19.04.2018

Ein Bücherschatz für die Seenotretter

Im Sommer vergangenen Jahres hat Annemarie Breidenbach (92) einen kleinen Schatz geborgen: Auf dem Dachboden im hessischen Lampertheim lagerte ein Schwung Bücher: „Kurs New York. Mit dem Motorboot über den Atlantik.“ Eine Geschichte, erst 30 Jahre her und doch aus einer anderen Zeit. Ohne GPS, ohne Plotter, mit einer aus heutiger Sicht einfachen Maschine bewältigten Annemarie und Karlheinz Breidenbach die Nordpolar-Route in ihrer 18-Meter-Motoryacht.

Ende der 1980er Jahre überquerten Annemarie und Karlheinz Breidenbach mit dem Motorboot den Atlantik – die Geschichte ihres abenteuerlichen Törns erzählen sie in dem Buch „Kurs New York. Mit dem Motorboot über den Atlantik.“

Vorbereitet bis in die Haarspitzen, hatten sich die beiden 1987 gemeinsam mit einem befreundeten Paar auf den Weg gemacht. Später hatte Karlheinz das Abenteuer anhand der Logbücher niedergeschrieben und selbstfinanziert verlegt. Er verstarb vor elf Jahren. Geblieben ist eine große Geschichte voller 1a-Seemannschaft. Nun verstaubte sie vor sich hin, 180 gebundene Bücher.

Da trat Julian Buß (42) in Annemaries Leben. Der Autor der Internetseite „booteblog.net“ recherchierte über Motorbootreisen und stieß auf eine antiquarische Ausgabe der Breidenbach’schen Seefahrer-Story. Er nahm Kontakt zu der inzwischen 92-jährigen Annemarie auf. Und die hatte eine Idee: Zusammen mit Julian wollte sie das literarische Vermächtnis ihres Mannes verkaufen – zugunsten der Seenotretter.

„Viel Schönes erlebt und gesehen“

Die Geschichte begeistert ihre Leser, nur wenige Ausgaben sind noch da. Annemarie verschickt die Bände, sobald die Spende von 20 Euro bei Julian eingegangen ist. Auch der launige Vorträger „Käpt’n Kalle“ Karl-Heinz Cierpka verkauft „Kurs New York“. Mehr als 2.500 Euro für die Seenotretter sind so bis Mitte April 2018 zusammengekommen.

Eine weitere Überraschung: Annemarie Breidenbach förderte noch zwei Bände zutage: „Hinter jedem Meer ist Land“ aus den Logbüchern von 1960 bis 1998, und „Rund um den Erdball“ über ihre Weltreise per Motoryacht. Der Fan Christian Tischler scannte alle Seiten ein – gegen eine Spende von 30 Euro für die Seenotretter kann nun jedermann am elektronischen Lesegerät in die analoge Seefahrt abtauchen.

Annemarie Breidenbach bleibt inzwischen lieber an Land, von Erinnerungen erfüllt: „Wir haben so unendlich viel Schönes erlebt und gesehen“, schwärmt sie. Wer das nachlesen will, schreibt eine E-Mail an julianbuss@gmail.com.

Sie wollen die Seenotretter auch unterstützen? Dann spenden Sie online oder per Überweisung auf unser Spendenkonto: Sparkasse Bremen, BIC: SBREDE22, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16.