zuschlag für die handelsübliche Flasche. Das Ergebnis motovierte Ralf Hackbarth ann dem Abend noch weitere Spenden zu sammeln und schließlich überwies er 444 Euro an die DGzRS.

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